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Talfahrt des FC Coburg
Kühnlenz verblüfft nach FCC-Klatsche: "Trend geht nach oben"
Im Zwiegespräch: Die Coburger Trainer Calle Schiebel und Fritz Kühnlenz.
Im Zwiegespräch: Die Coburger Trainer Calle Schiebel und Fritz Kühnlenz. // Archiv/Hagen Lehmann
Coburg/Neumarkt i. d. Oberpfalz – Der FC Coburg verliert in Neumarkt "nur noch" mit fünf Toren Unterschied. Co-Trainer Fritz Kühnlenz findet nach der neuerlichen Klatsche beim Bayernliga-Herbstmeister trotzdem noch positive Worte für seine Mannschaft.

An dieser Niederlage gab es eigentlich nichts schönzureden. Der FC Coburg ging zum dritten Mal in Folge in einem Bayernliga-Spiel unter. Nach dem 1:7 in Ingolstadt und dem 0:6 gegen Weiden setzte es nun ein 0:5 bei Tabellenführer und Herbstmeister ASV Neumarkt. Co-Trainer Fritz Kühnlenz versuchte sich im Anschluss trotzdem im Schönreden der neuerlichen Klatsche.

„Die Tendenz geht auf jeden Fall nach oben, auch bei einem 5:0. Auch, wenn das richtig scheiße klingt. Wir werden die Jungs jetzt aber nicht an den Pranger stellen. Sie haben alles reingehauen, die Einstellung war top“, sagt Kühnlenz. Doch alles reinhauen, das scheint derzeit nicht zu reichen für die Bayernliga. Immerhin, statt sechs Tore betrug der Unterschied aus Coburger Sicht diesmal „nur“ fünf Tore. 

Doch Kühnlenz merkt an: „Heute ist einfach alles komplett gegen uns gelaufen.“ Und das schon sehr früh. Kurz nach dem frühen 1:0 der Gastgeber in Folge eines „komplett im Tiefschlaf“ (Zitat Kühnlenz) befindlichen FCC zog René Knie gefährlich aus 20 Metern ab. Der Ball prallte vom Pfosten zurück ins Feld. Wenige Minuten später stand es nach einem „doppelt abgefälschten Ei ins kurze Eck“ dann schon 2:0 für die Neumarkter und das Unheil schien seinen Lauf zu nehmen.

Doch die Neumarkter schalteten einen Gang zurück, überließen den Coburgern die Mehrheit der Spielanteile, und so kamen die Gäste auch zu Abschlüssen. Das stieß ASV-Trainer Sven Zurawka sauer auf: „In der Halbzeit sind wir ein wenig lauter geworden. Nach dem 2:0 war es von uns nicht mehr gut bis zur Halbzeit, da hatte Coburg dann auch ein, zwei Chancen.“ 

Kühnlenz: Nach dem 3:0 war das Spiel ziemlich durch

„Da war auch ein Brett dabei, wo wir Glück haben, dass wir einen guten Keeper hinten drin stehen haben. Sonst wäre der Anschlusstreffer gefallen“, hält er fest. Die Coburger schöpften in dieser Phase Hoffnung, deutet Kühnlenz an: „Bis zur Halbzeit waren wir gut drin. Ich denke, da war es ein ausgeglichenes Spiel, und nach der Halbzeit auch. Wir kommen gut raus, haben eine Hundertprozentige von Ricky König mit dem Kopf.“ Doch dann folgte der nächste Nackenschlag.

Ein langer Ball hebelte die Abwehr der Vestekicker aus, und der ASV erzielte das 3:0. „Danach war es dann ziemlich durch“, meint Kühnlenz, doch seine Schützlinge boten noch gut eine Viertelstunde Gegenwehr und kamen nochmals zu Chancen. Nach dem Elfmetertor zum 4:0 war die Luft bei den Coburgern endgültig raus. Und auch hier kam alles Negative zusammen.

Denn die Coburger reklamierten kurz vor dem vierten Treffer selbst auf Handelfmeter, doch diesen verweigerte ihnen Schiedsrichter Maximilian Hafeneder. Trainer Calle Schiebel beschwerte sich derart heftig, dass er die Rote Karte sah. Kühnlenz: „Ein klarer Elfer, offensichtlicher geht es gar nicht. Der Schiedsrichter steht zwei Meter daneben, die Hand ist klar vom Körper weg. Dann stünde es 3:1 und man kann vielleicht nochmal Energie schöpfen.“ 

Neumarkt-Trainer: Wollen noch möglichst schnell zehn Punkte sammeln

So aber stand es am Ende 0:5 aus Coburger Sicht. „Das frühe 3:0 in der zweiten Halbzeit war sehr wichtig für uns“, sagt Zurawka. „Und in den letzten 20 Minuten haben wir den Sieg sehr souverän nach Hause gebracht, haben wenig zugelassen, und am Ende war es ein verdienter Sieg.“ Die Neumarkter schließen die Hinrunde damit als Herbstmeister ab, mit 33 Punkten aus 16 Spielen.

Der Neumarkter Trainer tritt trotzdem entschieden auf die Bremse: „Wir wollten erst einmal genug Punkte sammeln für den Klassenerhalt. Da sind noch zehn Punkte offen, und die wollen wir schnellstmöglich holen, und dann können wir uns über andere Ziele unterhalten.“

Die Coburger dagegen müssen die Negativserie unbedingt stoppen, wollen sie den direkten Klassenerhalt schaffen. „Jetzt müssen wir es das nächste Mal im Derby richten“, blickt Kühnlenz schon auf das Duell am kommenden Wochenende bei Eintracht Bamberg voraus. Eines ist sicher: „Es wird keine Straftrainings geben. Ich glaube, das wäre kontraproduktiv. Wir müssen einfach als Team zusammenbleiben und schauen, dass wir die Trendwende endlich schaffen.“

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