Es ist ein Foto, das Ende vergangenen Jahres durch die Welt ging. Herzogin Meghan sitzt auf einer Kochinsel, Prinz Harry stützt sich ihr gegenüberstehend gegen eine Küchenzeile. Sie trägt ein langes Abendkleid, er ein weißes Hemd. Und sie küssen sich.
Der private Schnappschuss, aufgenommen im März 2020, war Teil der Netflix-Dokuserie „Harry & Meghan“, die Mitte Dezember 2022 für weltweites Aufsehen sorgte. Entstanden ist das Bild auf Frogmore Cottage, einem königlichen Anwesen im beschaulichen Örtchen Windsor.
Frogmore Cottage war ein Hochzeitsgeschenk von Elizabeth II.
Das Paar hatte das großzügige Landhaus 2019 von der verstorbenen Königin Elizabeth II. geschenkt bekommen. Die beiden ließen das neue Heim für umgerechnet rund 2,7 Millionen Euro renovieren – auf Kosten der Steuerzahler. Geld, das sie nach einem Sturm der Entrüstung nach ihrem Abschied aus Großbritannien jedoch zurückzahlen.
„Es ist ein Ort, mit dem wir viele Erinnerungen verbinden, unsere Hochzeit, unsere Verlobung, gemeinsame Spaziergänge”, sagte Herzogin Meghan einst. Sie lebten dort, bis sie dem Königreich im Frühjahr 2021 den Rücken kehrten, um mit ihren beiden Kinder in den USA ein neues Leben zu beginnen.
Rauswurf als Folge eines Streits – bis zum Sommer muss der Zweitwohnsitz geräumt sein
Jetzt müssen der Prinz und die Herzogin das Landhaus aufgeben. Die Sussexes seien gebeten worden, ihren Wohnsitz in Großbritannien zu „räumen“, bestätigte ein Sprecher des Paares am Mittwochabend.
Laut Medienberichten soll das Anwesen bis zum Sommer leer sein; und das, obwohl das Paar dieses bei Besuchen immer wieder genutzt hatte. Angeblich planen Harry und Meghan, die zuletzt durch die Skandalbiografie „Spare” und diverse Interviews für Furore sorgten, derzeit, wie sie ihr Hab und Gut in ihre Wahlheimat Kalifornien überführen können.
Biografie Harrys war Kriegserklärung ans Königshaus: mit Rundumschlag gegen Familie und Medien
Der Rauswurf der Sussexes aus ihrem Zweitwohnsitz ist die Folge eines Streits, der Anfang des Jahres einen neuen Höhepunkt erreicht hatte. Schließlich kam Prinz Harrys Buch einer Kriegserklärung an das Königshaus gleich.
Darin beklagte er sich über die britischen Medien, die Atmosphäre im Palast; auch Prinz William und Herzogin Catherine wurden kritisiert sowie König Charles III. und Königin Camilla, die er als „gefährlich" bezeichnete. Der Royal brach mit einer eisernen Regel der Windsors: Stillschweigen zu bewahren.
Sussexes haben bisher reichlich unterhalb der Gürtellinie ausgeteilt – jetzt zieht der Palast Konsequenzen
Eine Versöhnung zwischen den Sussexes und dem Rest der königlichen Familie scheint schwierig bis unmöglich. Während die britische Presse im Januar mit dem Paar abrechnete, äußerte sich das Königshaus nicht zu den Enthüllungen.
Den Rauswurf des Paares aus Frogmore Cottage deuten Experten nun jedoch als Signal vonseiten des Palastes, dass ihre Rückkehr unerwünscht ist. Auch die Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten im Mai steht auf der Kippe.
Hintergrund des Rauswurfs sollen jedoch auch von Charles III. angeordnete Sparmaßnahmen sein. Dieser hatte nach seiner Thronbesteigung im September vergangenen Jahres einen Kassensturz gefordert. Laut Medienberichten will er Prinz Andrew seine jährliche Apanage in Höhe von umgerechnet rund 280.000 Euro streichen.
Hausrenovierung hat Millionen gekostet
In diesem Fall könne dieser sich die hohen Unterhaltskosten für seinen derzeitigen Wohnsitz, die mit 30 Zimmern sehr großzügige Royal Lodge in Windsor, nicht mehr leisten. Als Ersatz habe der Monarch seinem Bruder Frogmore Cottage angeboten.
Für Prinz Andrew wäre das Landhaus in jedem Fall mehr als groß genug. Hat dieses doch nach den Umbauarbeiten einiges zu bieten.
Landhaus ist mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet
Die Sussexes sollen das Anwesen, welches jetzt nur noch fünf statt zehn Schlafzimmer hat, komplett modernisiert haben. Angeblich verfügt es mittlerweile über ein Yogastudio, zwei Orangerien und einen Gemüsegarten.
Es wäre also eine weiterhin luxuriöse Unterkunft für den 63-Jährigen, der aufgrund von Missbrauchsvorwürfen und seiner Bekanntschaft mit dem verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein im Palast als Persona non grata gilt.
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