Am 13. September beginnt die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio, die weltbesten Athleten tasten sich noch bei großen Meetings ab. Mitten im Geschehen ist Hammerwerfer Merlin Hummel, der in diesem Jahr dreimal die magische 80-Meter-Marke übertraf und sich beim Einzelwettkampf der europäischen Team-Meisterschaft in Madrid bis auf 81,27 Meter verbesserte.
Auf der einen Seite ist es aus trainingsmethodischer Sicht für einen jungen Athleten wie den Kulmbacher wichtig, Wochen vor der WM nochmal Intensität und Umfang im Training zu erhöhen, aber auch die Wettkampfpraxis gegen die Weltbesten nicht zu verlieren.
Dies gelang dem Kulmbacher nun bei zwei großen Meetings innerhalb von fünf Tagen sehr gut. Beim Hungarian Grand Prix in Budapest war in seiner Disziplin nahezu die gesamte Weltelite am Start.
Athletics Hungarian Grand Prix: Merlin Hummel liefert
Der Lokalmatador Bence Halasz legte mit 83,18 Metern eine neue Weltjahresbestweite vor und schlug damit Olympiasieger Ethan Katzberg (Kanada), der sein 7,26kg-schweres Sportgerät auf 81,88 Meter schleuderte.
Dritter in der ungarischen Hauptstadt wurde der Ukrainer Mykhaylo Kokhan mit 80,88 Meter. Dahinter reihte sich Merlin Hummel mit 79,01 Metern ein, vor dem Franzosen Yann Chaussinand (77,99) und dem fünffachen polnischen Weltmeister Pawel Fajdek (77,00).
Das Gold-Meeting in Budapest hatte übrigends seinen absoluten Höhepunkt durch den Schweden Armand Duplantis zu verzeichnen, der im Stabhochsprung mit 6,29 Metern seinen 13. Weltrekord in Folge ablieferte.
Von Ungarn nach Polen
Vier Tage später stand für Merlin Hummel das nächste hochrangige Event an. In Chorzow/Polen gab sich die Leichtathletikwelt beim Slesia-Meeting mit „Diamond League“-Status ein Stelldichein. In Schlesien konnte sich der Kulmbacher noch einen Tick besser innerhalb der absoluten Weltspitze seiner Disziplin verkaufen.
Wieder hatte der Ungar Halasz mit starken 81,77 Metern die Nase vorn. Rang zwei und drei trennte jedoch nur ein Wimpernschlag. Olympiasieger Katzberg lieferte 79,30 Meter ab, Hummel folgte auf Augenhöhe mit 79,16 Meter vor dem Olympia-Dritten Kokhan (77,98), Chaussinand (77,94) und dem heimischen Fajdek (76,84).
Durch seinen Podestplatz in der höchsten Meeting-Kategorie konnte Hummel im World-Ranking (Veröffentlichung immer Mitte der Woche) kräftig Sonderpunkte sammeln und scheint mit seinen konstanten Leistungen trotz hoher Trainingsbelastungen auf einem guten Weg Richtung Saisonhöhepunkt.
Feinschliff für Tokio
Nun geht es im Training nochmal richtig zur Sache. Eine sogenannte Wurfspitze mit hohem Umfang mit schweren Trainingsgeräten (8 bis 9 kg) steht an, bevor dann Richtung Tokio die Trainingsbelastung langsam heruntergefahren und mit leichteren Geräten (5,5 bis 6 kg) noch Spritzigkeit und Explosivität entwickelt werden soll. ms












