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Unwettergefahr
Hagelkörner so groß wie Golfbälle - Gewitter begleiten Hitze
Unwetter in Erlangen
Vielerorts wurden Straßen überschwemmt. // News5 / David Oßwald/NEWS5/dpa
Unwetter in Erlangen
Am Dienstag kamen zum Teil dicke Hagelkörner herunter. // News5 / Lars Haubner/NEWS5/dpa
Unwetter in Erlangen
Die Feuerwehr rückte in der Region rund um Nürnberg mehr als 1.000 Mal aus. // News5 / Ferdinand Merzbach/NEWS5/dpa
Unwetter in Bayern
Bäume blockierten Straßen. // Bernd März/Fotoreportextremwetter.tv/dpa
Unwetter in Erlangen
Bäume stürzten auf Straßen und blockierten den Nürnberger Flughafen. // News5 / Lars Haubner/NEWS5/dpa
Wetter in Bayern
Hitze und Gewitter sind in diesen Tagen überall möglich. // Malin Wunderlich/dpa
von dpa
München – Hagel, der Scheiben zerbricht, 3.000 Notrufe in fünf Stunden, Ausnahmezustand rund um Nürnberg. Und die nächsten Unwetter sind schon im Anmarsch. Es wird aber auch wieder sommerlich.
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Nach dem schweißtreibenden Wochenstart sollten sich die Menschen in Bayern auf punktuell schwere Gewitter einstellen. Hagelkörner so groß wie Golfbälle, Orkanböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde und heftiger Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter waren im Tagesverlauf vor allem in Oberbayern und Schwaben möglich. 

Ausnahmezustand in Mittelfranken

Am Dienstagabend hatte es vor allem Mittelfranken getroffen. Rund um Nürnberg rückte die Feuerwehr zu mehr als 1.000 Einsätzen aus – wegen umgestürzter Bäume, überfluteter Straßen, abgedeckter Dächer, wetterbedingten Verkehrsunfällen und vollgelaufener Keller. Mehrere Menschen wurden verletzt, manche von Bäumen eingeklemmt. 

Betroffen von der sehr plötzlich entstandenen Extremwetterlage waren die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie die Landkreise Nürnberger Land und Erlangen-Höchstadt. Innerhalb von rund fünf Stunden gingen bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg etwa 3.000 Notrufe ein - «eine so noch nie dagewesene Zahl», wie die Feuerwehr berichtete. Schlussendlich rückten um die 3.000 Kräfte zu rund 1.100 Einsätzen aus. Auch Mitarbeiter, die frei hatten, wurden alarmiert, etwa um bei der Annahme der Notrufe mitzuhelfen.

Am Nürnberger Flughafen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Einsatzkräfte beseitigten nach Angaben des Flughafens unter anderem umgestürzte Bäume und kümmerten sich um Schäden an Dächern sowie Wasserschäden. Drei Flüge wurden demnach umgeleitet, vier weitere verspäteten sich.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt überfuhr ein Regionalzug einen Baumstamm, der infolge eines Unwetters auf die Gleise gefallen war. Der Vorfall ereignete sich einem Bundespolizeisprecher zufolge bei Kalchreuth auf der Strecke vom Bahnhof Nürnberg Nordost in Richtung Bahnhof Eschenau. Durch den Aufprall wurde der Zug beschädigt und konnte nicht weiterfahren. Für die 25 bis 30 Reisenden, die den Zug laut dem Bundespolizeisprecher verlassen mussten, wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Hitze und Gewitter

Auch der Mittwoch sollte laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eher unruhig werden: Die Meteorologen erwarteten landesweit einen Mix aus Sonne und Wolken, im Süden mit im Laufe des Tages wieder steigendem Schauer- und Gewitterrisiko. In der Nordhälfte des Freistaats waren lediglich einzelne Schauer und Gewitter vorhergesagt.

Der DWD rechnete vor allem in Oberbayern und Schwaben für den Nachmittag und Abend mit schweren Gewittern. Dabei seien örtlich Hagel mit Korngrößen um fünf Zentimeter, Orkanböen und Starkregen möglich. 

Es bleibt jedoch warm: Für die Südhälfte sagte der Wetterdienst Höchstwerte von 25 bis 29 Grad voraus, in Unterfranken westlich des Spessarts sogar bis zu 30 Grad. Für den Donnerstag ist im Norden wieder mehr Sonne in Aussicht, im Süden zumindest mehr Sonne als Wolken.

Viele Blitze

Der Dienstag war in Bayern der zweit-blitzreichste Tag des Jahres, wie aus Daten des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids hervorgeht. 2.312 Einschläge zählten die Experten im Freistaat. 2026 gab es bisher nur am 29. Juni mehr - und zwar 2.577.

Blitzzahlen können sich je nach Methode unterscheiden. Aldis/Blids zählt nur Wolke-Erde-Blitze und dabei sogenannte Flashes – wenn der Blitz flackert, wird dies nur als ein Blitz gezählt.

Verletzte Soldaten nach Blitzschlag

Im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurden sechs Soldaten der Bundeswehr durch einen Blitzschlag verletzt. Die Betroffenen im Alter von 18 bis 26 Jahren befanden sich am Mittwochmorgen während eines Gewitters in einem Biwak am Kranzberg bei Mittenwald, wie die Polizei mitteilte. Fünf von ihnen erlitten leichte Verletzungen, ein weiterer wurde mittelschwer verletzt.

Am Vortag hatte ein Blitz auch in eine Tenne in Gestratz (Landkreis Lindau) eingeschlagen. Dadurch geriet der Heuboden in Brand, die Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Feuers verhindern. 

In der Nacht wurde zudem eine Schulklasse aus Baden-Württemberg auf einem Zeltplatz am Forggensee von einem Gewitter überrascht. Nachdem die Zelte der Siebtklässler und ihrer Lehrer vollständig nass waren, setzten die Lehrkräfte laut Polizei einen Notruf ab. Schließlich konnte eine Notunterkunft in einer Turnhalle in Roßhaupten (Landkreis Ostallgäu) organisiert werden. 

In Schwaben meldete die Polizei Starkregen und besonders große Hagelkörner bei Bad Wörishofen. Äste und umgestürzte Bäume beschädigten Fahrzeuge. Auch abgestellte Flugzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem Flugzeug brach die Metallsicherung, was zu einem Totalschaden führte. 

Unterricht fällt aus

Die Auswirkungen des Unwetters vom Dienstag reichten bis in den Tag: An der Grundschule Röthenbach an der Pegnitz am Forstersberg im Landkreis Nürnberger Land fiel der Präsenzunterricht wegen Windbruchs und umgestürzter Bäume aus, wie das Kultusministerium mitteilte.

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