Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Krisenmanagement nach dem großen Stromausfall in Berlin verteidigt. Der Bund habe schnell geholfen, unter anderem mit der Bundeswehr, sagte der CDU-Chef nach der CSU-Klausur im oberbayerischen Kloster Seeon. «Hier ist wirklich exzellente Arbeit der Hilfsorganisationen, der Polizei, der Bundeswehr geleistet worden.» Es sei ein großer Erfolg dieser gemeinsamen Kraftanstrengung, dass die Stromversorgung früher als gedacht wieder hergestellt worden sei.
Redundanzen fehlten
«Ich würde mal sagen, in den Abläufen ist nichts zu kritisieren», sagte Merz. «Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde.» Allerdings müsse man sich mit der Frage beschäftigen, ob Deutschland widerstandsfähig genug sei gegen solche Anschläge. «Wir können unsere Infrastruktur nicht lückenlos schützen, aber wir brauchen Redundanzen», sagte Merz. «Die gab es in Berlin offensichtlich nicht im erforderlichen Umfang.» Man werde also ausführlich analysieren, was für den Wiederholungsfall besser gemacht werden könne.
Söder: Linksterrorismus wichtigeres Thema als Tennis
Die direkte Frage nach dem Verhalten seines Parteikollegen Kai Wegner, der am ersten Tag der Krisenlage eine Stunde Tennis spielen gegangen war, ließ Merz offen. CSU-Chef Markus Söder ging hingegen darauf ein. «Da geht es hier um Linksterrorismus und nicht um eine Stunde Tennis spielen», sagte Söder mit Blick auf den Anschlag auf die Berliner Stromleitung. «Der Linksterrorismus ist stärker zurück, als wir uns das vorstellen können, und zwar mit fundamentalen Auswirkungen», fügte er hinzu. Das müsse «Schwerpunkt der Diskussion» sein.
Wegner - auch CDU-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl im September - hatte am Mittwoch eingeräumt, dass er am vergangenen Samstag wenige Stunden nach Beginn des Blackouts Tennis gespielt hat. Gleichzeitig machten sich 100.000 Betroffene im Berliner Südwesten ohne Strom und Heizung, Internet und Handy-Empfang mitten im Winter große Sorgen.









