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Basketball
BBL-Wechselkarussell: Die neuen Klubs der Ex-Bamberger
Ex-Bamberger, die in den vergangenen Tagen den Klub wechselten (von oben links): Nicholas und Brandon Tischler, Dominic Lockhart, Kenny Ogbe, Elias Baggette, Christian Sengfelder, Spencer Reaves, Mateo Seric, William McDowell-White und Eddy Edigin.
Ex-Bamberger, die in den vergangenen Tagen den Klub wechselten (von oben links): Nicholas und Brandon Tischler, Dominic Lockhart, Kenny Ogbe, Elias Baggette, Christian Sengfelder, Spencer Reaves, Mateo Seric, William McDowell-White und Eddy Edigin. // Archiv
Bamberg – Nicht nur bei den Bamberg Baskets tut sich in diesen Tagen personell einiges. Christian Sengfelder, die Tischer-Zwillinge, Dominic Lockhart, Kenny Ogbe, Spencer Reaves und andere ehemalige Bamberger Profis haben den Verein gewechselt. Die große Übersicht.

Es ist eine Frage, bei der sich die Geister scheiden. Das Pflaster schnell oder langsam abreißen? Metaphorisch gesehen steht der Großteil der Basketball-Bundesligisten im Sommer vor genau dieser Frage. Wie bringt man den Fans am besten bei, dass sich das Gesicht der Mannschaft in der neuen Saison ändern wird?

Die Bamberg Baskets entschlossen sich in der vergangenen Woche zum eher „schnellen Abziehen“. Wenige Stunden nachdem der Abschied von Patrick Heckmann kommuniziert worden war, gab der Klub noch die Abgänge von EJ Onu, Lukas Herzog und Abdulah Kameric bekannt. Die Telekom Baskets Bonn setzten in den vergangenen zwei Wochen dagegen eher auf das „langsame Abziehen“. Glynn Watson, Savion Flagg, Brian Fobbs und schließlich am Freitag Christian Sengfelder. Die Abschiedsmeldungen in Scheibchenform sorgten bei den Bonner Anhängern nicht gerade für Begeisterung. Der Ruf nach mehr Kontinuität wurde in den sozialen Medien laut.

Sengfelder ist ein "Systemopfer"

Für Sengfelder ist es der zweite vorzeitige Abschied in Folge. Im vergangenen Sommer hatten sich die Bamberger und ihr Kapitän auf eine Auflösung des ursprünglich bis 2025 laufenden Vertrags vereinigt, ehe Sengfelder bis 2025 bei den Rheinländern unterschrieb.

Und warum kam es zur einvernehmlichen Vertragsauflösung? „Chris hat sich in seiner Rolle als Kapitän immer voll in den Dienst der Mannschaft gestellt, wofür wir ihm dankbar sind. Eine unserer Lehren aus der vergangenen Saison ist jedoch, dass wir zwar breit aufgestellt waren, wir uns aber in den Spielertypen zu sehr ähnelten, wodurch uns die Variabilität fehlte“, so Baskets-Sportdirektor Savo Milovic. „Mit Till Pape, Jonathan Bähre und auch Rivaldo Soares haben wir nun drei Spieler, die sich auf dieser Position mit ihren Fähigkeiten ergänzen, was uns taktisch mehr Möglichkeiten bieten wird.“

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 „Systemopfer“ Sengfelder wird nun zum ersten Mal in seiner Profikarriere im Ausland aktiv sein. Den 29-Jährigen zieht es zum französischen Erstligisten JDA Dijon. Unter Headcoach Roel Moors spielte Sengfelder in Bonn eine solide BBL-Spielzeit (8,4 Punkte, 3,4 Rebounds in 22 Minuten), war aber nicht im Ansatz so effektiv wie beispielsweise in seiner besten Saison im Bamberger Trikot. 2021/22 legte Sengfelder 15,6 Punkte und 5,8 Rebounds in durchschnittlich 29 Minuten auf.

