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Bambergerin Alina Hartmann
"Es ist der Hammer, was sich im Frauen-Basketball getan hat"
Alina Hartmann (Zweite von rechts) in Berlin während der Nationalhymne.
Alina Hartmann (Zweite von rechts) in Berlin während der Nationalhymne. // Bertram Wagner
Signet des Fränkischen Tags von Bertram Wagner
Bamberg – Die Bambergerin Alina Hartmann hat den Sprung in den Olympia-Kader der deutschen Basketballerinnen geschafft. Wie die 28-jährige Flügelspielerin die Nachricht aufgenommen hat und wie sie die Chancen der DBB-Frauen in Paris einschätzt.

Historisches ist geschafft! Die Basketballerin Alina Hartmann schreibt in wenigen Tagen Bamberger Sportgeschichte, wenn sie am Freitagabend mit an der Eröffnungsfeier teilnimmt und am kommenden Montag (13.30 Uhr gegen Belgien) erstmals auf dem Olympia-Parkett im Vorrundenspielort Lille steht.

„Für mich ist mit der Nominierung ins Olympia-Team ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Nie hätte ich das geglaubt, als ich bei der DJK Don Bosco mit dem Basketballspielen angefangen habe“, strahlte die 28-jährige Flügelspielerin nach dem 77:63-Erfolg gegen Nigeria im letzten Heim-Testspiel vor Olympia.

Hartmann: "Wir reiten auf einer Erfolgswelle"

Dabei ließ sie in der großen Berliner Uber-Arena ihre Blicke schweifen und genoss diese Momente. „Vor eineinhalb Jahren haben wir in Wolfenbüttel noch in einer Schulturnhalle ein Länderspiel bestritten und jetzt dieser Auftritt in Berlin vor fast 10.000 Fans. Es ist der Hammer, was sich im Frauen-Basketball getan hat. Wir reiten im Moment auf einer Erfolgswelle und müssen alles mitnehmen. Der Push ist da, dieses Momentum gilt es zu nutzen, auch wenn man spürt, dass es natürlich noch Ungleichheiten mit dem Männer-Basketball gibt.“

Gemeinsam wurden Männer- und Damen-Olympioniken beim „Double Header“ in der Hauptstadt mit frenetischen Berliner Beifall Richtung Olympia verabschiedet. Sicherlich auch ein unvergesslicher Basketball-Moment im Leben von Alina Hartmann.

Alina Hartmann und ihre Basketball-Kolleginnen dürfen den zweiten Sieg bei Olympia bejubeln.
Alina Hartmann und ihre Basketball-Kolleginnen dürfen den zweiten Sieg bei Olympia bejubeln. // Bertram Wagner

Die erlösende Nachricht, dass sie im endgültigen Olympia-Kader steht, erhielt sie beim Vier-Länder-Turnier in Polen vor gut einer Woche. Nationaltrainerin Lisa Thomaidis überbrachte ihr die Pro-Olympia-Entscheidung („Ich konnte ja nicht hundertprozentig sicher sein, dass ich dabei bin“) in einem Einzelgespräch. Spätestens da dürfte ihr bewusst geworden sein, dass ihre intensive Vorbereitung in der Heimat genau der richtige Weg war.

„Ich war im gesamten Juni fast täglich in Strullendorf beim Training. Die Einheiten mit Individualtrainer Stefan Weissenböck und einigen Baskets-Jungs haben mir sehr viel gebracht“, reflektiert sie die viele Stunden im Baskets-Trainingscenter vor der Haustüre, ehe die Team-Vorbereitung in Würzburg begann.

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Hartmann wirkt voll integriert, ist mit Herzblut in jeder Spielphase dabei, jubelt, klatscht ab und ist sich ihrer Situation bei Olympia bewusst. „Wenn man zwei Weltklassespielerin auf seiner Position im Team vor sich hat, werde ich auf dem Parkett sicher nicht die große Rolle spielen. Ich bin erst einmal sehr froh, dass ich dabei sein kann. Ich werde alles geben, mithelfen auf der Bank und im Spiel und kann hoffentlich diese einmalige Chance nutzen und genießen“, sprüht sie vor Vorfreude.

"Relaxt die Eröffnungsfeier mitmachen"

In Berlin stand die Fränkin, die bereits vor gut einem Jahrzehnt zu ihrem ersten Nationalmannschaftseinsatz kam, neun Minuten auf dem Feld, am Sonntag in ihrem 39. DBB-Einsatz drei Minuten in London beim abgebrochenen Test wegen eines medizinischen Notfalls bei einem Zuschauer gegen Großbritannien (54:43 nach 30 Minuten). „Es ist zwar schade, dass wir nicht direkt in Paris spielen. Ich freue mich aber sehr, dass wir ganz relaxt die Eröffnungsfeier mitmachen können, da wir ja erst Montag spielen und nicht wie die Männer am Tag darauf.“

Nach Berlin ist vor Olympia: Alina Hartmann auf dem Parkett der großen Damen-Basketball-Welt.
Nach Berlin ist vor Olympia: Alina Hartmann auf dem Parkett der großen Damen-Basketball-Welt. // Bertram Wagner

Auch wenn sie ihren bisher erzielten 124 Punkten keine weiteren Zähler in Berlin und London hinzufügen konnte, gehört dieses Momentum sicher zu ihren Karriere-Highlights. Viele Punkte erwartet sie sich von der jüngst eingebürgerten Alexis Peterson, die in Berlin ihre Klasse bewies (22 Punkte). „Jetzt sind wir nochmals besser geworden. Im Aufbau hatten wir eine Lücke und sind nun stark aufgestellt. Ein tolles Update kurz vor Olympia“, sieht die Nummer 16 im DBB-Team nun auch bessere Chancen in der schwierigen Gruppe mit Europameister Belgien zum Auftakt, Asien-Champion Japan (1. August/21 Uhr) und Weltmeister USA (4. August/17.15 Uhr).

Da kommt Olympia-Freude auf: Alina Hartmann und Alex Peterson genießen die besondere Atmosphäre nach dem Sieg gegen Nigeria in Berlin.
Da kommt Olympia-Freude auf: Alina Hartmann und Alex Peterson genießen die besondere Atmosphäre nach dem Sieg gegen Nigeria in Berlin. // Bertram Wagner

Die Amerikanerinnen sind auch am Dienstagabend in London (21 Uhr, Live bei Joyn) der letzte Testgegner vor Lille nahe der belgischen Grenze. Apropos Belgien: In diese Richtung wird sich Hartmann nach Olympia erst einmal nicht begeben, denn nach ihrem letztjährigen Gastspiel bei BC Namur Capitale ist dieses Kapitel erst einmal zu Ende. Ihr nächster Verein liegt nicht in bisherigen Gefilden (USA, Australien, Spanien), sondern in Italien, wie sie in Berlin noch ohne Vereinsnennung bekannt gab.

Italien ist noch ganz weit weg, nach Berlin und London zählt einzig Paris und Lille als das Nonplusultra im Leben einer Sportlerin.

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