Ukraine-Krieg
Diskriminierung von Russen ist falsche Solidarität
Bastian Sünkel
Autor Bastian Sünkel
Foto: David Sünkel
Ukraine
Bastian Sünkel von Bastian Sünkel Fränkischer Tag
Bamberg – Zupfkuchen wegwerfen und russischen Gästen Lokalverbot erteilen? Das spielt den Kriegstreibern in die Karten, sagt unser Autor Bastian Sünkel.

Bäckereien nehmen den Russischen Zupfkuchen aus dem Sortiment. Supermärkte sortieren Wodka und Pelmeni aus. Gastronomen bewirten keine Russen mehr. Ist das noch Solidarität gegenüber der Ukraine? Oder sind das die Auswüchse eines aufkeimenden Russland-Hasses, der uns alle trifft?

Es ist wichtig, Zeichen zu setzen. Millionen Menschen  protestieren weltweit für ein  sofortiges Ende der Invasion. Die UNO-Vollversammlung hat den Krieg mit einer überwältigenden Mehrheit als das stigmatisiert, was er ist: der wahnsinnige Akt eines Kriegstreibers namens Wladimir Putin. Auch in Russland gehen Menschen auf die Straße und skandieren den Slogan „Nein zum Krieg!“ mit einem höheren Risiko als irgendwo anders auf der Welt. Tausende russische Kriegsgegner hat die eigene Regierung mittlerweile festgenommen. Auch sie sind es, mit denen sich Rest-Europa solidarisieren muss.

Solidarität meint nicht Hass

Das funktioniert allerdings nicht in einem Akt der Hass-Solidarisierung. Nicht der Zupfkuchen ist schuld am Krieg und auch nicht jene russischstämmigen Deutschen oder in Deutschland lebenden Russen, die nun aus Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen werden, ja viel mehr noch, denen der Hass für die Invasion in die Ukraine entgegenschlägt. Solidarität bedeutet eben auch: Stärke beweisen, Überzeugungen vertreten. 

Meinung vertreten statt isolieren

Die Stärke liegt im Dialog, nicht in der Isolation. In einer klaren Haltung gegenüber jenen, die Putin noch immer verteidigen, die Opfer jener medialen Gehirnwäsche geworden sind, die seit Jahren eine Bedrohung Russlands durch den Westen propagiert. Soziale Isolation einzelner Gruppen führt zu einer Radikalisierung – ganz im Sinne der Kriegstreiber. Soweit darf es die Bevölkerung nicht kommen lassen.  Nein zur Diskriminierung! Nein zum Krieg!

Alle Artikel zu Russlands Angriffskrieg und zu dessen Folgen für Franken gibt es in unserem Ukraine-Dossier sowie im Live-Blog.

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