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Industrie- und Handelskammer
Nach Ermittlungen: Lutz tritt als IHK-Chef zurück
Klaus Josef Lutz
Bisher hat Klaus Josef Lutz jede Verantwortung für die Baywa-Krise zurückgewiesen. (Archivbild) // Peter Kneffel/dpa
von dpa
München – Nachdem bekannt wird, dass die Staatsanwaltschaft Ex-Baywa-Chef Lutz ins Visier genommen hat, gibt er sein Amt bei der IHK für München und Oberbayern auf. Damit verliert er auch ein bayernweites.
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Einen Tag, nachdem Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Baywa-Chef Klaus Josef Lutz bekanntgeworden sind, hat er sein verbliebenes Amt als Präsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern niedergelegt. Damit verliert er auch das Amt als Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), wie eine Sprecherin erklärt. Zudem wird er in der ab April anstehenden nächsten Wahl nicht für ein Mandat in der Vollversammlung kandidieren, wie die IHK mitteilt. 

Der Münchner Unternehmer Peter Inselkammer übernimmt das Amt des IHK-Präsidenten vertretungsweise. Die nächste BIHK-Vollversammlung wird der Präsident der IHK Niederbayern, Thomas Leebmann, leiten. Nach der ohnehin bevorstehenden Wahl eines neuen Präsidenten der IHK für München und Oberbayern am 8. Juli 2026 wird dieser nach BIHK-Satzung auch BIHK-Präsident.

Lutz war seit 2021 Präsident der IHK München und Oberbayern. Als er gewählt wurde, stand er noch an der Spitze des inzwischen strauchelnden Mischkonzerns Baywa. 

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen rund um die Schieflage der Baywa wegen Untreueverdachts gegen Lutz ermittelt. Bisher hat Lutz jede Verantwortung für die Baywa-Krise zurückgewiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

15 Jahre an der Spitze der Baywa

Lutz leitete den Baywa-Vorstand von 2008 bis Frühjahr 2023 und wechselte danach an die Spitze des Aufsichtsrats, bevor er auch diesen Posten wenige Monate später Anfang 2024 abgab. Den Jahresabschluss 2023 hatte Lutz nicht unterschrieben. 

Der Konzern war im Sommer 2024 in Schieflage geraten und ist derzeit einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Ein maßgeblicher Auslöser waren die hohen Zinszahlungen für 5,4 Milliarden Euro an Bankkrediten, die das Unternehmen im Zuge einer von Lutz gesteuerten internationalen Expansion in den 2010er Jahren aufgetürmt hatte. 

Der Sanierungsplan der jetzigen Vorstandsriege sieht vor, bis Ende 2028 vier Milliarden Euro Kredite abzuzahlen. Dafür sollen rund zwei Drittel der früheren Baywa-Geschäfte verkauft werden. Im Wesentlichen sind das die Auslandstöchter, die der Konzern unter Lutz' Regie auf Kredit gekauft hatte.

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