Der Kulmbacher Ausbildungspreis , der jährlich vom Netzwerk SchuleWirtschaft in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Rundschau und dem Landkreis Kulmbach verliehen wird, ist zu einer festen Größe in der Region geworden. Nun steht die nächste Ausgabe an. Was macht ein gutes Ausbildungsunternehmen ganz generell aus? Wir stellen die Gewinner der vergangenen Ausgabe vor.
1000 Mitarbeitende am Standort Kulmbach, davon im Jahr 60 bis 80 Auszubildende: Ein kleiner Ausbildungsbetrieb ist die Ireks nicht. Auch in Sachen Qualität scheint hier einiges zu passen: Beim Ausbildungspreis 2025 unter dem Motto "Generationen verbinden – Zukunft sichern: Unser Erfolgsrezept für die Ausbildung" hat sich das Unternehmen den ersten Platz gesichert.
Also: Was macht die Ireks so richtig, wie verbindet man dort Generationen?
Großer Erfahrungsschatz, neue Herangehensweisen
"Grundsätzlich achten wir bei Ireks sehr darauf, dass der Mensch im Mittelpunkt steht", erklärt Ausbildungsleiterin Nicole Gradl.
Von langfristigen Mitarbeitenden, die 40 Jahre und mehr im Unternehmen sind und kurz vor der Rente stehen, bis hin zu jungen Menschen, die gerade ins Berufsleben starten: Bei der Ireks treffen unterschiedliche Generationen aufeinander. "Diese Vielfalt ist eine große Stärke."
Diana Stüllein-Ott, stellvertretende Personalleiterin, ergänzt: "Die Älteren haben einen unheimlichen Erfahrungsschatz, die Jüngeren hingegen gehen ganz anders an Aufgaben heran, sind Digital Natives. Das zu kombinieren, ist immer spannend, gelingt aber sehr gut."
Netzwerken, netzwerken, netzwerken
Kim Herold war eine der Auszubildenden, die im vergangenen Jahr abgeräumt hatten. Mittlerweile ist sie gelernte Industriekauffrau – und wurde übernommen.
Warum hat sie sich für eine Ausbildung bei Ireks entschieden?
"Als Azubi ist man von Anfang an Teil des Teams und findet schnell Anschluss", antwortet sie. Interner Werksunterricht, Azubi-Stammtisch, Azubi-Grillen: Es gibt viele Anknüpfungspunkte für die Lehrlinge – untereinander, aber auch mit anderen Mitarbeitenden.
"Außerdem ist die Ausbildung sehr abwechslungsreich, da wir alle zwei Monate die Abteilung wechseln und so verschiedene Eindrücke aus unterschiedlichen Abteilungen bekommen", berichtet sie weiter. Positiver Nebeneffekt: Die Auszubildenden bauen sich so ein Netzwerk auf, auf das sie später noch zurückgreifen können.
"Wir haben viel Zeit ins Onboarding der Azubis investiert", ergänzt Nicole Gradl. Zum Auftakt am 1. September dürften die Neuen zum Beispiel zwei Begleitpersonen mitbringen, um mit einem guten Gefühl zu starten.
Ein Keks, der das Beste der Generationen vereint
Zusammen sein und Zusammen halten, das sind Motive, mit denen das Ireks-Team auch bei der Präsentation zum Ausbildungspreis 2025 gespielt hat. Damals haben sie einen "Generationen-Cookie" gereicht, der die wichtigsten Zutaten enthält: von 250 Gramm Pflichtbewusstsein über 100 Gramm Effizienz und einem Schuss Teamgeist bis hin zu 200 Gramm Nachhaltigkeit, wie die Verantwortlichen bei der Präsentation erklärten.
"Für uns war der Preis eine besondere Gelegenheit, einem fachkundigen Publikum unsere Ausbildung zu präsentieren und gleichzeitig das Familiäre, den Zusammenhalt bei uns zu zeigen", berichtet Stüllein-Ott.
Stichwort Zusammenhalt: "Pi mal Daumen" 50 Ireks-Mitarbeitende, vom Nachwuchs über Abteilungsleiter bis hin zu Prokuristen unterstützten die Azubis vom Publikum aus – wohlgemerkt außerhalb der Arbeitszeit . "Das war ein absolutes Gemeinschaftserlebnis."
Nicht nur Fachwissen, auch soziales Engagement
Das Preisgeld, 750 Euro, haben die Azubis an das Rehbergheim und die Geschwister-Gummi-Stiftung gespendet, die Ireks verdoppelte diese Summe nochmal. "Wir legen großen Wert auf soziales Engagement und dass unser Nachwuchs auch mal über den Tellerrand hinausblickt", erklärt Stüllein-Ott. Die Organisation, von der Auswahl der Empfänger bis zum Verpacken der Spenden, haben die Auszubildenden übernommen.
Ausbildungs-Ziel: Übernahme
60 bis 80 Personen, über die drei Ausbildungsjahre verteilt, hat die Ireks laut Diana Stüllein-Ott immer. Das Ziel: den Nachwuchs langfristig an das Familienunternehmen binden. "Wir investieren viel Zeit und Aufwand in den Auswahlprozess und nehmen dann wirklich die Bewerber, mit denen wir uns eine Zukunft vorstellen können."
Am Ende der Ausbildung versuche man, die nun Ausgelernten auf einen Platz zu setzen, der zu ihnen passt und an dem sie sich bestmöglich weiterentwickeln können.
Wer die Ausbildung meistert, hat also gute Chancen, zu bleiben. Viele Unternehmen tun sich mittlerweile aber schwer, überhaupt Auszubildende zu finden. Wie ist die Lage bei der Ireks?
"Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, dass es nicht schwieriger als noch vor ein paar Jahren ist, Azubis zu finden. Nichtsdestotrotz sind wir in der glücklichen Lage, noch gute Bewerberzahlen haben", erklärt Stüllein-Ott. Bei manchen Berufen falle es leichter, Bewerber zu finden, bei exotischeren Jobs wie Müller könne es schon mal etwas schwieriger werden.
Bei der neuen Ausgabe des Ausbildungspreises will Ireks wieder teilnehmen. Das Motto in diesem Jahr: "Ankommen. Durchstarten. Bleiben. Unser Erfolgsrezept für die nachhaltige Integration neuer Auszubildender". Diana Stüllein-Ott verrät: "Die nachfolgende Generation arbeitet schon am nächsten Ausbildungspreis. Da merkt man schon einen gewissen Ehrgeiz, aber auch Kreativität und Spaß an der Sache."
Lesen Sie außerdem:













