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Wahrnehmung versus Fakten
Wie gefährlich ist Bamberg für Senioren?
Die Verzweiflung ist groß, wenn Senioren auf Betrüger hereingefallen sind.
Die Angst vor den Folgen von Gewalt kann laut Polizei bei älteren Menschen schwerer wiegen als bei jüngeren Betroffenen. // Foto: Polizei
Signet des Fränkischen Tags von Carolin Gißibl
Bamberg – Nachrichten über Gewalttaten können vor allem bei älteren Menschen Unsicherheiten hervorrufen. Doch wie häufig kommt es in der Region Bamberg zu Übergriffen auf Seniorinnen und Senioren?

Die Kriminalstatistik für das Jahr 2025 zeigt: Menschen ab 60 Jahren sind in Bamberg und Umgebung verhältnismäßig selten von Gewalt im öffentlichen Raum betroffen. „In den vergangenen fünf Jahren lag die Opferzahl der Personen von 60 Jahren und älter – sowohl in der Stadt, als auch im Landkreis Bamberg – unter drei Prozent hinsichtlich der Gesamtzahl von Opfern im öffentlichen Raum“, sagt Polizeioberkommissar Andreas Pritschet auf Nachfrage des Fränkischen Tags.

Wenig Übergriffe, viele Schockanrufe

Laut dem Polizeipräsidium Oberfranken waren im Landkreis Bamberg vergangenes Jahr fünf Personen im Alter von 60 Jahren und älter von Straftaten betroffen. In der Stadt Bamberg waren es 14.

Durchaus mehr Sorge bereiten den Ermittlern sogenannte Schockanrufe. Erst am Freitag, 27. März 2026, wurde eine Frau aus der Wunderburg um ihr Erspartes gebracht. Kriminelle gaukelten die Notsituation einer Angehörigen vor – und erbeuteten einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Bei Schockanrufen bzw. dem Enkeltrick sei klares Denken meist schwer möglich, warnen Polizisten. Die Stimme am anderen Ende der Leitung sei oft schwer zu erkennen, da geschluchzt wird oder gar Künstliche Intelligenz im Einsatz ist. „Ein Schockanruf bringt Sie in Sekunden aus dem seelischen Gleichgewicht“, beschreibt die Polizei. „Ihr Puls steigt, Ihr Verstand setzt aus.“

Straßenkriminalität in Stadt und Land Bamberg

Gering sind die Fallzahlen auch in Hinblick auf Straßenkriminalität, worunter Sachbeschädigungen, Fahrrad- und Pkw-Diebstähle, Körperverletzungen sowie Raubdelikte fallen. Im Landkreis waren zwei von 75 Geschädigten 60 Jahre oder älter. In der Stadt waren es fünf von 160 Betroffenen.

„Sicherheit lässt sich nicht in Statistiken abbilden“

Der Polizeioberkommissar betont aber auch: „Sicherheit lässt sich nicht allein in Statistiken abbilden.“ Die Erkenntnis der Statistik nütze dem Einzelnen, der Opfer einer Straftat wurde, nichts. „Das Sicherheitsgefühl entsteht aus persönlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen: Diese Sorgen nehmen wir ernst.“

Straftaten gegen ältere Menschen sollten auf keinen Fall verharmlost werden, betont die Polizei Bayern: „Die Angst vor den Folgen von Gewalt kann bei betroffenen Senioren schwerer wiegen als etwa bei jüngeren Opfern. Altersbedingte Unsicherheit kann im Fall einer konkreten Opfererfahrung weiter verstärkt werden.“ Man setze daher auf Prävention und arbeite mit Seniorenbeiräten und Kommunen an Beratungsangeboten.

Präventionskabarett „Ned mit mir!“

Die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt und die Polizeiinspektion Bamberg-Land stünden jederzeit bei Fragen zur Verfügung. Außerdem tourt, hinsichtlich der Betrugsstraftaten, das Präventionskabarett „Ned mit mir!“ mit dem Kabarettisten Tom Bauer zusammen mit dem oberfränkischen Polizeipräsidium und Präventionsbeamtinnen und -beamten durch Franken. Direkte Anlaufstelle bei Berugsfällen oder dem Verdacht ist die Beratungsstelle der Kriminalpolizei Bamberg für Bamberg und Forchheim: 0951/9129-0 

Externe Beratungsstellen für Seniorinnen und Senioren:

Bundesverband Graue Panther e. V.
Telefon: 0551-376441
E-Mail: bundesverband-graue-panther[at]email.de
Webseite: bundesverband-graue-panther.de

Weisser Ring e. V.
Telefon: 06131 / 83 03 0
E-Mail: info[at]weisser-ring.de
Webseite: weisser-ring.de

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