Fußball-Bayernliga
FC Eintracht und eine verrückte Nachspielzeit
Moritz Kaube und der FC Eintracht Bamberg mussten sich am Freitagabend mit einem 1:1-Remis beim ATSV Erlangen zufrieden geben.
Moritz Kaube und der FC Eintracht Bamberg mussten sich am Freitagabend mit einem 1:1-Remis beim ATSV Erlangen zufrieden geben.
Foto: Sportfoto Zink
Tobias Schneider von Tobias Schneider Fränkischer Tag
Bamberg – Sieg, Unentschieden, Niederlage: In der Schlussphase hätte zwischen dem ATSV Erlangen und dem FC Eintracht Bamberg alles passieren können. Unter dem Strich können beide Teams mit dem 1:1 aber leben.

Etliche Aufreger, zwei Platzverweise, ebenso viele Elfmeter – aber kein Sieger: In einem hochturbulenten Bayernliga-Spiel musste sich der FC Eintracht Bamberg am Freitagabend mit einem 1:1-Remis beim ATSV Erlangen begnügen. In der Nachspielzeit hatten beide Teams den möglichen Siegtreffer auf dem Fuß.

Bayernliga, Herren

ATSV Erlangen – FC Eintracht Bamberg 1:1

Mit dem Selbstbewusstsein von vier Siegen in Folge startete der ATSV, presste hoch und unterband ein konstruktives Aufbauspiel des FCE früh. Sobald sich die Chance ergab, schalteten die Gäste schnell um, am liebsten mit Verlagerungen auf die linke Seite.

Burak Ayvaz sah nach 68 Minuten die Rote Karte.
Burak Ayvaz sah nach 68 Minuten die Rote Karte.
Foto: Sportfoto Zink

Große Gefahr entstand vor beiden Toren zunächst nicht. Dann bot sich Luca Ljevsic im Strafraum die Gelegenheit, sein Versuch wurde aber noch geblockt und leitete den umgehenden Gegenzug ein – mit unglücklichen Folgen für den FCE: Der Rückpass auf Fabian Dellermann geriet zu kurz, der Keeper klärte noch, aber direkt in die Füße von Leunard Ibrahimovic. Aus 40 Metern kullerte sein Flachschuss neben den Pfosten ins verwaiste Tor – 1:0 (25.).

Nun war aber Feuer in der Partie. Nach 34 Minuten forderten die Gäste vehement einen Strafstoß, als Philipp Hack 17 Meter zentral vor dem Tor regelwidrig gestoppt wurde, selbst den Freistoß ausführte, aber am Oberarm eines ATSVlers in der Mauer scheiterte. Schwierig zu entscheiden, manche Schiedsrichter hätten wohl auf den Punkt gezeigt, Lukas Schwendner an diesem Abend nicht.

Macht kaum einen Stich gegen die Ex-Kollegen: ATSV-Stürmer Patrick Görtler
Macht kaum einen Stich gegen die Ex-Kollegen: ATSV-Stürmer Patrick Görtler
Foto: Sportfoto Zink

Während die Gäste noch protestierten, schaltete der ATSV schnell um und hätte mit 2:0 in Führung gehen können: Nach dem Schuss von Yannick Raab stand der Ex-Bamberger Patrick Görtler aber im Abseits (35.). Die letzten zwei Aktionen vor dem Pausenpfiff gehörten dann wieder den Gästen: Hack scheiterte nach einem Konter an der Schulter von Keeper Max Böhnke (41.). Kurz darauf hatte Moritz Kaube nach Pass von Marco Schmitt freie Bahn und wurde von Böhnke elfmeterwürdig gelegt – stand davor aber wohl im Abseits, so entschied es jedenfalls das Gespann (43.).

Den guten Endspurt aus Halbzeit eins konnte der FCE aber nicht mit in den zweiten Durchgang mitnehmen, vielmehr mussten die Gäste aufpassen, sich den Ball nun nicht selbst ins Tor zu legen – wie in Minute 52, als ein Missverständnis zwischen Dellermann und Innenverteidigung fast das 2:0 bedeutet hätte. Oder fünf Minuten später: Felix Popp wollte zur Ecke klären, köpfelte aber an den Außenpfosten.

Zielgerichtete Aktionen fehlten nun auf beiden Seiten, unschön wurde es dann nach 67 Minuten: Im Zuge einer Rudelbildung sah Burak Ayvaz die Rote Karte. Der FCE spielte fortan in Überzahl, ihm fehlten gegen die giftigen und nun tiefstehenden Erlanger aber die zielführenden Ideen.

Also musste eben ein Elfmeter für den 1:1-Ausgleich herhalten: Hack drang nach kurz ausgeführtem Eckball in den Strafraum ein, nahm das ausgefahrene Bein von Ibrahimovic dankend an und verwandelte den folgenden Strafstoß einfach selbst – flach und sicher ins rechte Eck (82.).

Obwohl inklusive Nachspielzeit noch mehr als zehn Minuten zu absolvieren waren: Am Siegtreffer schnupperte der FC Eintracht erst ganz spät, der Abschluss von Tobias Linz aus spitzem Winkel rauschte aber über das Tor (94.).

Das große Schlussfinale in zwei Akten sollte allerdings erst noch folgen: Bei einem Vorstoß der Gastgeber ging Schmitt im Strafraum zu ungestüm zu Werke: Elfmeter für Erlangen, Entsetzen und Proteste bei Bamberg. Es half nichts: Lucas Markert legte sich den Ball aus elf Metern zurecht, der schwache Schuss ging aber links am Pfosten vorbei – und wäre wohl sowieso in den Händen Dellermanns gelandet.

Schluss? Immer noch nicht. Ein letzter weiter Ball des FCE nach vorn, Pressschlag zwischen Keeper und Luis Schneider, und haarscharf kullerte der Ball am Pfosten vorbei. Dann fand das Drama mit dem Schlusspfiff und dem 1:1-Endstand wohl ein für beide Seiten erträgliches Ende.

„Für uns war wichtig zu zeigen, dass wir nicht umfallen, auch wenn alles gegen uns läuft. Da beschweren wir uns nicht, sondern nehmen es an. Wir kommen trotzdem zurück und zeigen eine Reaktion in der zweiten Halbzeit. Am Ende können beide Mannschaften gewinnen, das Unentschieden ist aber auch okay“, sagte FCE-Coach Jan Gernlein.

Die Statistik zum Spiel

ATSV Erlangen: Böhnke – Lustig, Raab, Rexhepi (90. Benes), Vidovic (71. Gröger), Döring, Ayvaz, Kurschka (71. Lawson), Ibrahimovic (88. Misic), Markert, Görtler (84. Geyer)

FC Eintracht Bamberg: Dellermann – Popp, Kettler, Kaube, Ljevsic, Schmitt, Reischmann, Reck (70. Lang), Linz, Hack, Strasser (46. Schneider)

Schiedsrichter: Lukas Schwendner (DJK Ensdorf) / Zuschauer: 230 / Tore: 1:0 Ibrahimovic (25.), 1:1 Hack (82./Foulelfmeter) / Rot: Ayvaz (68.) / – Gelb-Rot: – / Schmitt (90.)

 

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