Mit Tyreese Blunt verlässt die Bonner noch ein zweiter Ex-Bamberger. Der Combo Guard kam über acht Kurzeinsätze (drei Minuten pro Partie) nicht hinaus und heuert bei BBL-Absteiger Crailsheim Merlins an. 

Tyreese Blunt (rechts) wechselt nach Crailsheim.
Tyreese Blunt (rechts) wechselt nach Crailsheim. // championsleague.basketball

Tischler-Zwillinge heiß begehrt

Was hat sich im bisherigen Sommer bei weiteren ehemaligen Bamberger Spielern in der BBL getan? Mit Spannung wurde unter anderem die Zukunftsentscheidung der Tischler-Zwillinge erwartet. Brandon und Nicholas, in Bamberg geboren und im Brose-Programm ihre Basketball-Ausbildung genossen, schafften in der vergangenen Saison bei den Basketball Löwen den endgültigen Durchbruch im Oberhaus. Nicholas (8,5 Punkte und 4,2 Rebounds in 24 Minuten) und Brandon (8,4 und 3,3 Rebounds in 21 Minuten) gehörten aufgrund ihres Potenzials und Flexibilität zweifelsohne zu den begehrtesten deutschen Spielern auf dem Markt. Nicholas entschied sich letztlich für Chemnitz, Brandon für Ludwigsburg.

Der gebürtige Bamberger Nicholas Tischler verbrachte die vergangenen drei Jahre in Braunschweig. Nun ist er für die Niners Chemnitz aktiv.
Nicholas Tischler wechselt nach Chemnitz. // Archiv/Daniel Löb

Von Ludwigsburg nach Chemnitz wiederum ist Center Eddy Edigin gewechselt. Der 28-Jährige verbrachte zwei Jahre in Bamberg beziehungsweise Baunach (2017 bis 2019) und entwickelte sich in der zurückliegenden Saison bei den MHP Riesen zu einem der besten deutschen großen Spieler der Liga. 8,1 Punkte und 5,7 Rebounds markierte Edigin im Schnitt für Ludwigsburg.

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Lockhart und Baggette wieder vereint

 Das Überraschungsteam Chemnitz verlässt nach zwei Jahren hingegen Dominic Lockhart (2020 bis 2022 in Bamberg). Mit seiner Vielseitigkeit und seinen Verteidigungsqualitäten war der 29-Jährige zwar ein wichtiger Baustein im Niners-System, offensiv agierte er aber deutlich schwächer als zu seiner Bamberger Zeit. Lockhart kam in der abgelaufenen Saison lediglich auf 1,9 Punkte bei einer schwachen Dreierquote von 28 Prozent.

Der gebürtige Schweinfurter setzt seine Karriere bei den Rostock Seawolves fort.  „Dominic bringt viel Erfahrung, Härte und Siegermentalität mit. Wir hoffen, dass er ein entscheidender Faktor für viele Seawolves-Siege in der nächsten Saison sein wird”, so der neue Rostocker Coach Przemysław Frasunkiewicz. Dazu wechselt mit Elias Baggette (Crailsheim) ein weiterer ehemaliger Brose-Profi nach Rostock.

Dominic Lockhart (rechts) im Duell mit dem Ex-Bamberger Spencer Reaves, der von Vechta nach Weißenfels wechselt.
Dominic Lockhart (rechts) im Duell mit dem Ex-Bamberger Spencer Reaves, der von Vechta nach Weißenfels wechselt. // Ernesto Uhlmann

Ogbe bleibt im Norden

Ein Weggefährte von Lockhart und Baggette in Bamberg war Kenny Ogbe. Auch der gebürtige Münchner hatte von 2020 bis 2022 für die Oberfranken gespielt, ehe er nach Oldenburg wechselte. Analog zu Lockhart bleibt festzuhalten: Auch Ogbe agierte im Brose-Trikot auf etwas höherem Niveau. Wobei der Flügelspieler bei den Donnervögeln auch immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde und nur zu 41 BBL-Einsätzen in zwei Spielzeiten kam. Ogbe bleibt in nördlichen Gefilden und wechselt zu den Hamburg Towers.

