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Eigene Kultur repräsentieren
Von Deutschland in die USA: Mein Jahr bei Walt Disney
Emma Pietsch und ein Freund in ihren Kostümen in der Mitte des Germany Pavilions in EPCOT
Emma Pietsch und ein Freund in ihren Kostümen in der Mitte des Germany Pavilions in EPCOT // Foto: privat
Signet des Fränkischen Tags von Emma Pietsch
Bamberg/Florida – Disney sucht jedes Jahr junge Botschafter, die Deutschland im Walt-Disney-World-Ressort in Florida vertreten. So habe ich mit diesem Auslandsjahr meinen Kindheitstraum verwirklicht.

Schon als kleines Kind war ich ein riesiger Disney-Fan. Von Micky Maus über Bambi und das Dschungelbuch, bis hin zu den Geschichten der Disney-Prinzessinnen: Alles hat mich begeistert.

Nach meinem Abitur 2024 war mir klar, dass ich nicht sofort mit einem Studium anfangen, sondern erst mal ein sogenanntes „Gap-Year“ machen möchte, am liebsten im Ausland. Während meiner Schulzeit wäre ich gerne für ein Jahr in die USA an eine High School gegangen. Das war aber aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht möglich.

Von Deutschland in die USA dank Disney

Umso glücklicher war ich, als ich von dem sogenannten „Disney Cultural Representative Program“, kurz „CRP“, gehört habe. Ein Jahr lang für die Walt Disney Company in Orlando, Florida, arbeiten, um dort Deutschland zu repräsentieren. Für mich war es genau die richtige Kombination aus einem Auslandsaufenthalt in den USA und einem Unternehmen, welches mich schon mein Leben lang begleitet.

Voraussetzungen für das Disney Cultural Representative Program

Die einzigen Voraussetzungen für das Programm bestehen darin, mindestens 18 Jahre alt zu sein, die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen sowie die englische Sprache fließend und sicher zu beherrschen.

Nach der Bewerbung über die offizielle „Disney-Careers“-Website wurde ich zu einem Interview nach Frankfurt am Main eingeladen. Dort gab es eine Präsentation mit allen wichtigen Informationen zu dem Programm, sowie ein kurzes Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Walt Disney Company. Vor dem anstehenden Interview war ich sehr aufgeregt, die Mitarbeiterin von Disney war jedoch wirklich sehr freundlich und hat mir die ganze Zeit über ein sehr positives Gefühl gegeben. 

Nach ungefähr zwei Wochen bekam ich die Bestätigung, dass ich ab August 2024 Teil des Germany Cultural Representative Programs sein darf. Meine Freude war riesig.

Aufgaben als Kulturrepräsentant im deutschen Themenbereich

Der Anfang meines Programms bestand aus einem Training, bei dem ich meinen Job als Kulturrepräsentant und somit als „Cast Member“ (so werden die Mitarbeiter der Walt Disney Company genannt) im deutschen Themenbereich kennengelernt habe.

Der deutsche Themenbereich („Germany Pavilion“) befindet sich im sogenannten EPCOT-Park (EPCOT steht für „Experimental Prototype Community of Tomorrow“), einem der vier Themenparks im Walt Disney World Resort in Orlando. Mit Fachwerkshäusern, einer Burg und dem Biergarten-Restaurant ist der Germany Pavilion an der Stadt Rothenburg ob der Tauber in Bayern inspiriert.

Meine Aufgaben bestanden darin, Merchandise-Artikel, darunter Kleidung mit vor allem bayerischen Motiven und Sprüchen, süße Gebäcke mit Werther’s Original Karamell, Steiff-Kuscheltiere, deutsches Bier, Wein und Schnaps zu verkaufen, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen und ihnen mehr über Deutschland und unsere Kultur zu berichten. Mein Kostüm war – typisch bayerisch – ein Dirndl, die Jungs trugen Lederhosen.

Während meiner Arbeit bei Disney sind sehr interessante Gespräche und Begegnungen entstanden. Dabei wurde mir häufig von Gästen erzählt, wie oft sie schon in Deutschland waren und wie sehr es ihnen gefallen hat. Die meisten Gäste waren vor allem in Bayern aufgrund des Oktoberfestes  und der schönen Architektur und in Frankfurt am Main aufgrund des Flughafens. Auch der Begriff „Rhine-River-Cruise“, eine Kreuzfahrt über den Rhein, fiel oft und scheint bei den Amerikanern sehr beliebt zu sein. Über einen Besuch von Amerikanern in anderen Teilen Deutschlands (vor allem im Norden) wurde eher selten berichtet.

Das Cultural Representative Program ist eine großartige Möglichkeit, mit Menschen aus der ganzen Welt in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu finden, die dann ein Leben lang bestehen. Ich hatte das große Glück, viele tolle Menschen kennenlernen zu dürfen, mit denen ich nun auch nach meinem Programm weiterhin viel in Kontakt habe. Eine meiner jetzigen besten Freundinnen, die ich in Florida kennengelernt habe, wohnt zum Beispiel in München. Ohne das Disney-Programm hätte ich sie wahrscheinlich nie kennengelernt. 

Germany Pavilion, EPCOT, Walt Disney World Resort
"Deutscher Pavilion" im EPCOT-Park, inspiriert an der Stadt Rothenburg ob der Tauber in Bayern. // Emma Pietsch

Das Leben als Cast-Member von Disney

Den Cast‑Membern wird eine Wohnung von Disney zur Verfügung gestellt, die sich in einer Wohnanlage mit einem vielfältigen Freizeitangebot befindet und nur ungefähr zehn Minuten vom Disney-World-Gelände entfernt ist. Die Apartments werden sich immer zu viert geteilt und bieten alles, was man zum Leben benötigt.

Das Programm bietet ebenfalls die Möglichkeit, einige Reisen in den USA, oder auch nach Nord- und Südamerika zu machen, und das Beste: Die Cast Member erhalten ein Jahr lang kostenlosen Eintritt in alle Parks im Walt Disney World Resort in Orlando, sowie im Disneyland Resort in Anaheim (Kalifornien) und im Disneyland Paris.

Germany Pavilion, Karamell-Küche, EPCOT, Walt Disney World Resort
Blick auf die sogenannte "Karamell-Küche", Germany Pavilion, EPCOT-Park. Hier werden verschiedene Gebäcke mit Werther's Original Karamell verkauft. // Emma Pietsch

Für wen das Cultural Representative Program von Disney ist

Empfehlenswert ist das Programm für alle, die große Fans von Disney sind. Und die gut mit anderen Menschen in Kontakt treten und ihnen viel über unsere Kultur erzählen können.

Darüber hinaus ist das Walt-Disney-World-Resort immer einen Besuch wert. Und wer gerne etwas von der Disney-Magie des Deutschen Pavilions in der Heimat genießen möchte, der kann natürlich nach Rothenburg ob der Tauber reisen. Die Stadt ist nämlich nur gerade einmal 135 Kilometer von Bamberg entfernt.

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