Jacob Schramm hatte sich so auf sein Weltcup-Comeback in Kitzbühel gefreut. "Ich bin bereit", sagte er noch am Dienstag nach dem ersten Abfahrtstraining auf der berühmten Streif voller Zuversicht. Zwar hatte er ein Tor nach der Hausbergkante verfehlt, aber dennoch eine vielversprechende Fahrt gezeigt und nur etwas über drei Sekunden Rückstand auf den Schnellsten. Doch nun werden die beiden Rennen am Freitag (Super G) und Samstag (Abfahrt) ohne den Oberfranken stattfinden, ebenso wie schon die Wettbewerbe in Gröden, Bormio und Wengen. Denn der 26-Jährige ist im letzten Abfahrtstraining in Kitzbühel schwer gestürzt und musste mit dem Rettungshubschrauber von der Piste geholt werden. Damit ist die Saison für Jacob Schramm gelaufen.
Sturz an der Seidlalm
Schramm hatte die erste Hälfte der Hahnenkamm-Abfahrt problemlos gemeistert, als er nach etwa einer Minute in einem eher flacheren Teil nach dem Sprung bei der Seidlalm in Rücklage geriet, dann im Liegen verkantete und nahezu ungebremst in die Fangmatten flog. Der gebürtige Kulmbacher musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus von St. Johann geflogen werden.
Sein Vater Harald Schramm verfolgte auf dem Streamingdienst discovery+ mit Entsetzen den Sturz seines Sohnes. "Es war eigentlich keine schwierige Stelle, doch dann hat er einen Schlag bekommen und ist gestürzt", sagt Harald Schramm, der seinen Sohn am Telefon im Krankenhaus von St. Johann sprechen konnte. "Jacob ist am Boden zerstört, war nach den letzten Fahrten so zuversichtlich. Doch nun hat er sich wohl einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und das linke Knie ausgerenkt. Inwieweit da auch die Bänder verletzt sind, wird man sehen." Sicher ist nur, dass Jacob Schramm erneut bei den Nationalmannschafts-Ärzten in München unters Messer muss. Diese Nacht verbringt der Skifahrer noch im Krankenhaus in St. Johann.
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Schramm wurde in seiner Karriere immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. So musste er im linken Knie schon drei Mal operiert werden - einmal wegen eines Kreuzbandrisses, zwei Mal wegen eines Knorpelschadens. Doch der Oberfranke hat sich mit eisernem Willen immer wieder zurückgekämpft und sich über den Europacup für höhere Aufgaben empfohlen. Vor genau einem Jahr war es endlich soweit: bei der berühmten Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel durfte Schramm sein lang ersehntes Debüt im Weltcup feiern.
In diesem Winter sollte der Sportsoldat ausschließlich im Weltcup fahren, nachdem er die komplette Sommer-Vorbereitung und auch die Trainingslager in Chile und den USA schmerzfrei absolvieren konnte. Der Start in die Saison mit zwei Weltcup-Rennen in Beaver Creek verlief durchaus vielversprechend, wenngleich er noch nicht in die Punkteränge fahren konnte.
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Ellenbogenverletzung war gerade verheilt
Doch schon beim ersten Weltcup-Rennen in Europa in Gröden (Südtirol) stürzte Jacob Schramm im Training. Er zog sich eine Knochenabsplitterung im Ellenbogen zu, kam aber um eine Operation herum. Nach ein paar Wochen Gips und Schiene am Arm kehrte Schramm Anfang Januar ins Mannschaftstraining zurück und sammelte bei vier Europacup-Rennen am Pass Thurn und auf der Reiteralm bei Schladming wieder Rennpraxis. So reiste er am Montag voller Zuversicht nach Kitzbühel und sammelte im ersten Training weiteres Selbstvertrauen. Nun aber sind alle Anstrengungen wieder einmal für die Katz´ - und auf Jacob Schramm wartet der altbekannte Rhythmus: Operation, Reha, Aufbautraining. Es ist dem Pechvogel zu wünschen, dass er noch einmal die Kraft für ein Comeback aufbringen kann.









