Siemens hat in der von Unsicherheit und Belastungen geprägten Weltlage solide Zahlen vorgelegt. Zwar sank der Gewinn des Konzerns im zweiten Geschäftsquartal von Januar bis März um 8 Prozent, wie er mitteilt. Viele andere deutsche Unternehmen sind von 2,2 Milliarden Euro Plus unter dem Strich aber weit entfernt. Zudem hatte Siemens vor einem Jahr noch von einem Sondereffekt profitiert.
Der Umsatz blieb trotz eines Verkaufs bei 19,8 Milliarden Euro stabil, der Auftragseingang stieg dagegen um 11 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Bei allen Zahlen machten sich negative Währungseffekte bemerkbar. Wie stark sie auf den Gewinn wirkten, beziffert Siemens nicht genau. Bei Auftragseingang und Umsatz waren es dem Konzern zufolge aber 7 beziehungsweise 6 Prozentpunkte. Zudem drückten sie die Marge um 0,8 Prozentpunkte. Siemens erwartet hier im zweiten Halbjahr aber Besserung.
Ausgesprochen stark wuchs dagegen das Geschäft mit Rechenzentren. Im ersten Halbjahr lag der Umsatz dort mit 1,8 Milliarden Euro um 45 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, wie Siemens-Chef Roland Busch sagt. «Wir sind zuversichtlich, dass diese beeindruckende Entwicklung über das gesamte Geschäftsjahr 2026 anhält.»
Digital Industries erholt sich
Vor allem Digital Industries (DI) konnte sich im zweiten Quartal weiter erholen. Die Sparte war lange Zeit die profitabelste im Konzern, hatte dann aber einige Zeit unter anderem wegen zu großer Lagerbestände bei den Kunden geschwächelt und den Abbau mehrerer tausend Jobs im Automatisierungsgeschäft angekündigt. Nun geht es wieder aufwärts: Das Ergebnis stieg von 634 Millionen auf 857 Millionen Euro. «Das Marktumfeld zeigte erste Anzeichen von Besserung», sagt Busch. «Das steht aber nun durch erneuerte geopolitische Volatilität in Frage.»
Den höchsten Ergebnisanteil steuerte erneut Smart Infrastructure bei. Das Ergebnis dort sank aber um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro - hier hatte der Vergleichswert aus dem Vorjahr allerdings den bereits erwähnten positiven Sondereffekt von mehr als 300 Millionen gehabt.
Eisenbahn-Sparte verdient weniger
Die Eisenbahn-Sparte Mobility steuerte 208 Millionen Euro zum Ergebnis bei. Das war gut ein Viertel weniger als vor einem Jahr. Hier wirkten sich laut Siemens unter anderem US-Zölle aus.
«Wir haben ein erfolgreiches zweites Quartal abgeliefert, trotz des weiterhin sehr anspruchsvollen geopolitischen Umfelds», sagt Busch. Siemens hat erst vor kurzem seine Prognose für das laufende Jahr erhöht. Auf Konzernebene bestätigte das Unternehmen die Zahlen, passte allerdings kleine Details auf Ebene der Segmente an.
Zudem kündigte Finanzvorständin Veronika Bienert ein neues Aktienrückkaufprogramm an. In den kommenden fünf Jahren will Siemens bis zu 6 Milliarden Euro dafür einsetzen.








