Basketball
Katastrophales drittes Viertel von Brose Bamberg
Der Weißenfelser Kostja Mushidi setzt sich unter dem Korb gegen Brose-Kapitän Christian Sengfelder durch; rechts der Bamberger Center Gabriel Chachashvili.
Der Weißenfelser Kostja Mushidi setzt sich unter dem Korb gegen Brose-Kapitän Christian Sengfelder durch; rechts der Bamberger Center Gabriel Chachashvili.
Daniel Löb
Peter Seidel von Peter Seidel Fränkischer Tag
Bamberg – Brose Bamberg kassiert gegen den Mitteldeutschen BC im dritten Spielabschnitt 35 Punkte und verliert die Partie mit 90:98. Mit dem verletzten Aufbauspieler Patrick Miller fehlt die ordnende Hand.

Eine Niederlage von historischem Ausmaß kassierten die Basketballer von Brose Bamberg am Sonntagnachmittag vor 4837 Zuschauern in heimischer Halle. Nach 20 Siegen am Stück mussten sie sich dem Mitteldeutschen BC erstmals wieder geschlagen geben. Doch damit nicht genug: Den „Wölfen“ gelang der erste Sieg in Bamberg seit über 20 Jahren. Beim 96:86 am 21. Oktober 2001 hatten sie 96 Punkte erzielt, am Sonntag legten sie noch zwei Zähler drauf und verließen die Brose-Arena mit einem 98:90 (39:41)-Erfolg.

Damit beendeten die Gäste die Siegesserie der Oberfranken, die nach wettbewerbsübergreifend fünf Erfolgen hintereinander wieder eine Niederlage hinnehmen mussten, durch die sie in der Bundesliga weiter im Tabellenkeller dümpeln. Das Fehlen des verletzten Aufbauspielers Patrick Miller (Leistenprobleme) wollte Brose-Trainer Oren Amiel nicht als Entschuldigung gelten lassen. Vielmehr nahm der Israeli die Niederlage ein Stück weit auf seine Kappe. „Wenn ich einen Baseballschläger dabei hätte, würde ich mir damit selbst auf den Kopf schlagen. Ich hätte die Verteidigung viel eher ändern müssen“, meinte Amiel. Erst nach 35 Minuten hatte er die an diesem Tag unzulängliche Manndeckung auf eine Zonenverteidigung umgestellt. Viel zu spät, um das Blatt noch wenden zu können.


Bundesliga

Brose Bamberg –Mitteldeutscher BC 90:98 

(22:17, 19:22, 20:35, 29:24)

Mit 21 Punkten lagen die Bamberger drei Minuten nach Beginn des letzten Viertels zurück, als Amiel eine Auszeit nahm und in der 33. Minute die Verteidigungsart änderte. Die Zonendeckung zeigte durchaus Wirkung, denn die Bamberger robbten sich bis zur Schlussminute noch einmal bis auf sieben Zähler heran, aber der Gästesieg geriet nicht mehr in Gefahr.

Spielentscheidend war das dritte Viertel, in dem die Bamberger große Defizite in der Offensive offenbarten und 35 Punkte kassierten. In diesem Abschnitt schlossen die Gäste fast jeden Angriff erfolgreich ab und punkteten sowohl aus der Distanz als auch unter dem Korb, teilweise nach Belieben. „An dieser Niederlage sind wir selbst schuld. Wir haben auf dem Feld nicht gut kommuniziert und es zugelassen, dass der Gegner Selbstvertrauen tanken konnte“, meinte Kevin Wohlrath, mit 18 Punkten bester Bamberger Korbschütze.

Lesen Sie auch:

Amiel konkretisierte: „Am Ende des Tages hängt alles von der individuellen Verteidigung ab. Du musst deinen Gegenspieler vor dir halten. Die Weißenfelser haben uns aber zu einfach geschlagen, und als der erste Dominostein gefallen ist, ist unsere Verteidigung kollabiert.“

Insbesondere Kris Clyburn, mit 22 Punkten bester Werfer der Gäste, zog ein ums andere Mal erfolgreich zum Korb, und nach anfänglichen Schwierigkeiten trafen die Mitteldeutschen auch von jenseits der 6,75-Meter-Linie zuverlässig. Mit 48 Prozent wiesen sie eine sehr gute Dreierquote auf. „Wir haben am Maximum gespielt und teilweise auch ein bisschen drüber“, sagte Gästecoach Igor Jovovic, der ein homogenes Team auf dem Feld stehen hatte, in dem neben Clyburn auch Neuzugang Mitchell Ballock (vier Dreier) und Center Martin Breunig (16 Punkte/6 Rebounds) Akzente setzten.

Hunderte Plüschtiere in allen Größen und Farben flogen beim „Teddybear Toss“  nach dem ersten Korberfolg der Bamberger –  einem Halbdistanzwurf von Amir Bell – auf das Parkett der Brose-Arena.
Hunderte Plüschtiere in allen Größen und Farben flogen beim „Teddybear Toss“ nach dem ersten Korberfolg der Bamberger – einem Halbdistanzwurf von Amir Bell – auf das Parkett der Brose-Arena.
Daniel Löb

Bis auf Christian Sengfelder, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, trafen auch die Bamberger aus der Distanz ordentlich, Center Solomon Young gar dreimal. Ihre übrigen statistischen Werte verbesserten sie jedoch erst bei der vermeintlichen Aufholjagd. Bestes Beispiel: Center Gabriel Chachashvili warf unter dem Korb dreimal in Folge während eines Angriffs daneben, kam am Ende aber noch auf 14 Punkte, vier Rebounds und vier Assists.

In Abwesenheit von Miller lastete im Spielaufbau viel Verantwortung auf Amir Bell (13 Punkte/7 Assists), die dieser aber nur teilweise gerecht wurde, denn das Bamberger Angriffsspiel war phasenweise zäh.

Ob Miller, der sich im Training verletzt hatte, am Mittwoch wieder zur Verfügung steht, wenn die Brose-Basketballer zum Auftakt der Zwischenrunde des Fiba-Europe-Cups  das rumänische Spitzenteam aus Oradea empfangen, ist nach Angaben von Amiel noch offen. Dem Spiel der Bamberger würde das guttun, denn mit dem nachverpflichteten Miller im Team sind sie noch unbesiegt.

Ohne ihren neuen Aufbauspieler sind sie am Sonntagnachmittag prompt in alte Muster verfallen und haben sich im dritten Viertel einen folgenschweren Blackout geleistet, der ihnen den Sieg gekostet hat.

Die Statistik

Brose Bamberg:  Wohlrath (18 Punkte/4 Dreier), Chachashvili (14/1), Bell (13), Heckmann (12/1), Bohacik (12/2), Young (11/3), Reaves (8/2), Sengfelder (2)


Mitteldeutscher BC: Clyburn  (22 Punkte/3 Dreier), Breunig (16), Ballock (15/4), Callison (15/1), Mushidi (12/3), Bryant (9), Darden (6), Jelks (3/1), Caisin, Ihring

Lesen Sie auch:

Der Brose-Newsletter

Die Sportredaktion wirft einen persönlichen Blick auf die Woche von Brose Bamberg und sendet Ihnen freitags um 12 Uhr die wichtigsten Neuigkeiten rund um das Team.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: