Basketball
Brose hält mit den Bayern lange mit
Augustine Rubit  (l.) war mit 23 Punkten bester Korbschütze. Den Münchner Power Forward konnte Brose-Kapitän Christian Sengfelder nur selten vor sich halten.
Augustine Rubit (l.) war mit 23 Punkten bester Korbschütze. Den Münchner Power Forward konnte Brose-Kapitän Christian Sengfelder nur selten vor sich halten.
Daniel Löb
Peter Seidel von Peter Seidel Fränkischer Tag
Bamberg – Die Bamberger verlieren ihr Heimspiel gegen den FC Bayern München zwar mit 87:94, zeigen aber eine gute Leistung. Die Fans in der ausverkauften Brose-Arena sehen ein kurzweiliges Spiel.

Erstmals seit drei Jahren war die Brose-Arena wieder ausverkauft, und keiner der 6150 Zuschauer brauchte sein Kommen am Sonntagabend zu bereuen. Die Basketballer von Brose Bamberg und dem FC Bayern München boten sich ein packendes Südderby, das die Gäste mit 94:87 (43:51) für sich entschieden. Die Oberfranken lieferten ihrem favorisierten Gegner aber bis in die Schlussphase hinein einen packenden Kampf.

„Wir haben gegen den bislang stärksten Gegner gespielt, was Talent, Können und Physis angeht. Aber wir haben lange mitgehalten. Es gab Phasen, da hätten die Münchner auf 20 Punkte wegziehen können, aber das haben meine Spieler nicht zugelassen“, sagte Brose-Trainer Oren Amiel. Vom Achtungserfolg kann sich seine Mannschaft aber nichts kaufen. Nach der zweiten Heimniederlage in Folge ging es tabellarisch wieder runter auf Bundesliga-Platz 12.

Bundesliga

Brose Bamberg – FC Bayern München 87:94

(26:30, 17:21, 21:24, 23:19)

Beide Mannschaften begegneten sich zu Beginn mit offenem Visier. Den Verteidigungsreihen flogen die Bälle nur so um die Ohren. In den ersten drei Minuten sahen die Zuschauer in Summe 25 Punkte, wobei fast jeder zweite Korb aus einem Dreier resultierte. Besonders die Bamberger waren zunächst aus der Distanz treffsicher. Fünf Dreier bei sieben Versuchen fanden im ersten Viertel den Weg in den Korb, wobei Kevin Wohlrath zweimal erfolgreich war.

Die Bayern versuchten in der Folge dagegen vermehrt, unter dem Korb zum Erfolg zu kommen. Das schafften sie auch, weil sie durch gute Ballbewegung zu freien Würfen kamen. Neun Assists standen bei den Gästen schon nach den ersten zehn Minuten zu Buche.

Fans sind sauer auf die Schiedsrichter

Zu Beginn des zweiten Abschnitts standen beiden Verteidigungsreihen besser. Insbesondere die durch die Euroleague gestählten Bayern attackierten ihre Gegner nun physischer, was die Brose-Fans immer mehr in Rage brachte. Die Bamberger verloren offensiv etwas ihren Rhythmus. Bei den Bayern drehte Augustine Rubit auf, den Christian Sengfelder überhaupt nicht in den Griff bekam. Auch offensiv lief das Spiel am Brose-Kapitän lange vorbei.

Eineinhalb Minuten vor der Pause führten die Gäste erstmals zweistellig (49:39), doch Patrick Miller – neben dem starken Solomon Young auffälligster Bamberger – drückte den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich.

Mit einem Pfeifkonzert wurden die Schiedsrichter von den Brose-Anhängern in die Kabine verabschiedet, nachdem sie ein Foul an Young nicht geahndet hatten. Dies hatte Trainer Amiel so in Rage gebracht, dass er sich ein technisches Foul einhandelte. Für Zündstoff für die zweite Halbzeit war also gesorgt.

Lesen Sie auch:

In dieser sollte es in der Brose-Arena noch mehr brodeln. Zweimal kamen die Bamberger bis auf einen Punkt heran, sie schafften es aber nicht, die Führung zu übernehmen. Immer wenn es brenzlig zu werden drohte, fanden die Münchner die passende Antwort, meist in Person von Aufbauspieler Cassius Winston. Dessen Pendant auf dem Feld, Amir Bell, traf dagegen in dieser Phase einige falsche Entscheidungen. Bamberger Ballverluste und Fehlwürfe nutzten die Münchner gnadenlos aus, um sich bis zum Ende des dritten Viertels auf elf Punkte abzusetzen (64:75).

Trinchieri: Highspeed-Basketball

Wenig später waren es sogar 16 Zähler Differenz, aber die Bamberger kämpften sich – angetrieben von ihren Fans – noch einmal bis auf 79:84 heran (38. Minute). Dann vergaben aber Sengfelder, Miller und Patrick Heckmann freie Würfe und verpassten es so, den Druck auf die Bayern zu erhöhen. Daher brachten die Gäste ihren Vorsprung über die Zeit. „Wir haben eine gute Einstellung gezeigt und unseren Job solide erledigt. Phasenweise war das Highspeed-Basketball, der den Zuschauern sicher Spaß gemacht hat“, sagte Bayern-Coach Andrea Trincheri nach der sehenswerten Partie.

Lesen Sie auch:

Spieler des Spiels

Solomon Young kam mit 15 Punkten und zwölf Rebounds erstmals in dieser Saison auf ein „Double-Double.“ Der Center traf allerdings nur sechs seiner 14 Würfe (Quote 43 Prozent), darunter drei Dreier bei neun Versuchen. Als einziger Bamberger hatte er einen positiven Plus/Minus-Wert (+1) auf dem Statistikbogen.

Lesen Sie auch:

Der Brose-Newsletter

Die Sportredaktion wirft einen persönlichen Blick auf die Woche von Brose Bamberg und sendet Ihnen freitags um 12 Uhr die wichtigsten Neuigkeiten rund um das Team.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: