Mit den ersten warmen Tagen steigt bei vielen Motorradfahrern die Vorfreude auf die neue Saison. Doch bevor es wieder auf die Straße geht, sollten Biker ihr Fahrzeug und sich selbst gründlich vorbereiten. Darauf weist Yves Wächter von der Motorradgruppe des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) in Kulmbach hin.
Das sollten Motorradfahrer prüfen
Wächter ist beim BRK Kulmbach als Fachdienstleister für Motorrad und ATV verantwortlich. Seit Jahren begleitet er Einsätze und weiß aus Erfahrung, wo die Risiken liegen. „Man funktioniert an einer Einsatzstelle“, sagt er. „Aber danach macht man sich Gedanken, was alles hätte passieren können.“
Gerade deshalb sei es wichtig, schon vor der ersten Ausfahrt nichts dem Zufall zu überlassen. Bei einem Rundgang durch die Fahrzeughalle erklärt Wächter, worauf es ankommt: Reifenluftdruck prüfen, Profiltiefe kontrollieren, Bremsen testen, Kette schmieren und die Beleuchtung checken. „Das Motorrad stand über den Winter oft mehrere Monate. Technik leidet unter Standzeit“, sagt er. Auch die Batterie sollte überprüft werden. Ein kurzer Blick genüge nicht - entscheidend sei eine sorgfältige Durchsicht.
Kulmbach: Im Frühling lauern besondere Gefahren
Doch nicht nur das Fahrzeug müsse fit sein. „Der Kopf fährt immer mit“, betont Wächter. Nach der Winterpause sei das Gefühl für Geschwindigkeit und Kurven oft eingerostet. Er empfiehlt, die ersten Kilometer bewusst ruhig anzugehen. „Langsam fahren ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft.“
Besondere Gefahren lauerten im Frühjahr auf den Straßen: Rollsplitt in Kurven, verschmutzte Fahrbahnen, wechselnde Temperaturen. Zudem würden Motorradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern nach der Winterpause leichter übersehen. „Man sollte immer für die anderen mitdenken“, sagt Wächter. Vorausschauendes Fahren könne Leben retten.
Yves Wächter kennt die Folgen von Unfällen gut
Zwischendurch demonstriert er Handgriffe an einem Einsatzmotorrad. Auch die Schutzkleidung sei entscheidend: Helm, Protektoren, Handschuhe und festes Schuhwerk gehörten zur Grundausstattung. „Es geht darum, gesund anzukommen – jede Fahrt“, sagt er. Als Einsatzkraft erlebe man die Folgen von Unfällen hautnah. Das präge. „Wir wollen alle Spaß haben und eine gute Saison auf zwei Rädern erleben“, sagt Wächter.
Doch der Spaß höre dort auf, wo Leichtsinn beginne. Deshalb sei Sensibilisierung so wichtig - besonders zu Saisonbeginn. Seine Botschaft an alle Motorradfahrer ist klar: Vorbereitung, Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit seien die Grundlage für eine sichere Saison. „Lieber einmal mehr nachdenken und einen Gang zurückschalten“, sagt Wächter. „Am Ende zählt, dass alle gesund ankommen.“













