Der Würzburger Trainer Michael Schiele nutzte nach dem bitteren DFB-Pokal-Aus gegen den Erstligisten 1. FC Köln gleich viermal nacheinander das Wörtchen «sehr». Mehr Nachdruck kann man einer Aussage kaum verleihen. Es sei «sehr, sehr, sehr, sehr schade», dass sein Team in der ersten Runde ausgeschieden sei. Trotzdem sei da «auch Stolz, wie es die Mannschaft über 90 Minuten» gemacht habe.
Der Aufsteiger in die 3. Fußball-Liga aus Unterfranken war nah dran an der Sensation. Die Würzburger gingen vor 12.100 Zuschauern durch David Abrangao (18. Minute) gegen einen lange Zeit einfallslosen 1. FC Köln in Führung. Erst ein Doppelpack von Isak Johannesson (62., 77.) riss die Kickers, die kurz vor dem Abpfiff durch Liam Omore sogar noch einen Aluminiumtreffer hatten, aus allen Träumen über ein Weiterkommen.
Das Hadern mit dem verpassten Push
«Wir sind riesig enttäuscht», räumte Schiele nach dem 1:2 (1:0) ein. Es sei schade, dass das «Riesenbrett» kurz vor dem Ende nicht ins Tor gegangen sei. «Wenn man das gemacht hätte, hätten wir einen Push gehabt.» Zu diesem Push kam es nach dem Abpfiff aber nicht mehr, weil der Ball einfach nicht im Tor von Kölns Schlussmann Marvin Schwäbe landete.
Die Würzburger, die mit vier Punkten aus zwei Partien glänzend in die 3. Liga gestartet sind, warfen alles in die Waagschale, was sie hatten. Herz, Einsatz, Laufbereitschaft. Es reichte aber hauchdünn nicht. «Schon traurig» seien sie, meinte Torschütze Abrangao nach den kraftraubenden 90 Minuten. «Wir haben einen guten Kampf geliefert. Das Spiel war spannend, es war nie klar, dass Köln unbedingt gewinnt. Es war immer der Glaube da, dass wir es noch drehen können. Köln hat uns nie dominiert.»
«Wir nehmen das Positive mit»
Das auch finanziell lukrative Weiterkommen im DFB-Pokal haben die Kickers verpasst. Nun können oder müssen sie sich voll auf die Mission Klassenerhalt konzentrieren. Am Samstag treffen die Kickers im Topspiel auf Spitzenreiter MSV Duisburg, der sogar mit zwei Siegen in die neue Drittligasaison gestartet ist.
«Wir nehmen das Positive mit», versicherte Schiele und meinte damit etwa die bedingungslose Leidenschaft seiner tapferen Mannschaft. Abrangao pflichtete seinem Chef bei. Zu «100 Prozent» könne das Team «viel Positives» aus dem Spiel für den Alltag mitnehmen. «Wenn wir so in der Liga spielen, können wir jeden schlagen.»