„Kenny hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er seinen Teams an beiden Enden des Feldes viel Intensität und Stabilität geben kann. Gleichzeitig konnte er seine Entwicklung aufgrund von Verletzungen nicht so richtig vorantreiben. Wir wollen mit ihm gemeinsam auf seinem starken Fundament aufbauen und ihm einen weiteren Schritt nach vorn ermöglichen“, sagt Towers-Sportchef Marvin Willoughby. 

Seric bleibt im Süden

Im Süden schlägt Mateo Seric seine Wurzeln. Der Power Forward (2018 bis 2021 in Bamberg) konnte den Abstieg der Tigers Tübingen trotz einer starken Saison nicht verhindern. Der gebürtige Schwabe markierte 11,7 Punkte, 4,1 Rebounds und 1,7 Assists in durchschnittlich 25 Minuten. Nun geht es für 25-Jährigen 150 Kilometer nördlich weiter, bei den MLP Academics Heidelberg. Und bekommt es dabei mit seinem alten Trainer Danny Jansson, der ebenfalls von Tübingen nach Heidelberg wechselt. „Mateo hat sich in der vergangenen BBL-Saison stark entwickelt. Er kennt Danny, kommt in diesem System gut zurecht und hat zudem noch viel Potential. Zu seinen Stärken gehört sicherlich der Wurf“, sagt MLP-Sportleiter Alex Vogel.

Starker Wurf? Da kommt automatisch Spencer Reaves ins Spiel. Der Distanzspezialist vom Dienst hat in der abgelaufenen Saison den Rollenspieler-Part in Vechta genauso zuverlässig erfüllt wie in Bamberg. Bei beiden Klubs kam der Deutsch-Amerikaner auf 6,7 Punkte pro Partie. In Bamberg warf er starke 49 Prozent von der Dreierlinie, in Vechta sogar 50 Prozent. Orange bleibt bei Reaves auch in der kommenden Runde Trumpf: der 28-Jährige spielt künftig für den Mitteldeutschen BC.

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Ex-Baunacher Talent bei Alba Berlin

Bereits vor einigen Wochen stellte Alba Berlin seinen ersten und bislang einzigen Neuzugang vor. Und auch dieser hat Bamberger Vergangenheit. Der australische Aufbauspieler William McDowell-White wechselte 2017 im Alter von 19 Jahren ins Bamberger Programm. Der Point Guard war Leistungsträger in Baunach und stand vor dem Sprung ins BBL-Team, doch sollte den Durchbruch letztlich unter anderem gesundheitsbedingt nicht schaffen. Im Februar 2019 wurde der Vertrag mit dem damals 20-Jährigen einvernehmlich aufgelöst. In den vergangenen drei Jahren entwickelte sich McDowell-White zu einem der besten Guards der australischen Liga NBL. Das ist auch Alba Berlin nicht entgangen.

William McDowell-White (mit Ball) absolvierte für Brose Bamberg zwei Bundesliga- und zwei Euroleaguespiele sowie eine Partie in der Champions League.
William McDowell-White (mit Ball) absolvierte für Brose Bamberg zwei Bundesliga- und zwei Euroleaguespiele sowie eine Partie in der Champions League. // Archiv

Der Vizemeister stattete den Australier mit einem Zwei-Jahres-Vertrag aus: „Seitdem ich als Teenager in Bamberg gespielt habe, war es immer ein kleiner Traum von mir, eines Tages für ALBA zu spielen.  Ich freue mich darauf, Teil eines Clubs zu sein, der Jahr für Jahr um die Deutsche Meisterschaft mitspielt.“

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