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Fußball-Nationalmannschaft
Klopps TV-Marathon im Homeground: «Vibes» und Undav-Frust
DFB-Pressekonferenz mit Bundestrainer Klopp
Jürgen Klopp kann endlich sportlich loslegen. // Boris Roessler/dpa
Derry Scherhant
Neue Kicker braucht das Land: Derry Scherhant. (Archivbild) // Philipp von Ditfurth/dpa
Deniz Undav
Tage des Frusts: Deniz Undav. // Harry Langer/dpa
Pascal Groß
Schluss im DFB-Trikot. // Federico Gambarini/dpa
von dpa
Herzogenaurach – Jürgen Klopp hat lange vor der Ankunft der ersten Spieler seines XXL-Kaders das DFB-Quartier in Herzogenaurach bezogen. Bevor es richtig losgeht, erhält der Bundestrainer vielfältige Botschaften.
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Den letzten Form-Check seiner 44 Auserwählten für den spannenden Neubeginn der Nationalmannschaft nahm Jürgen Klopp mit seinem Trainerstab nicht mehr im Stadion vor, sondern vor zig TV-Bildschirmen. 

Und was den Bundestrainer in Herzogenaurach an Fußball-Lust, an Toren von frischen DFB-Gesichtern wie Younes Ebnoutalib oder Derry Scherhant sowie Stimmen voller Vorfreude erleben konnte, dürfte ihn nur noch bestärkt haben in seinem mutigen Startansatz. Zwei Kader, vier Länderspiele - los geht's!

Den WM-Blues scheint Menschenfänger Klopp sogar bei denen verscheucht zu haben, die die bleierne Zeit mit Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann in Amerika miterlebt haben. «Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super», berichtete etwa Jamal Musiala, der sich nach einem ersten 90-Minuten-Einsatz inklusive Tor für den FC Bayern erwartungsfroh nach Franken aufmacht.

Klopp hatte schon lange vor der im Laufe des Sonntags geplanten Ankunft der ersten Akteure aus dem 24-Mann-Kader für die erste Länderspiel-Woche eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground bezogen. Der 59-Jährige freut sich auf seinen Power-Start als DFB-Chefcoach mit gleich vier Nations-League-Partien in den Niederlanden, zweimal gegen Griechenland und Serbien. «Ich kann sagen: Es bedeutet allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft aufzulaufen», sagte Klopp hocherfreut nach vielen Vorab-Gesprächen.

Der Klopp-Boost erfasst die Neulinge

Die vielfach unverhoffte Berufung bewirkte bei den Debütanten quasi einen ersten Klopp-Boost schon im Vereinstrikot. «Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie. Ich denke schon, dass mir das noch mal so einen Push gegeben hat heute», sagte etwa der Freiburger Außenstürmer Scherhant nach seiner Top-Leistung beim 2:2 in Frankfurt zum Umstand plötzlich zur deutschen Fußball-Elite zu gehören.

Etwas leisten, darum geht es Klopp. «Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein und das Gefühl zu geben, es bedeutet mir alles, jetzt zu spielen», hatte er bei der Bekanntgabe seines außergewöhnlich großen und zweigeteilten Startaufgebotes gesagt. 

Er habe aber auch «für manche, die jetzt nicht dabei sind, die im Moment Probleme haben», die Tür nicht dauerhaft zugemacht, sagte Klopp. Deniz Undav ist einer der Prominentesten. Und Deutschlands erfolgreichster Schütze bei der Weltmeisterschaft verhehlte nach dem verlorenen Topspiel mit Stuttgart gegen Dortmund seinen Frust über die (vorübergehende?) Ausbootung nicht.

Undav trotzig und kämpferisch: «Heule jetzt nicht rum»

«Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben», sagte der 30 Jahre alte Angreifer nach seinem nächsten torlosen Spiel inklusive Auswechslung. Undav hatte fest mit einer Klopp-Einladung gerechnet angesichts seiner guten DFB-Zahlen (3 WM-Tore, neun Treffer in 13 Länderspielen). Diese empfand er als eine Art «Puffer». 

«Ich muss mich also wieder neu beweisen, es noch einmal einem neuen Trainer beweisen, dass ich dazugehöre», äußerte Undav so trotzig wie kämpferisch. «Wenn ich hoffentlich im November - wenn ich mich empfehlen kann - wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin.»

Pascal Groß folgt Neuer und Rüdiger 

Klopp mag Typen, die für die Nationalelf brennen. Genau dieses Feuer will er mit den vielen erstmals eingeladenen Perspektivspielern Richtung EM 2028 und WM 2030 wieder so stark entfachen, dass Turnier-Erfolge wieder möglich sind. 

Einer, der dafür wegen seines Alters nicht mehr infrage kommt, ist Pascal Groß. Nach Weltmeister-Torwart Manuel Neuer (40) und Abwehrrecke Antonio Rüdiger (33) hat der 35-Jährige als dritter WM-Teilnehmer seine DFB-Laufbahn beendet. «Für mich war's das nach der WM», sagte der für Brighton spielende Profi. «Es ist an der Zeit, der neuen Generation nur das Beste zu wünschen.»

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