Die Worte von Bundestrainer Jürgen Klopp dürften Kapitän Tom Bischof vor einer entscheidenden Phase der U21 beflügeln. «Tom ist ein ganz feiner Fußballer, hat ganz viel strategisches Talent und ist einfach ein ganz toller Kerl», sagte Klopp über den Bayern-Jungstar, der in dieser Länderspielpause in gleich zwei Auswahlteams des Deutschen Fußball-Bundes gefordert ist.
Erst möchte Bischof der U21-Nationalmannschaft am Samstag (18.00 Uhr/Sat.1) in Lettland zu einem richtungsweisenden Sieg auf dem Weg zur EM-Endrunde verhelfen, danach im A-Team für einen dauerhaften Platz unter Klopp werben. «Tom hat ganz viele Dinge», lobte Klopp. Der neue Bundestrainer hob dabei besonders die Beidfüßigkeit des schussstarken Profis hervor. «Davon gibt es auf dieser Welt nicht so viele», sagte der 59-Jährige.
Die Worte kamen beim Bayern-Profi verständlicherweise gut an. «Ich freue mich natürlich einfach über das Kompliment», sagte Bischof. «Und genau das will ich ihm dann einfach beweisen und eine geile Woche hinlegen.»
«Tom ist ein Leader»
Einmal durfte Bischof schon - in der Nations-League-Endrunde 2025 noch unter Julian Nagelsmann - oben reinschnuppern. Sechsmal lief der 21-Jährige danach für die U21 auf, erzielte bei fünf Siegen und einer Niederlage drei Tore. «Tom ist ein Leader», sagte Hertha-Verteidiger Linus Gechter. «Deswegen ist er auch der Kapitän.»
Beim FC Bayern muss Bischof im Kampf um Einsatzzeit geduldiger sein als bei der U21. Zwar kommt er seit seinem Wechsel aus Hoffenheim im Sommer 2025 auf beachtliche 46 Pflichtpartien unter Trainer Vincent Kompany, aber «er spielt ja nicht jede Woche drei Spiele», wie Klopp es locker formulierte. Daher der Plan: Erst weitere Führungserfahrung bei der U21 sammeln, dann in den Länderspielen in München gegen Serbien (1.10.) und in Griechenland (4.10.) auf weitere Spielminuten auf höchstem Level kommen.
«Beide Rollen tun mir einfach mal an erster Stelle sehr gut, weil hier kann ich brutale Verantwortung übernehmen», sagte Bischof. «Das muss ich aber oben auch, da bin ich kein anderer Mensch.»
Di Salvo: Er war sofort Feuer und Flamme
«Ich habe mit Jürgen Klopp darüber gesprochen, dann logischerweise auch mit Tom. Er war sofort Feuer und Flamme. Auch der FC Bayern unterstützt das und deswegen haben wir den Plan», erklärte U21-Nationalcoach Antonio Di Salvo. «Das ist auch ein ganz wichtiges Zeichen an die Mannschaft und für die Wichtigkeit dieser Spiele, auch wenn Tom dann hoch zur A-Nationalmannschaft geht», sagte Di Salvo am Tag vor dem Anpfiff
Das ist langfristig auch das Ziel beim FC Bayern, mit dem er an der Seite von Mehmet-Scholl-Tochter Josefine vor der Abreise zum DFB noch einmal das Oktoberfest besuchte. In der Vorbereitung übernahm Bischof angesichts des späteren Einstiegs der WM-Teilnehmer in einem da noch sehr jungen Münchner Team schon einmal eine Führungsrolle. Der Wechsel der Trikotnummer vor dieser Saison hin zu der «8» des ehemaligen Teamkollegen Leon Goretzka unterstreicht auch den hohen Stellenwert, den der bis 2029 an den Club gebundene Bischof in München hat.
Das verrät Bischof über den Bayern-Plan
«Ich weiß, dass ich für die Sechs eingeplant bin, fürs Zentrum», sagte Bischof. «Aber trotzdem weiß der Trainer, dass ich für alles offen bin. Wenn er mich auf links, auf rechts oder im Tor braucht, bin ich da.» Im Mittelfeld lief der vielseitige Profi schon auf verschiedenen Positionen offensiv und defensiv auf, zudem spielte er sowohl Links- als auch Rechtsverteidiger. «Ich bin offen für alles», sagte Bischof.
In der U21 soll er im Mittelfeld das Spiel gestalten. Sein Team hat die Qualifikation für die EM-Endrunde im kommenden Sommer in Albanien und Serbien selbst in der Hand. Drei Siege mit Bischof gegen Lettland und ohne ihn am Mittwoch in Malta und am 6. Oktober in Bielefeld gegen Georgien - und das Ticket ist definitiv gebucht.












