Die RMV-„Gaaskeeser“ sind flexibel und sehr ideenreich: Nach der Jubiläums-„Gala“ im Vorjahr ging es heuer an zwei Abenden mit 800 Faschings-Freaks im wahrsten Sinne etwas „wilder“ zu. Die Karl-Wagner-Halle wurde für knapp fünf Stunden in das Gebiet westlich des Mississippi verlagert und über 100 Mitwirkende in 24 Acts mit Bütten-Reden, Meister-Garden und lokal geprägten Sketchen setzten das Motto „Wilder Westen“ in einem Vier-Stunden-Netto-Spektakel kurzweilig um.
Viel Politikprominenz bei der Prunksitzung in Strullendorf
Das „Macher“-Duo mit Thomas Fischer, dem 1. Vorstand der RMV Concordia, und Sitzungspräsident Wolfgang Bühner konnte sich besonders am Sonntagabend über eine wohl noch nie dagewesene politische Promi-Dichte freuen, denn nach dem Samstags-BRK-Ball hatten am Tag danach die „Gaaskeeser“ eine magnetische Anziehungskraft. Die „Großkopferten“, angefangen von MdB Andreas Schwarz über MdL Holger Dremel bis hin zu Landrat Johann Kalb und vielen Landkreis-Bürgermeistern, mussten auch einiges „ertragen“.
Die „Wild-West-Spiele“ wie Line Dance, „Hoch zu Ross“ mit geforderten schlagfertigen Argumenten und mittels Reifen einen lebendigen Hühnerhaufen einfangen, war letztlich dem Ziel geschuldet, dass Strullendorf einen „gscheiten“ Sheriff braucht. Und siehe da: Lokalmatador Wolfgang Desel siegte in „Strulln-City“!
Prunksitzung in Strullendorf: Es wurde wild
Nicht nur dieser Wettkampf war geprägt vom „Derblecken“ der beiden Moderatorinnen Sophie Saffer und Theresa „Terry“ Schwarzmann, die immer wieder kräftig „austeilten“ und Begeisterung entfachten. So auch bei der Premiere der „Alt-Neu-Amlingstadt-Wernsdorfer Feuerwehrkappel'n“, bei der Kommandant Daniel Alt in die Norbert-Neugirg-Rolle der „Altneihauser“ schlüpfte. Die „Bercher“ kamen, um Geld für ihr „Häusla“ zu erhaschen. Stehende Ovationen bei ihrem Lied vom „lebenslänglichen Durst“ und der „vergänglichen Liebe“, ehe sie dann eine Kirchenmusik-Probe für den Wahlsonntag inszenierten mit „Seelsorgerin Terry“ eine Hochfest-Litanei zelebrierten.
Apropos Premiere: Die 11-jährige Marlene Pickel machte sich gehörig Luft über ihre anstrengenden Eltern, die immer Aufgaben verteilen. Vor allem bei der Oma fand sie Schutz und durfte dort Mensch sein („meine Oma ist der Hit“).
Während Evelyn Engert ihr „Malle-Fieber“ schilderte, vom „Bauernkaff“ mit Freundinnen loszog und am Ballermann „superglücklich“ einkaufte, blieb Noah Metzger im Lande. Der Youngster mit TV-Erfahrung schwärmte von seinem Ferienjob auf dem Bauernhof. Das Leben als Hofladen-Manager, der die Städter zurechtwies, und als „Bulldog“-Fahrer statt irgendwelcher Computer-Animationen hat es ihm angetan („Bauer sein ist richtig geil“).
Die schönsten Bilder aus der Prunksitzung:
Traditionsgemäß „lebt“ die Strullendorfer Prunksitzung von den mit vielen deutschen Titeln dekorierten Garden. Neben den Rheinischen Formationen sind es die Show-Tänze, die voller Energie und Ausdruckstärke stecken. Die Kleinsten kamen als Mini-Garde herrlich kostümiert aus Schlumpfhausen. Mit einer Erzählung aus „Alice im Wunderland“ bestach das Young Team 2 und das „Einser“-Team spannte tänzerisch ein Spinnennetz. Längst Garde-Institutionen sind die 18 Mitgliederinnen der „Raveolution“-Formation, die vor dem Mitternachts-Finale als „Clinic Company“ samt tänzerischer Putztechniken für einen finalen Act erster Klasse sorgte.
Ganz besonders im Fokus stand nach ihrem jüngsten „Fastnacht in Franken“-Aufritt Janina Fuchs. In Veitshöchheim waren es Frauenthemen, in Strullendorf „zerlegte“ sie bekannte Schlager auf geistreiche Textpassagen.
Die „Gaafergoschn“ traf damit voll ins Schwarze, beginnend mit Einspielungen von Passagen aus Heino-Liedern. Die Halle „kochte“, als „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher „untersucht“ wurde. Bei „Mendocino“ von Michael Holm, der bekanntlich textmäßig nach San Fernando unterwegs war, ließ sie kein gutes Haar an dessen geografischem Liedgut Das furiose Finale: „Verdammt, ich lieb Dich“ von Matthias Reim und der Vogelhochzeit-Refrain „Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala“ zum Mitsingen.
„Jubel-Raketen“ bei der Strullendorfer Prunksitzung
Eine „Jubel-Rakete“ erntete aber nicht nur Janina Fuchs. Diese wurden zahnreich gezündet, allen voran bei den unverwüstlichen „Klassikern“. Die „Black-Light-Show“ ist seit vier Jahrzehnten ein ganz besonderer Genuss. Die achtköpfige Crew verbreitete Lagerfeuer-Feeling und versetzte das Cowboy-Publikum in eine andere Welt. Die „Zugabe“-Rufe bei den „Ladykillern“ sind schon Tradition. Kein Wunder, dass die Frauenherzen höher schlagen, wenn ein Quintett wie Lucas Schwarzmann, Alexander und Simon Strauß, Bernd Pickel und Juri Fischer oberkörperfrei die Bühne „rockt“.
Mit der „Gaaskeeser“-Sitzung endete der große Reigen der Prunksitzungen im Landkreis, die Tausende von Faschingsfreunden anzogen und sich vor TV-Sitzungen überhaupt nicht zu verstecken brauchen. Dass der Fasching 2027 noch eine Woche kürzer ist, kann dem Kult dieser lokalen Sitzungen überhaupt nichts anhaben.


















