Fußball
Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt
Mit seinem zweiten Saisontreffer rettete Markus Ziereis (Zweiter von rechts) der SpVgg Bayreuth einen Punkt beim VfB Oldenburg.
Mit seinem zweiten Saisontreffer rettete Markus Ziereis (Zweiter von rechts) der SpVgg Bayreuth einen Punkt beim VfB Oldenburg.
Foto: Eibner/Fabian Steffens
Jannik Reutlinger von Jannik Reutlinger Fränkischer Tag
Oldenburg in Oldenburg – Nach einer schwachen ersten Halbzeit verdient sich die SpVgg Bayreuth beim VfB Oldenburg den ersten Auswärtspunkt in der 3. Liga.

Ein Spiel dauert 90 Minuten – aus Sicht der SpVgg Bayreuth muss man sagen: zum Glück. Wäre im Aufsteigerduell beim VfB Oldenburg nach einer Halbzeit Schluss gewesen, hätten die Altstädter den Platz verdientermaßen als Verlierer verlassen. Der bis dahin sehr passive Auftritt der Mannschaft von Trainer Thomas Kleine war nicht drittligawürdig.

Doch dank einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt fuhren die Bayreuther ihren ersten Auswärtspunkt der laufenden Saison ein. „Die Jungs haben gesehen, dass harte Arbeit belohnt wird“, sagte Kleine bei Magentasport. „Für den Kopf hilft der Punkt definitiv weiter.“

3. Liga

VfB Oldenburg – SpVgg Bayreuth 1:1 (1:0)

Das 0:6 gegen Saarbrücken habe man „knallhart analysiert“, wie Kleine im Vorfeld der Partie sagte. Ihre Lehren haben die Bayreuther daraus offenbar nicht gezogen oder aber schnell wieder vergessen. Zumindest erinnerte die Leistung in den ersten 45 Minuten stark an den Heimauftritt vor einer Woche.

Nach ordentlichen fünf Minuten wurden die Bayreuther zunehmend passiver. Sie überließen den Oldenburgern das Feld und ließen diese weitgehend ungestört kombinieren. Der Altstädter Plan, auf Konter zu setzen, ging überhaupt nicht auf. Das hohe Pressing der Heimelf machte den Oberfranken zu schaffen.

Verdiente Führung für den VfB Oldenburg

So war der Führungstreffer nach einer knappen halben Stunde keine Überraschung, auch wenn sich bis dahin die Torraumszenen an einer Hand abzählen ließen. Begünstigt wurde das 1:0 allerdings durch die Lethargie der Bayreuther.

Ein Chipball über die Abwehr genügte, um Manfred Starke in Position zu bringen. Seinen Versuch konnte SpVgg-Torwart Sebastian Kolbe nicht entscheidend abwehren, so dass Max Wegner den Ball nur noch ins Tor grätschen musste (28.).

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Wer dachte, dass die Altstädter nun aufwachen würden, sah sich getäuscht. Der Rückstand löste vielmehr Verunsicherung bei den Bayreuthern aus. Folglich häuften sich die VfB-Chancen. Ein Freistoß von Kamer Krasniqi rauschte nur knapp am Tor vorbei, Starke setzte eine Wegner-Hereingabe wenige Zentimeter neben den Pfosten.

Die Oberfranken hatten ihre beste Aktion kurz vor der Pause, als Tim Latteier aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf. Insgesamt kam von der SpVgg jedoch viel zu wenig. „Wir haben ein paar taktische Dinge angesprochen. Das war auch wichtig“, sagte Kleine hinterher über seiner Halbzeitansprache, die ihre Wirkung nicht verfehlte.

SpVgg Bayreuth steigert sich in Halbzeit 2

Seine Spieler präsentieren sich zweikampfstärker, standen deutlich höher und forcierten das Vertikalspiel. Allein in den ersten Minuten nach der Pause sprangen drei Abschlüsse heraus, die jedoch ihr Ziel noch verfehlten. Deutlich näher dran war Jann George, als dieser nach Vorarbeit von Benedikt Kirsch die Latte traf.

Die Bayreuther hatten da den Kampf endlich angenommen, mussten aber defensiv auf der Hut sein, um nicht den zweiten Gegentreffer zu kassieren. Die Niedersachsen blieben im Umschaltspiel gefährlich. Nach einem mustergültig vorgetragenen Konter knallte Patrick Möschl den Ball an den rechten Außenpfosten.

Kurz vor dem Ende belohnten sich dann aber doch die Altstädter für ihre Leistungssteigerung. Ebrima-Dominique Ndure verschätzte sich nach einem langen Ball, Markus Ziereis nahm diesen auf und netzte zum 1:1 ein (85.).

Bayreuth bekommt Elfmeter nicht

In den Schlussminuten waren die Bayreuther sogar tonangebend und sie hatten Pech, als nach einem Handspiel von Justin Plautz die Pfeife von Schiedsrichter Patrick Schwengers stumm blieb. „Ganz klares Handspiel“, urteilte Kleine hinterher anhand der Bilder. Recht bekam der SpVgg-Trainer vom DFB-Schiedsrichterbeobachter, wie Magentasport mitteilte.

Ärgerlich aus Sicht der Bayreuther, die dennoch mit dem Punkt leben können. „Jetzt arbeiten wir zwei Wochen konzentriert, denn dann wartet ein unglaubliches schweres Spiel gegen Dresden“, sagte Kleine.

Statistik des Spiels

VfB Oldenburg: Boevnik – Deichmann (82. Herbst), Steurer, Appiah, Ndure, Krasniqi, Starke (82. Adetula), Plautz, Möschl (75. Bookjans), Badjie (71. Schmidt), Wegner (75. Hasenhüttl).

SpVgg Bayreuth: Kolbe – Hemmerich, F. Weber (45. T. Weber), Eder, Lippert, Kirsch, Latteier (70. Stockinger), Heinrich (70. Ziereis), Andermatt (81. Fenninger), Nollenberger, George (87. George).

Schiedsrichter: Patrick Schwengers (Travemünde)

Zuschauer: 3544

Tore: 1:0 Max Wegner (28.), 1:1 Markus Ziereis (85.)

Tabelle der 3. Liga

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