Basketball
Brose feiert ersten Sieg über Spitzenteam
Patrick Heckmann jubelt nach dem Sieg über die Oldenburger gemeinsam mit den Fans.
Patrick Heckmann jubelt nach dem Sieg über die Oldenburger gemeinsam mit den Fans.
Daniel Löb
Peter Seidel von Peter Seidel Fränkischer Tag
Bamberg – Die Bamberger ringen die EWE Baskets Oldenburg mit 89:78 nieder. Nach dem dritten Sieg in Folge sind die Play-off-Ränge in Reichweite.

Schon vor Spielbeginn feierten die Fans von Brose Bamberg eine Party, der sich nach der Schlusssirene auch die Mannschaft anschloss. Im ersten Heimspiel des Jahres bezwang die Mannschaft von Trainer Oren Amiel am Samstag vor 4073 Zuschauern in der Brose-Arena die EWE Baskets Oldenburg mit 89:78 (49:40) und landete damit den dritten Sieg in der Bundesliga in Folge. Mit dem Tabellenvierten bezwangen die Bamberger erstmals in dieser Saison ein Spitzenteam. Und ebenfalls zum ersten Mal in dieser Spielzeit haben sie sich an einen Play-off-Rang herangepirscht.

Die Hausherren verdienten sich den Erfolg nicht nur wegen ihrer starken Dreierquote von 44 Prozent. Sie überzeugten diesmal vor allem in der Defensive und ließen sich ihren Vorsprung trotz sieben Ballverlusten im letzten Viertel nicht mehr nehmen. „Wir alle wissen, wofür der Oldenburger Basketball steht. Sie spielen immer mit viel Intensität. Das haben wir heute aber auch gemacht und hatten am Ende sogar mehr Power als sie. Es war wichtig zu sehen, dass wir auf diesem Niveau mitspielen können“, sagte Amiel nach der auf gutem Niveau stehenden Partie. In die Karten spielte den Bambergern auch, dass den Gäste mit Tanner Leissner ein Leistungsträger fehlte und der Ex-Bamberger Bennet Hundt (Augenverletzung) ebenfalls nicht mit von der Partie war.

Bundesliga

Brose Bamberg – EWE Baskets Oldenburg 89:78

(20:17, 29:23, 21:19, 19:19)

Die Partie gegen die Niedersachsen stand ganz im Zeichen des ersten Bundesliga-Aufstiegs der Basketballer in der Saison 1969/70. Pandemiebedingt konnte das Jubiläum vor zwei Jahren nicht gefeiert werden und wurde am Samstag vor der Partie mit einer sehenswerten Choreographie im Fanblock nachträglich zelebriert. Sechs der damaligen Aufstiegshelden und Trainer Pablo Hartmann waren in der Brose-Arena zu Gast und sahen, wie ihre Nachfolger im Bamberger Trikot an beiden Enden des Feldes eine reife Leistung zeigten.

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Dabei waren die Hausherren zu Beginn alles andere als auf Betriebstemperatur. Die ersten sechs Würfe verfehlten allesamt das Ziel. Glück hatten sie, dass sich ihr Gegner nicht viel besser anstellte. Die EWE Baskets trafen nur einen ihrer ersten sechs Würfe. Die Gäste fanden eher zu ihrem Spiel, konnten sich aber nicht absetzen. Das lag daran, dass die Hausherren mindestens ebenso intensiv verteidigten wir der Kontrahent. Fünf Ballgewinne verzeichneten sie im ersten Viertel. Zwei Minuten vor Ende des Abschnitts platzte dann auch bei den Oberfranken offensiv der Knoten. Nach zwei Freiwurfpunkten von Jaromir Bohacik fanden Dreier von Amir Bell, Spencer Reaves und Gerel Simmons ihr Ziel, so dass die Bamberger binnen 120 Sekunden ihre Punktausbeute verdoppelt hatten und mit 20:17 vorne lagen.

Mit einer aufwändigen Choreographie feierten die Brose-Fans das 50. Jubiläum des ersten Aufstieg der Bamberger Basketballer in die Bundesliga.
Mit einer aufwändigen Choreographie feierten die Brose-Fans das 50. Jubiläum des ersten Aufstieg der Bamberger Basketballer in die Bundesliga.
Daniel Löb

Das Brose-Motor hatte nun seine Betriebstemperatur erreicht und lief im zweiten Spielabschnitt phasenweise heiß. Patrick Miller punktete mehrmals, indem er beherzt zum Korb zog, Christian Sengfelder traf zweimal in Folge aus der Distanz. Da die Dreierquote bei den Bambergern über 40 Prozent blieb, setzten sie sich erstmals zweistellig ab (39:29, 17. Minute). 29 Punkte gelangen ihnen im zweiten Viertel. Während die Bamberger bis dahin eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigten (zur Pause hatten sich bereits alle Spieler in die Korbschützenliste eingetragen), blieben die favorisierten Oldenburger hinter den Erwartungen zurück. Vor allem Aufbauspieler DeWayne Russell enttäuschte bis dahin mit nur fünf Punkten und vier Ballverlusten.

Die 15-minütige Pause brachten die Bamberger aus dem Rhythmus. In den ersten vier Minuten des dritten Viertels trafen sie kein einziges Mal aus dem Feld heraus und verbuchten nur zwei Punkte durch Freiwürfe. Die Niedersachsen schoben sich immer näher heran. Die Partie drohte zu kippen, weil die Bamberger es oft versuchten, ihr Glück mit Einzelaktionen zu erzwingen, was nur selten gelang. Da die Defensive aber stabil blieb und die Gastgeber ihrem Gegner auch kaum Offensivrebounds gestatteten, behielten sie die Nase vorne. Als Patrick Heckmann und Solomon Young dann zwei Dreier trafen, lagen die Hausherren nach dem dritten Abschnitt urplötzlich doch wieder zweistellig vorne (70:59).

Trotz eines schmerzhaften Zusammenpralls mit Max DiLeo im ersten Viertel biss der Bamberger Aufbauspieler Amir Bell (r.) auf die Zähne und bot eine starke Leistung.
Trotz eines schmerzhaften Zusammenpralls mit Max DiLeo im ersten Viertel biss der Bamberger Aufbauspieler Amir Bell (r.) auf die Zähne und bot eine starke Leistung.
Daniel Löb

Die Partie war damit aber längst nicht entschieden. Auf Seiten der Hausherren häuften sich nun die Ballverluste, die sich auch die beiden bis dahin starken Aufbauspieler Miller und Bell leisteten. Oldenburg war defensiv nun hellwach und kam auf vier Punkte heran (80:76, 36.). Ein Dreier von Sengfelder und ein Hakenwurf von Heckmann verschaffte Brose in dieser kritischen Phase Luft. Obwohl die „Donnervögel“ weiter aggressiv verteidigten, behielten die Bamberger die Nerven und verließen als verdienter Sieger das Parkett.

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Amir Bell hatte eine hundertprozentige Trefferquote zu Buche stehen. Jeweils zwei Würfe aus dem Zweier- und Dreierbereich sowie zwei Freiwürfe fanden ihr Ziel. Zu seinen zwölf Punkten gesellten sich noch fünf Assists, zwei Rebounds und zwei Ballgewinne, was einen Effektivitätswert von 18 ergab. Damit war der Aufbauspieler zweitbester Bamberger.

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