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Spielabbrüche
Anpfeifen ja oder nein? Schiri muss den Kopf dafür hinhalten
Schiedsrichter Christian Hornung gibt einen Einblick in die Entscheidungsfindung vor einer Partie, deren Austragung aufgrund der Boden- und Witterungsverhältnisse in Frage steht. // Bernd Riemke / anpfiff.info
Signet des Fränkischen Tags von Markus Schütz, anpfiff.info
Landkreis Bamberg – Jüngst zeigte der Pegnitzgrunder Lehrwart Luca Fritsch einige Situationen auf, bei denen ein Spiel nicht angepfiffen oder wieder abgebrochen wird. Bei uns gab es dies am Wochenende mehrfach.

Selbst in der Bayernliga entschied sich der Schiedsrichter dazu, die Begegnung FC Eintracht Bamberg – Ingolstadt 2 aufgrund des gefrorenen Bodens nicht anzupfeifen. Das Gleiche passierte beispielsweise in der Bezirksliga in Rattelsdorf oder auf Kreisebene bei der Post. In Zapfendorf auf dem Kunstrasen versuchte es der Referee zwar, entschied sich dann aber nach ein paar Minuten dazu, das Spiel Lauf/Zapfendorf 2 – Zückshut abzubrechen, da die Spieler bei jedem Richtungswechsel wegrutschten und ein Akteur zudem mit dem Kopf auf dem harten Untergrund aufprallte und benommen liegen blieb.

Schiedsrichter Christian Hornung gibt einen Einblick in die Entscheidungsfindung vor einer Partie, deren Austragung aufgrund der Boden‑ und Witterungsverhältnisse infrage steht.

„So eine Entscheidung macht man sich nicht leicht“

Ein Schiedsrichter, der am vergangenen Sonntag entschied, dass die Partie SC Heiligenstadt – SG Zeckendorf/Scheßlitz angestoßen wird, war Christian Hornung (30), der für den SC Koppenwind pfeift und der der SR‑Gruppe Bamberg angehört. Dass das Kreisligaduell der beiden Aufsteiger aus der KK2 ausgerechnet im über 300 Meter hoch gelegenen Heiligenstadt stattfinden konnte, mag im ersten Moment verwundern.

„Freilich gab es Stellen, die weich waren, aber nicht allzu rutschig. Und andere, die hart, aber eben nicht eisig waren“, erklärt Christian Hornung. Er machte sich intensiv Gedanken darüber, ob er die Partie anpfeift. Als Schiedsrichter ist er laut Spielordnung der einzige, der vor Ort nach bestem Wissen alle für die Durchführung des Spiels notwendigen Entscheidungen zu treffen hat.

„Und in diesem Fall gab es Argumente für beide Optionen!“, blickt er zurück. „Nachdem ich mir den Platz eingehend angeschaut habe, war es insgesamt jedenfalls eine alles andere als leichte Entscheidung. Zumal wir als Schiedsrichter diejenigen sind, die dann den Kopf hinhalten müssen.“ Als Maßstab legte Hornung einzig zugrunde, „ob ein signifikant erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Akteure besteht“ und „ob ein fairer, ordnungsgemäßer Spielbetrieb möglich ist“. Nachdem er Punkt eins mit Nein und Punkt zwei mit Ja beantwortete, pfiff er die Partie an.

Vorbildliches Verhalten beider Seiten

Der Schiedsrichter lobt ausdrücklich die beiden Mannschaften, „die keinerlei Druck gemacht haben“. Er sprach gemeinsam mit seinen Assistenten vor der Partie mit beiden Spielführern. Beide Seiten wollten spielen, sagten aber zugleich, dass sie jede Entscheidung akzeptieren würden. Auch die Tatsache, dass die Zweiten Mannschaften zuvor bereits auf dem A‑Platz gespielt hatten, spielte für die Schiedsrichterentscheidung keine Rolle – ebenso wenig wie organisatorische oder finanzielle Aspekte des Heimvereins.

Am Ende gewann die Heimelf durch zwei späte Tore mit 2:0. „Niemand hat sich aufgrund der äußeren Umstände verletzt. Wer selbst schon einmal Fußball gespielt hat, weiß, dass das spielerische Element auf einem solchen Untergrund etwas in den Hintergrund rückt. Aber das Sprinten war ohne Einschränkungen möglich, und die Bedingungen waren schwierig, aber absolut regulär“, so Hornung. Hätte sich diese Einschätzung im Verlauf des Spiels geändert, hätte er die Partie auch abgebrochen.

Es war übrigens die letzte noch offene Partie in der Kreisliga, in der jetzt alle 16 Teams mit der angestrebten Anzahl von 20 Spielen in die Winterpause gehen.

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