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Bilanz
Kulmbacher Brauerei: So erfolgreich ist das Unternehmen
Blick auf das Geschäftsgebäude der Kulmbacher Brauerei
Die Kulmbacher Brauerei AG hat im Mai ihre Hauptversammlung. Diese Dividende schlägt der Vorstand vor. // Foto: Katharina Montada
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Kulmbach – Die Dividende soll stark vom letzten Jahr abweichen. Warum der Vorstand der Kulmbacher Brauerei trotzdem optimistisch ist.
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Vorstand und Aufsichtsrat der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft haben beschlossen, der Hauptversammlung 20. Mai  eine Dividende von 0,60 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vorzuschlagen. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2024 betrug 1,35 Euro je Aktie. Das teilt die Brauerei über den EQS News Service mit. 

Das ist der Grund für den Vorschlag

Hintergrund für diesen Beschluss sind demnach vorzunehmende einmalige außerordentliche nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen im IFRS-Konzernabschluss 2025 der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft in Höhe von 3,2 Millionen Euro sowie im Einzelabschluss in Höhe von 5,8 Millionen Euro.

Hinzu kommen Restrukturierungskosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus der Schließung zweier Standorte.  "Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisbelastung ist es nach Einschätzung von Vorstand und Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft, die Zahlung einer gegenüber dem Vorjahr verringerten Dividende vorzuschlagen", so die Mitteilung.  

Die erwarteten nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen wirken sich auf das EBIT des Konzerns und der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft aus, betreffen die Finanzlage aber nicht wesentlich, so das Unternehmen.

Gesamtmarkt: Absatz sinkt um sechs Prozent

Zur Gesamtsituation des Marktes heißt es in einer längeren Mitteilung, dass der Gesamtbierabsatz um rund 5,0 Mio. Hektoliter bzw. 6 Prozent auf 77,7 Mio. Hektoliter gesunken ist. Alkoholfreie Biere entwickeln sich dagegen weiter dynamisch: Sie sind im Gesamtbierabsatz nicht enthalten und überschritten 2025 erstmals einen Marktanteil von über 10 Prozent.

Der Markt für alkoholfreie Getränke verzeichnete ein moderates Wachstum: Der Absatz von Mineralwasser, Heilwasser und Erfrischungsgetränken stieg nach vorläufigen Daten auf 13,2 Mrd. Liter (Vorjahr: 13,0 Mrd. Liter).

Im erneut rückläufigen Getränkemarkt konnte die Kulmbacher Gruppe im Geschäftsjahr 2025 ihre Marktposition behaupten und erzielte ein Gesamtabsatzvolumen von 3.594 Tsd. Hektoliter (ohne Lohnfertigung). Das entspricht einer Veränderung von -1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3.640 Tsd. Hektoliter).

Im Segment Bier setzte die Kulmbacher Gruppe ihren Kurs der überdurchschnittlichen Absatzentwicklung fort. Aufgrund der starken Wachstumsmarken, insbesondere Mönchshof und Keiler sowie die in Nordbayern stark verwurzelte Marke Kulmbacher, verringerte sich der Bierabsatz der Kulmbacher Gruppe – bereinigt um Lohnfertigungsmengen – lediglich um 2,4 Prozent und entwickelte sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt der Brauereien in Deutschland.

Zusätzlich entwickelte sich die Mineralwasser- und Erfrischungsgetränkemarke Bad Brambacher mit einem Absatzwachstum von 4,1 Prozent weiterhin positiv.

Die Kulmbacher Gruppe erzielte 2025 ein operatives Ergebnis (EBIT bereinigt um Sondereffekte), das über dem Vorjahr lag. Trotz eines leicht rückläufigen Umsatzes von 0,1 Prozent auf 290,6 Mio. € entwickelte sich das operative Geschäft stabil und zeigte eine robuste Ergebnisentwicklung. Das bereinigte EBIT belief sich auf 13,2 Mio. € und lag damit klar im Zielkorridor.

Die Ergebnisentwicklung 2025 wurde durch zahlungsunwirksame Sondereinflüsse von insgesamt 4,7 Mio. € beeinflusst, die das ausgewiesene EBIT (8,5 Mio. €) minderten, jedoch keinen negativen Effekt auf den Free Cashflow hatten. Dieser lag mit 18,8 Mio. € über der Prognose und nur leicht unter dem Vorjahreswert.

Zu den Sondereffekten zählen die Wertminderung von Vermögenswerten im Segment Einzelhandel in Folge der anhaltend anspruchsvollen Marktsituation, insbesondere der intensive Wettbewerb mit großen Lebensmittelhandelsketten sowie der deutliche Rückgang beim Bierkonsum.

Zusätzlich entstanden Restrukturierungskosten aus der Schließung eines Logistikstandortes und der anstehenden Schließung eines Brauereistandortes.

Mit einem bereinigten EBIT über Vorjahr, einem starken Free Cashflow und klar definierten Strukturmaßnahmen ist die Kulmbacher Gruppe eigenen Angaben zufolge im herausfordernden Marktumfeld zukunftsorientiert und ergebnisstabil aufgestellt.

Für die Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft ergibt sich ein nach handelsrechtlichen Vorschriften ausgewiesener, für die Gewinnverwendung maßgeblicher Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2025 in Höhe von fast 2,08 Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung 2026 vorschlagen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2025 wie folgt zu verwenden: Zahlung einer Dividende von knapp über zwei Millionen Euro (0,60 Euro je Aktie) und Vortrag des verbleibenden Betrags von fast 64.000 Euro auf neue Rechnung.

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