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Kulmbacher Mountainbiker
Elias Hückmann träumt von Olympia
Elias Hückmann verteidigte seinen Titel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft im Cross-Country-Mountainbike.
Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge. // privat
Kulmbach/Wombach – Der Kulmbacher Elias Hückmann hat sich mit einem weiteren großen Erfolg aus der Altersklasse U17 verabschiedet. Und setzt sich immer höhere Ziele.

Hammerwerfer Merlin Hummel ist als erster Kulmbacher Olympionike in die Geschichte eingegangen. Doch wer wird der Nächste sein?  Der deutsche Junioren-Meister im Schwimmen, Finn-Constantin Kleinheinz? Weltcup-Skifahrer Jacob Schramm? Oder Mountainbiker Elias Hückmann, der Vize-Junioren-Europameister der Altersklasse  U17 und frischgebackene Deutsche Meister?  Elias macht jedenfalls keinen Hehl aus seinen Ambitionen:  "An einer Weltmeisterschaft und Olympischen Spielen teilzunehmen, sind natürlich Ziele, die jeder Sportler hat."

Dass er sich schon für die  nächsten Sommerspiele in vier Jahren in Los Angeles qualifizieren kann, davon wagt der 16-Jährige nicht zu träumen. "Schließlich ist der Sprung von den Junioren zu den Erwachsenen schon sehr groß", sagt Elias. "Aber für 2032 habe ich mir eine Teilnahme schon vorgenommen." Dann finden die Olympischen Spiele in Brisbane in Australien statt. 

Bis sich Elias erstmals mit der Weltelite der Männer messen kann, muss er eigentlich noch zwei Altersklassen durchlaufen. Nächstes Jahr steigt er in die U19 auf, danach gibt es noch eigene Wettbewerbe für die U23. Wer aber schon mit 20, 21 oder 22 Jahren mit den besten Fahrern der Welt mithalten kann, darf auch früher in der Eliteklasse starten. "Klar ist es mein Ziel, so schnell wie möglich in die Elite zu kommen. Aber zwei Pflichtjahre wird man wohl in der U23 brauchen, denn so schnell kann man nicht so gut werden", sagt Hückmann, der für die BikeSportBühne Bayreuth und das Bike Junior Team powered by Bulls startet. 

Sieg im letzten Saison-Rennen in Wombach

Sein letztes Jahr in der Altersklasse U17 hätte für Elias Hückmann nicht besser laufen können. So gewann er das letzte Rennen im unterfränkischen Wombach und verteidigte damit seinen Deutschen Meistertitel. Insgesamt vier Nachwuchssichtungs-Wochenenden führte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in diesem Jahr durch. Dabei mussten die Fahrer zunächst jeweils einen Technikparcours absolvieren, dessen Platzierungen die Startreihenfolge für das Rennen bestimmten. Beim Auftakt in Hausach im April gewann Elias sowohl Slalom als auch Rennen. Im Mai in Gedern belegte er im Geschicklichkeitsparcours den 7. Rang, kämpfte sich aber im Rennen noch auf Platz 2 vor und behauptete die Gesamtführung vor seinem großen Rivalen Jonas Schweizer vom RMSV Ehrenkirchen. Bei der dritten Bundesnachwuchssichtung im Juli in Obergessertshausen in Schwaben stand nur ein Rennen auf dem Programm, das der Kulmbacher gewann.

Elias Hückmann verteidigte seinen Titel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft im Cross-Country-Mountainbike.
Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge. // privat

Weil jeder Fahrer ein Streichergebnis wählen kann, war Elias Hückmann der Deutsche Meistertitel vor dem Saisonfinale in Wombach bei Lohr am Main in Unterfranken fast nicht mehr zu nehmen. Mit Platz 6 im Slalom sicherte er sich eine gute Ausgangsposition und durfte nach einem Verzicht eines anderen Fahrers sogar aus Startreihe 1 der fünf Zeitbesten ins Rennen gehen. 16 Kilometer, gespickt mit fast 700 Höhenmetern, mussten die Nachwuchs-Biker absolvieren. "Eine schöne Cross-Country-Strecke", berichtet der Kulmbacher, der einen guten Start hinlegte und nach knapp fünf Minuten Position 1 erobert hatte.

