0
Bamberger Basketballerin
Alina Hartmann und der Olympia-Traum
Alina Hartmann trainiert im Sommer regelmäßig in Bamberg bzw. Strullendorf
Alina Hartmann trainiert im Sommer regelmäßig in Bamberg bzw. Strullendorf // Archiv/Johannes Nusko
Bamberg – Die 28-jährige Profispielerin aus Bamberg ist Teil des vorläufigen DBB-Kaders für Paris 2024. Doch die Konkurrenz im Team ist groß. Wie die Oberfränkin ihre Chancen sieht und was sie zur Einbürgerung der US-Amerikanerin Alexis Peterson sagt.

Zwei gebürtige Bamberger Basketballprofis waren vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking dabei: Steffen Hamann und Sven Schultze. In diesem Jahr wird es kein Bamberger in den Olympia-Kader schaffen. Brandon und Nicholas Tischler dürften aber bei entsprechender Qualifikation heiße Kandidaten für Los Angeles 2028 sein. Eine heiße Kandidatin für ein Paris-Ticket ist dagegen eine Spielerin aus Bamberg: Alina Hartmann.

Die 29-Jährige war im vergangenen Jahr Teil des deutschen EM-Kaders und spielte zuletzt auch das Olympia-Qualifikationsturnier in Brasilien. Hartmann steht im vorläufigen Olympia-Kader von Bundestrainerin Lisa Thomaidis und war beim Trainingsauftakt in Würzburg am Freitag mit dabei. Ob die Flügelspielerin den Sprung in den endgültigen Zwölfer-Kader schafft, ist noch offen.

Die Konkurrenz ist groß. Mit Nyara und Satou Sabally sowie Leonie Fiebich sind unter anderem drei Spielerinnen in der WNBA in den USA aktiv. Das Trio steigt aufgrund der laufenden Saison auch erst verspätet in die Olympia-Vorbereitung ein. „Wir haben einen kompletten Monat Vorbereitung. Es kann viel passieren. Ich war in den letzten Jahren immer dabei, hatte aber nie eine große Rolle. Ich bin also nicht 100-prozentig dabei, mache aber alles, was in meiner Macht steht, um gut genug zu sein, mitfahren zu können“, sagt Hartmann. So schwitzte die Bambergerin in den vergangenen Wochen unter anderem fast täglich in Strullendorf, arbeitete dort individuell mit Baskets-Assistenztrainer Stefan Weissenböck.

Gute Laune bei der DBB-Trainingsgruppe in Strullendorf (von links) um Alina Hartmann, Marie Gülich, Luisa Geiselsöder und Emily Bessoir.
Gute Laune bei der DBB-Trainingsgruppe in Strullendorf (von links) um Alina Hartmann, Marie Gülich, Luisa Geiselsöder und Emily Bessoir. // Johannes Nusko

Starke Saison in Belgien

In der zurückliegenden Saison war Hartmann für den belgischen Erstligisten BC Namur Capitale am Ball. „Es lief gut. Im Eurocup sind wir in die zweite Runde gekommen. Das war ein großer Erfolg für den Verein. In den Play-offs in der heimischen Liga leider im Halbfinale ausgeschieden, da wäre bisschen mehr drin gewesen. Insgesamt war es aber eine gute Saison. Auch für mich persönlich“, so Hartmann. Die 29-Jährige kam auf 11,3 Punkte und 4,5 Rebounds pro Partie. In der kommenden Saison geht es für Hartmann in einer anderen europäischen Top-Liga weiter. Auf einige bekannte Gesichter aus Belgien könnte die Bambergerin in Paris treffen. Denn der erste deutsche Gruppengegner am 29. Juli sind die Belgierinnen. 

Lesen Sie auch:

Einbürgerung von Peterson: Gemischte Gefühle bei Hartmann

Danach kommt es zum Duell mit Japan (1. August), ehe das Highlight gegen die USA am 4. August die Vorrunde abrundet. In den USA geboren die neue Spielmacherin des DBB-Teams. Wie der Verband vor knapp zwei Wochen bekanntgab, wird die 29-jährige Alexis Peterson Teil der Mannschaft werden. Die US-Aufbauspielerin besitzt auch einen deutschen Pass und ist nach einem längeren Einbürgerungsprozess nun auch spielberechtigt. „Wir wussten seit der EM im vergangenen Jahr, dass das Ganze geplant ist. Die Frage war, wie schnell die Behörden sind. Außer Luisa Geiselsöder, die mit ihr in Frankreich zusammengespielt hat, kennt sie noch keiner“, sagte Hartmann wenige Tage vor dem gemeinsamen Trainingsstart in Würzburg. 

Hartmanns Stärke: Der Wurf
Hartmanns Stärke: Der Wurf // Johannes Nusko

Die Entscheidung, eine US-Amerikanerin einzubürgern, sieht Hartmann persönlich mit gemischten Gefühlen. „Dass wir eine weitere Aufbauspielerin brauchen, ist Fakt. Auf der anderen Seite finde ich es schon schade, dass wir die nicht innerhalb Deutschlands finden. Die Einbürgerung von Alexis bedeutet gleichzeitig, dass der Olympia-Traum einer Spielerin, die schon länger dabei ist, wahrscheinlich platzt“, sagt die Oberfränkin. „Aber wir sind nicht diejenigen, die das entscheiden. Andre Nationen machen das bereits seit vielen Jahren vor, um kompetitiv zu sein. Wenn der sportliche Erfolg stimmt, kann wenig dagegen sagen.“ 

 

 

 

Unsere Leseempfehlungen

Inhalt teilen
  • kopiert!