Sie haben es kommen sehen. "Radi hat gewisse Anlagen und Qualitäten. Wenn du ein paar Offensivaktionen und jung bist - da schauen dann schnell viele", sagt Jan Gernlein. An diesem Dienstagmorgen verkündete der TSV Aubstadt, dass er Radzivon Hushcha unter Vertrag genommen hat. Der 19-Jährige wechselt nach seinem Debütjahr im Herrenbereich aus Bamberg, geht nicht mit dem FC Eintracht in die Bayernliga.
„Die Verantwortlichen aus Aubstadt sind im Winter mit großem Interesse und einer klaren sportlichen Perspektive auf mich zugekommen“, erklärt Hushcha auf der Facebook-Seite des TSV seine Entscheidung.
In derselben Mitteilung bestätigt der gebürtige Weißrusse das Interesse mehrerer Klubs an ihm: „Im Gegensatz zu anderen Vereinen hat Aubstadt mir das größte Vertrauen entgegengebracht – das war für mich ausschlaggebend.“
FC Eintracht Bamberg: Hushcha fehlt im Kader 2025/26
Sein letztes Spiel für die Domreiter absolvierte Hushcha gegen seinen künftigen Klub, erlebte die Klassenerhaltsfeier des TSV nach dem 3:0-Auswärtssieg und seiner zahlreich mitgereisten Fans im Fuchsparkstadion mit. "Aubstadt ist eine ambitionierte Mannschaft mit einer gesunden Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Ich sehe hier großes Potenzial für die nächsten Jahre", erklärt der Offensivmann.
Ähnliche Voraussetzungen waren in Bamberg gegeben, beim FC Eintracht hätte "Radi" weiterhin eine gute Rolle gespielt. Gernlein und der FCE spielten seinem jungen Angreifer gegenüber mit offenen Karten. "Wir haben ihm deutlich gemacht, dass wir nicht im Weg stehen, wenn er einen Wechsel vorzieht, der ihm das Training unter professionellen Bedingungen ermöglicht", erklärt der Trainer.
Hushcha informierte demnach den Verein in den vergangenen Tagen, dass die Ligazugehörigkeit für ihn entscheidend war. Beim TSV wird er zum Vertragsspieler, der FC Eintracht hatte trotz im Amateurstatus verlängerten Kontraktes und entsprechender Klauseln keine Handhabe.
Ersatz für Hushcha: Bamberg denkt um
Dass man in Bamberg nicht mit Hushchas Verbleib gerechnet hat, ändert nichts an der leichten Enttäuschung, die der Wechsel des jungen Stürmers weckt. "Wir wünschen Radi dennoch alles Gute, werden seinen Weg weiterhin verfolgen und freuen uns, dass er das Jahr bei uns gespielt hat", erklärt Sportchef Stefan Mohr.
Die Hoffnung, dass Hushcha stabile Einsatzzeiten in einem ebenso stabilen Umfeld der höheren Spielklasse vorzieht, zerschlug sich. Einen Ersatz sucht der FC Eintracht aber nicht, zumindest nicht im direkten Profil.
Hushcha ist nach Björn Schönwiesner (Karriereende), Lukasz Jankowiak und Muiz Alli (beide Ziel offen) der vierte Offensivabgang, der Umbruch wird vollzogen. Mit Luis Nüßlein und Paul Kraußold kamen zwei ambitionierte Angreifer. "Wir werden im nächsten Jahr anders spielen, daher werden wir Radi nicht Eins-zu-eins ersetzen. Die Neuen haben wir aufgrund ihrer Qualität geholt, auch mit ihnen werden wir neue Ideen anstreben", blickt Gernlein voraus.
Dennoch ist eine weitere Verpflichtung möglich, wenn auch aufgrund des beschränkten Angebots unwahrscheinlich. "Wir gehen nach wie vor mit offenen Augen durch die Region und schauen, was sich ergibt", sagt der Trainer.













