Mobilität
Radentscheid startet in Kulmbach
Der Radentscheid Bayern startete auch in Kulmbach: Jetzt werden Unterschriften gesammelt, um ein Radgesetz zu schaffen. Ziel ist es, die Regierung zu verpflichten, die Investitionsstaus beim Radwegeausbau abzubauen.
Der Radentscheid Bayern startete auch in Kulmbach: Jetzt werden Unterschriften gesammelt, um ein Radgesetz zu schaffen. Ziel ist es, die Regierung zu verpflichten, die Investitionsstaus beim Radwegeausbau abzubauen.
Foto: Sonny Adam
F-Signet von Sonja Adam Fränkischer Tag
Kulmbach – Viele wollen ein besseres Fahrradnetz in Stadt und Landkreis Kulmbach. Dafür werden jetzt Unterschriften gesammelt.

Bayern braucht ein Radgesetz. Mit diesem Anspruch haben die Grünen auch in Kulmbach das Volksbegehren „Radentscheid Bayern“ gestartet.

Ziel des Volksbegehrens ist es, Einfluss auf die Politik zu nehmen, Investitionsstaus in Sachen Rad- und Fußwegeinfrastruktur aufzulösen und das Radfahren attraktiver zu machen.

Christian Ohnemüller betonte zum Auftakt der Unterschriftenaktion am Kulmbacher Gewürzbrunnen, dass die Bayerische Staatsregierung bereits vor fünf Jahren versprochen habe, den landesweiten Radverkehrsanteil bis 2025 von zehn auf zwanzig Prozent zu verdoppeln.

Kulmbach auf letztem Platz

Allerdings ist der Radverkehrsanteil nur um ein Prozent gestiegen. „Das ist auch kein Wunder: Radwege, Abstellanlagen und Radmitnahmemöglichkeiten fehlen oder sind häufig so dürftig und unsicher, dass sie nicht zum Radfahren einladen – wir Kulmbacher können davon ja bekanntermaßen ein Lied singen“, so Ohnemüller. Denn beim letzten Fahrradklimaindex des ADFC im Jahre 2020 ist Kulmbach auf Platz 415 von 415 gelandet. In Kulmbach, aber auch im Landkreis, fehlt ein Alltagsradwegenetz zwischen den Ortschaften.

Oft habe man nur die Wahl zwischen holprigen Feldwegen oder gefährlichem Radeln auf der Landstraße, wo man mit sehr hohen Geschwindigkeiten und wenig Abstand von Autos und Lkws überholt wird. Radmitnahme in Bus und Bahn ist teuer, nicht garantiert oder meist gar nicht erst möglich. Deshalb haben sich die Grünen mit der SPD, mit der ÖDP, mit den Linken, mit Volt, aber auch mit vielen Institutionen und Verbänden zusammengetan, um das Volksbegehren Radentscheid ins Leben zu rufen.

Keine Toten mehr

Ziel des Volksbegehrens ist es, ein Radgesetz zu schaffen, das die Staatsregierung verpflichtet, den Radverkehr voranzubringen und bei den Planungen zu berücksichtigen. „Vision zero“ ist ein erklärtes Ziel. Es soll endlich keine Toten mehr geben.

Durch getrennte Fuß- und Radwegeführung werde die Sicherheit erhöht. Mit dem Radwegegesetz sollen auch umweltfreundliche Verkehrsarten und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Radschnellverbindungen sollen realisiert werden.  

Aktuell sammelt die Initiative Unterschriften für die Zulassung zum Volksbegehren. Bis Ende Oktober wollen die Verbände und Parteien bayernweit 35.000 gültigen Unterschriften beisammen haben. Im Frühjahr soll dann das Volksbegehren stattfinden. Dazu müssen dann innerhalb von 14 Tagen bayernweit eine Million Wahlberechtigte im Rathaus ihre Unterschrift abgeben. Der eigentliche Volksentscheid wird, sofern der Landtag zuvor das Gesetz nicht übernimmt, dann im Wahllokal oder per Briefwahl durchgeführt.

Parteiübergreifende Aktion

Am Kulmbacher Gewürzbrunnen haben die Grünen gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club die Unterschriftensammlung gestartet. Es handelt sich um eine parteiübergreifende Aktion. Heike Schweens von der SPD unterstützt die Initiative. Auch Jürgen Tesarczyk vom ADFC war beim Auftakt dabei. „Es geht jetzt darum, dem Radverkehr einen höheren Stellenwert beizumessen.“

Vom Freizeitspaß zum Verkehrsmittel

Früher war Radfahren Freizeitspaß, dank der Pedelecs ist das Fahrrad zu einem Verkehrsmittel für kurze Strecken geworden“, so Tesarczyk. Er selbst fährt im Jahr 3500 bis 4000 Kilometer.

Hier werden Unterschriften gesammelt

 

- Mittwoch (17. August), 9 bis 12 Uhr, Langgasse/Fußgängerzone Höhe Gewürzbrunnen.

- Freitag (19. August) , 17 bis 20 Uhr, Marktplatz/Ecke Fußgängerzone.

- in der SPD-Geschäftsstelle (Sutte 6), täglich von 11 bis 13 Uhr, mittwochs zusätzlich von 13 bis 16 Uhr.

 

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