Großes Fußball-Kino der Wertschätzung und Emotionen im Ziegelbau: Eingebettet in die Förderpreise für soziale Integration, Inklusion und Integration standen die Ballsportler im Fokus der 6. Magnat-Sportgala. Die Veranstaltung wurde vom Förderverein Goolkids zusammen mit dem Wirtschaftsclub Bamberg organisiert.
Erwartungsgemäß „hamsterten“ die beiden erfolgreichsten Bamberger Vereine FC Eintracht und DJK Don Bosco laut Online-Abstimmung alle Glaspokale – mit einer einzigen Ausnahme: „Spielerin des Jahres“ Lisa Kestler (Schwabthaler SV) setzte sich gegen die Bambergerin Celina Horcher und die Frensdorferin Nadine Janousch durch.
Doch bevor die aktuellen Aktiven und Trainer von Moderator Matthias „Stego“ Steger, der eloquent und angesichts der Themen sehr gefühlvoll durch das fast fünfstündige Programm führte, ihre Auszeichnungen erhielten, wurde die Ü40-Legendenmannschaft des Nürnberger „Clubs“ mit einer „Ehrenurkunde“ gefeiert. Zum einen für den gegen starke Konkurrenz errungenen deutschen Titel 2022 – im Endspiel gegen Hertha BSC – in dieser Altersklasse, aber im ganz besonderen Maße für ihre Auftritte bei zwei Benefizspielen, deren Erlös den Goolkids zugutekam.
Von den Senioren zu den Jugendlichen: Hier ist derzeit die DJK Don Bosco Bamberg das Maß aller Dinge. „Der Knotenpunkt zwischen Breitensport mit über 40 Jugendteams und dem Leistungssport mit dem Nachwuchszentrum ist einmalig. Erfüllend und intensiv zugleich“, schwärmte Wolfgang Heyder, der sowohl bei Goolkids als auch beim Wirtschaftsclub in der Spitze mitwirkt, ehe er den Glaspokal „Nachwuchsarbeit des Jahres“ an Paul Günthner und Kilian Wagner überreichte.
Auch bei den Mannschaftsehrungen blieben die Pokale und Geschenke in Bamberg: Bei den Damen waren neben dem Siegerteam DJK Don Bosco noch der Schwabthaler SV und der FC Redwitz nominiert. Der Ebinger Laudator Hubert Richter sprach von einem „hausgemachten Erfolg“, denn der Großteil der Geehrten wurde dank Thomas Fleischmann im eigenen Verein ausgebildet.
Die Erfolgsstory begann im Sommer 2017, allein 2018/19 erzielten die DJKlerinnen 133 Tore in 16 Spielen. Seit drei Jahren wurde nur ein Spiel verloren (bei 33 Siegen); und siehe da: Als Neuling in der Bezirksoberliga ist die DJK schon wieder mit zehn Siegen am Stück makellose Spitze, der Durchmarsch wird wohl weitergehen.
Aber auch bei den männlichen „Domreitern“ wurde gejubelt: Der FC Eintracht Bamberg hatte im Abstimmungswettbewerb gegen den TSV Neudrossenfeld und FC Oberhaid klar das Rennen gemacht. Auch hier berichtete Thomas Ziemer als Laudator Glanzvolles, unter anderem drei Aufstiege in fünf Jahren. „Ich bin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt packen“, verbreitete Kapitän Christopher Kettler Optimismus.
Er hätte eigentlich gleich auf der Ehrungsbühne bleiben können, denn nur einige Minuten später wurde er zum „Spieler des Jahres“ auserkoren. „Zuverlässig, abgezockt, ein echtes Vorbild und Aushängeschild, das das Herz am richtigen Fleck hat“, verteilte Laudator Carsten Joneitis die Lobeshymnen. Zudem waren nominiert: Simon Fischer (TSV Staffelstein) und Stanislaw Nikiforow (SC Reichmannsdorf).
Jan Gernlein ist Trainer des Jahres
Last but not least: Glaspokal Nummer 3 für Jan Gernlein vom Regionalligisten FCE als „Trainer des Jahres“; eindeutiger Gewinner gegen die weiteren Nominierten Dominik Schmitt (FC Oberhaid) und Thomas Fleischmann (DJK Don Bosco Bamberg).
Der Fußball war auch bei den Goolkids-Förderpreisen vertreten. Gründer Robert Bartsch berichtete von „Offenen Türen“ beim FV 1912 Bamberg. So bekamen 2. Vorsitzender Thomas Fertsch sowie Sportwart und Trainer Udo Pörschke nicht nur den lokalen Förderpreis, sondern auch das vom BVS (Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband) verliehene EISs-Siegel (Erlebte Inklusive Sportschule).
Bei den Förderpreisen gab es auch abseits des runden Leders zwei Projekte, die mit Geschenkkorb und Pokal honoriert wurden. Einerseits das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZSL), einer hilfreichen Beratungsstelle (vertreten durch Klaus Miederer), andererseits der Minigolfclub Bamberg, vertreten durch den Vorsitzenden Klaus Vogentanz, der seit der Gehörlosen-WM 2019 in Bamberg in hohem Maße sportliche Inklusion betreibt.
Der Abend des „Wir-Gefühls und des Teamgeistes“, wie es Wirtschaftsclub-Vorstandsvorsitzender Wilfried Kämper ausdrückte, begann mit einem sportlichen Highlight: Der Werdegang von Para-Sportler Maximilian Ley und dessen Erfolge sorgten für „Gänsehaut-Feeling“. Bei den Special Olympics in Berlin stellte er einen 10.000-Meter-Rekord auf (41:59 Minuten), ihm gelang der Sprung in den bayerischen Kader und Mitte Februar errang er über 3000 Meter den deutschen Titel in Erfurt.
Video-Impressionen sorgen für Abwechslung
Nicht nur bei Ley, sondern bei allen Programmpunkten dieses Marathon-Abends sorgten Video-Impressionen für Einstimmung und Abwechslung. Auch im finalen Vorstellungsblock der Hilfsprojekte und Einnahmequellen: Ab sofort kann man ein „Stück Heimat verschenken“ (bamberg-gutschein.de), dabei gehen drei Prozent des Erlöses direkt an Goolkids, das BKM-Golfturnier erbrachte dank der Initiative von Günter Lückemeier 20.000 Euro, das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ erzeugt eine riesige Resonanz. Zudem wurden die Special Olympics in Berlin und Bamberg als Host Town für Bahrain nochmals lebendig.
17 Mosaiksteine an Förderpreisen, Ehrungen und Projekten sorgten für einen außergewöhnlichen Inklusions-Abend, an dem nicht nur „Tausendsassa“ Wolfgang Heyder diese Thematik als „definitive Herzensangelegenheit“ bezeichnete. „Sport und Inklusion gehören zusammen, viele Einzelprojekte müssen entwickelt werden, damit Menschen gemeinsam Sport treiben können.“ Die einleitenden Worte von Goolkids-Vorsitzender Anna Niedermeier („Brücken bauen, um Menschen zu integrieren“) fielen an diesem Abend auf fruchtbaren Boden.