Nach insgesamt 50 Minuten riss Elias kurz vor der Ziellinie die Arme nach oben und schloss sein letztes U17-Rennen mit einem weiteren Sieg ab. Damit verteidigte er souverän seinen Deutschen Meistertitel vor dem großen Rivalen Jonas Schweizer und holte sich ein schönes Taschengeld. Denn für den Tagessieger gab es 80 Euro, für den Titelgewinn bei der "Deutschen" 150 Euro.

Elias Hückmann verteidigte seinen Titel bei der Deutschen Jugendmeisterschaft im Cross-Country-Mountainbike.
Elias Hückmann (Mitte) durfte zum Saisonfinale in Wombach gleich zwei Mal auf das oberste Treppchen steigen - einmal für den Tagessieg, einmal für den Gesamtsieg. // privat

Für Elias Hückmann endet damit eine erneut erfolgreiche Saison - auch wenn er den U17-Europameistertitel aus dem Jahr 2023 nicht verteidigen konnte, weil ihn kurz vor dem Ziel in  Führung liegend ein platter Reifen ausbremste. Wenigstens hatte der Kulmbacher zuvor schon im EM-Sprint mit Silber eine Medaille geholt. "Der Plattfuß hat mir die EM etwas versaut. Ansonsten habe ich aber fast alle meine Ziele erreicht", sagt der 16-Jährige.

Ziel ist die WM in Crans-Montana

Dass es im nächsten Jahr schwierig sein wird, internationale Medaillen zu holen, ist Elias Hückmann bewusst. Schließlich muss er sich als Jüngster in der Altersklasse mit zwei Jahre älteren Konkurrenten messen. "Ich muss mir erst einmal kleine Ziele setzen", sagt der Kulmbacher. Sein Traum wäre die erstmalige Teilnahme an einer Weltmeisterschaft, die es erst ab der Altersklasse U19 gibt. Die nächsten globalen Titelkämpfe finden vom 30. August bis 14. September 2025 in Crans-Montana im Wallis in der Schweiz statt. Wen der BDR dorthin oder zur EM schickt, hängt von den internationalen Punktewertungen ab. Ab der U19 gibt es auch ein neues Format für die Deutsche Meisterschaft, wird doch der Titelträger in nur noch einem Rennen ermittelt. 

Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge.
Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge. // privat

Noch eine weitere Veränderung wird sich für Elias Hückmann im nächsten Jahr ergeben. "Ich habe bei einem anderen Team einen Vertrag unterschrieben,  kann aber den Namen noch nicht verraten", erklärt der Kulmbacher, der auch bei seinem bisherigen Team pro Saison zwei Fahrräder und sämtliches Verschleißmaterial wie Ketten oder Reifen gestellt bekommen hat. Die Renn-Bikes darf er nach der Saison behalten, nutzt sie dann als Trainingsräder. Fünf Tage in der Woche trainiert der Zehntklässler des MGF-Gymnasiums, absolviert in dieser Zeit sieben bis acht Einheiten. Zum Grundlagentraining setzt er sich auch schon mal aufs Rennrad. "Da fahre ich meist durchs Fichtelgebirge", sagt Elias.

Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge.
Elias Hückmann fuhr in Wombach zu seinem zweiten deutschen Meistertitel in Folge. // privat

Ansonsten ist er viel in den Wäldern rund um Kulmbach unterwegs und nutzt auch die neuen Bierstadt-Trails, die eine Initiative im Buchwald und Rehberg errichtet hat. Auch wenn die richtig anspruchsvollen Trails erst noch in Planung sind, ist Elias Hückmann über die bereits fertigen Downhill-Kurse schon sehr glücklich. "Ich bin dankbar dafür, das macht auf jeden Fall Spaß, darauf zu fahren. Drei-, viermal die Woche bin ich auf den Bierstadt-Trails unterwegs." Auch bei der allwöchentlichen Gruppen-Ausfahrt am Mittwochabend war der Deutsche Junioren-Meister schon dabei, der sich noch "ein paar schwierige Strecken" wünscht, "die nicht jeder runterkommt und auf denen man sich wie im Wettkampf überwinden muss".

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Und noch einen Wunsch hat Elias Hückmann. "Es wäre cool, wenn es mal ein Rennen in der Region geben würde, damit meine Freunde auch mal zuschauen können." Die Wälder rund um Kulmbach gäben es jedenfalls her, ist der 16-Jährige überzeugt. Sein Verein, die  BikeSportBühne Bayreuth, habe schon Pläne für ein Rennen im Fichtelgebirge.

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