Im Herbst bedeckt eine bunte Blätterdecke den Boden und viele Gartenbesitzer fragen sich, wie sie damit umgehen sollen. Das Laub einfach liegen zu lassen, könnte theoretisch dazu führen, dass es sich im Laufe der Jahre meterhoch auftürmt.
Doch in der Natur passiert das nicht – die Blätter werden nach und nach zersetzt. Der natürliche Abbauprozess, der sowohl dem Boden als auch den Pflanzen zugutekommt, beginnt schon lange, bevor die Blätter auf den Boden fallen.
Der Zersetzungsprozess beginnt schon am Baum
Bereits während die Blätter noch am Baum hängen, starten Bakterien und Pilze mit der Zersetzung. Diese Mikroorganismen bereiten das Laub auf seinen späteren Abbau am Boden vor.
Sobald die Blätter zu Boden fallen, setzt sich dieser Prozess fort – und jetzt kommen noch viele weitere Bodenlebewesen ins Spiel. Käfer, Asseln, Milben, Schnecken, Tausendfüßer und Würmer arbeiten fleißig daran, das Laub zu zerkleinern und aufzuspalten. Ihre Stoffwechselprodukte sowie schwer verdauliche Bestandteile wie Lignin, das den Pflanzenzellen Stabilität verleiht, werden schrittweise von Pilzen und Bakterien abgebaut.
Das goldene Endprodukt der Zersetzung
Im Laufe dieses Zersetzungsprozesses entstehen Huminstoffe, die sich zu wertvollem Humus im Boden verwandeln. Humus spielt eine zentrale Rolle in der Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen. Er liefert nicht nur Nährstoffe, sondern verbessert auch die Struktur und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Ein gut durchmischter, humusreicher Boden speichert mehr Wasser und bleibt länger feucht – ein entscheidender Vorteil in heißen Sommern.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Pflanzen direkt gedüngt werden müssen. In Wahrheit ist es das Bodenleben, das "gefüttert" werden muss. Die Mikroorganismen im Boden wandeln organisches Material in pflanzenverfügbare Nährstoffe um. Wenn Sie den Boden richtig pflegen, unterstützen Sie damit die Lebewesen, die das Nährstoffgleichgewicht für Ihre Pflanzen herstellen. Es ist also indirekt eine Form des Düngens, wenn Sie dafür sorgen, dass der Boden ausreichend organisches Material zum Zersetzen erhält.
Gartenabfälle sinnvoll nutzen
Eine besonders effektive Methode, um die natürlichen Abbauprozesse zu unterstützen, ist die sogenannte Flächenkompostierung. Hierbei können Sie Gartenabfälle im Herbst direkt auf leere Beete ausbringen. Diese Methode eignet sich besonders für Beete, die erst im kommenden Frühjahr bepflanzt werden sollen. Starkzehrer wie Kürbisse oder Zucchini, die ab Mai gesetzt werden, profitieren enorm von der so vorbereiteten Fläche.
Verteilen Sie die Gartenabfälle gleichmäßig auf dem Beet und lassen Sie sie dort den Winter über liegen. Kurz vor der neuen Gartensaison entfernen Sie alle groben, unverrotteten Teile oder bedecken das Beet einfach mit frischer Erde. So entsteht eine natürliche Nährstoffquelle, die gleichzeitig das Bodenleben aktiviert. Eine kleine Erhöhung des Beets, ähnlich einem Hügelbeet, kann zusätzlichen Nutzen bringen, indem es den Boden besser vor Staunässe schützt und die Durchlüftung fördert.
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