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Werfer-Europacup
Merlin Hummel: Sieg mit Deutschland
Der Kulmbacher Merlin Hummel belegte beim Werfer-Europacup in Nikosia auf Zypern Platz 5.
Der Kulmbacher Merlin Hummel belegte beim Werfer-Europacup in Nikosia auf Zypern Platz 5. // LOC
Nikosia/Kulmbach – Merlin Hummel hat mit der deutschen Nationalmannschaft den Werfer-Europacup auf Zypern gewonnen. Der Kulmbacher erzielte die vierbeste Weite seiner Karriere, hatte sich aber etwas mehr erhofft.

Beim Mannschafts-Europacup messen sich alljährlich im Frühjahr die besten Werfer und Stoßer Europas. Der Wettkampf fand nach einigen Jahren in Portugal nun erstmals in Nikosia auf Zypern statt und wird dort auch in den nächsten drei Jahren ausgetragen. Sehr zur Freude von Merlin Hummel, genoss er doch den fünftägigen Aufenthalt im Mittelmeerraum bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius in vollen Zügen. "Von solchen äußeren Bedingungen wie auf Zypern konnten wir in Portugal nur träumen, denn da mussten wir immer bei Regen und fünf Grad werfen." Nicht nur das Wetter machte Laune. Auch die Unterbringung genoss der 23-Jährige sehr. "Wir hatten ein schönes Hotel direkt am Strand und gute mediterrane Küche", sagt Hummel.

Ein perfekter Rahmen also für Spitzenleistungen. Die hatte sich Merlin Hummel auch nach starken Trainingsweiten und bemerkenswerten 76,38 Metern in seinem ersten Wettkampf 2025 erhofft. Zumal er diese Weite bei der Deutschen Winterwurfmeisterschaft in Halle bei werferunfreundlichen fünf Grad Celsius geschafft hatte.

Merlin Hummel reiste deshalb "mit dem Wissen an, dass ich weit werfen kann, wenn alles klappt". Doch der Start in den Wettkampf am Sonntagmittag lief alles andere als gut, denn seine ersten beiden Versuche waren ungültig. "Der Bundestrainer hat mir dann gesagt, ich sollte doch einen Sicherheitswurf machen, damit wir ein Ergebnis für die Teamwertung haben", verrät Hummel, der die Fehlversuche auf einen rutschigen Ring zurückführt, an den er sich erst anpassen musste.

Merlin Hummel im Kreis der besten Hammerwerfer Europas. Von links Mikhailo Kokhan (Ukraine/6.), Sieger Bence Halasz (Ungarn), Yann Chaussinand (Frankreich/4.), Merlin Hummel (5.), der Grieche Michail Anastaskis und der Norweger Thomas Mardal (3.)),
Merlin Hummel im Kreis der besten Hammerwerfer Europas. Von links Mikhailo Kokhan (Ukraine/6.), Sieger Bence Halasz (Ungarn), Yann Chaussinand (Frankreich/4.), Merlin Hummel (5.), der Grieche Michail Anastaskis und der Norweger Thomas Mardal (3.)), // LOC

Fünfter und 29 Startern

Sein dritter Wurf war dann zwar regelkonform, mit 74,17 Metern aber noch nicht wirklich weit. Im vierten steigerte sich der Kulmbacher auf 76,90 Meter, konnte sich aber in den beiden letzten Würfen (75,04 und 74,08) nicht mehr verbessern - Rang 5 knapp hinter dem Franzosen Yann Chaussinand (77,16), der mit 81,56 Metern die Weltbestenliste 2025 anführt.

Merlin Hummel ist bei der Einordnung des Ergebnisses etwas zwiegespalten. Zum einen hätten ja auch die anderen Weltklasseathleten in dem 29-köpfigen Feld "nicht so performt, wie er wollte". Zudem habe seine Weite ja "gepasst". Andererseits ärgert sich der 23-Jährige, dass er sein volles Potenzial nicht ausschöpfen konnte. "Ich hätte viel mehr gekonnt." 

Trainer Martin Ständner kennt den Ehrgeiz seines Schützlings: "Merlin hat nach vielversprechenden Trainingsleistungen schon auf eine Medaille geschielt und ist deshalb nicht ganz zufrieden." Doch Ständner hebt das Positive an der Leistung hervor: "So weit hat Merlin zu dieser Jahreszeit noch nie geworfen." Außerdem habe er erstmals den Olympia-Dritten Mykhaylo Kokhan (6./76,11) geschlagen,  und der Rückstand zum siegreichen Olympia-Zweiten Bence Halasz (78,75) sei "auch überschaubar" gewesen.

Deutschland siegt vor Italien

Mit seinem 5. Platz sammelte der Kulmbacher zudem kräftig Punkte für das deutsche Männer-Team, das sich am Ende mit 4552 Punkten den Europacup-Sieg vor Italien (4402) und Spanien (4394) sicherte. Dabei machte Kugelstoßer Silas Ristl (VfL Sindelfingen) das Mannschaftsgold mit persönlicher Bestleistung von 20,27 Metern (2. Platz) perfekt.  Zum Erfolg trugen ferner Diskuswerfer  Hendrik Janssen vom SC Magdeburg (65,77 Meter/Platz 1) und Speerwerfer Max Dehning von der LG Offenburg (78,74 Meter/Platz 8) bei.

Doch nicht nur die Männer, sondern auch die deutschen Frauen sowie die männlichen und weiblichen U23-Teams holten sich in Nikosia den Europacup-Sieg.  "Das gab es noch nie, dass wir alle vier Mannschaftswertungen gewonnen haben", sagt ein rundum  zufriedener Sven Lang, der Bundestrainer für die Disziplinen Wurf und Stoß. Er sagte: "Viele Athletinnen und Athleten haben neue persönliche Bestleistungen und Saisonbestleistungen erzielt, das zeigt auch der Medaillenspiegel." In der Einzelwertung gewann der DLV 14 Medaillen, darunter vier goldene.

Trainer Martin Ständner hat Merlin Hummel nun eine einwöchige Trainingspause verordnet, um wieder Kraft zu tanken. "Ein bisschen Sport werde ich aber privat schon machen", sagt der 23-Jährige. 

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