Chancen für die Stadt
Klimaanpassung: Es gibt in Hallstadt viel zu tun
Die Eröffnung des Stadtparks vor vier Jahren. In der Sitzung wurde der Park als positives Beispiel für mehr Grün in der Stadt und eine hohe Aufenthaltsqualität gelobt.
Die Eröffnung des Stadtparks vor vier Jahren. In der Sitzung wurde der Park als positives Beispiel für mehr Grün in der Stadt und eine hohe Aufenthaltsqualität gelobt.
Johannes Michel
Johannes Michel von Johannes Michel Fränkischer Tag
Hallstadt – Was kann Hallstadt alles in die Wege leiten? Entsiegelung, überarbeitete Bebauungspläne, Förderprogramme – in der Stadt wird über viele Möglichkeiten beraten.

Klimaschutz? Kennt jeder. Klimaanpassung? Was es damit auf sich hat, erfuhren die Stadträtinnen und Stadträte in Hallstadt in der jüngsten Sitzung. Wie weit ist die Stadt bei dem Thema? Marius Balon, seit einem halben Jahr als Klimaanpassungsmanager im Landratsamt Bamberg tätig, war kürzlich in der Hallstadter Stadtratssitzung zu Gast. Sein Thema: Möglichkeiten und Chancen für Kommunen im Bereich Klimaanpassung.

Balon definierte zunächst die Begrifflichkeit: Klimaanpassung meine, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen – auf lokaler und regionaler Ebene. Das bedeute: Als zentraler Akteur können Städte und Gemeinden vieles anstoßen. Das Thema Klima kann sich in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen finden, die Satzungen können angepasst werden, kommunale Förderprogramme können ergänzende Elemente sein.

Auch in Hallstadt vorausschauend für Starkregenereignisse planen

Da Klimaprojektionen, unter anderem vom Freistaat Bayern, zeigen, dass in Zukunft mit wärmeren und trockeneren Sommern, dafür aber mit mehr Regen im Winter zu rechnen ist, sollten Kommunen beispielhaft Maßnahmenpakete entwickeln, so Balon.

Eine solche könnte etwa die Reduzierung der Flächenversiegelung sein, damit Regenwasser besser versickern kann und so Überflutungen nach Starkregenereignissen nicht oder in deutlich geringerem Umfang auftreten.

Ziel sollte außerdem sein, die Klimaanpassung bei künftigen Stadtratsentscheidungen mitzudenken. Balon bot hier auch seine Unterstützung an - im Rahmen von Beratungen, Vernetzung und auch bei der Frage, für welche Maßnahmen Fördergelder zur Verfügung stehen und wie diese abgerufen werden können.

Konkreter Handlungsauftrag im Hochwasserschutz

Die Stadt Hallstadt sah er auf einem guten Weg. Es gebe hier Förderprogramme, etwa für Zisternen, Photovoltaikanlagen mit Speicher oder Lastenräder. Bürgermeister Thomas Söder erwähnte weitere Bereiche, in denen Hallstadt bereits aktiv wurde – die gerade laufende Ertüchtigung des Hochwasserschutzes oder die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr.

Rund anderthalb Stunden lang beschäftigte sich das Gremium mit dem Thema, auch, weil es viele Fragen an Balon gab. Harald Werner (SPD) wollte wissen, ob es für die Stadt Sinn mache, ein Versiegelungskataster zu erstellen, um anschließend konkret informiert zu sein, wo Handlungsbedarf bestehe.

Balon meinte, generell ja, wobei auch die Möglichkeit bestünde, ein gesamtes Flächennutzungskataster zu erarbeiten, das dann neben der Versiegelung auch zum Beispiel den Baumbestand erfasse.

Landwirtschaftliche Flächen nicht vergessen einzubinden

Stadtrat Ludwig Wolf (BBL/FW) ergänzte, nachdem über 60 Prozent der Stadtfläche landwirtschaftlich genutzt werde, sollte der Fokus auch auf diesen Bereichen liegen – mit Blick auf mögliche Starkregenereignisse. Veit Popp (CSU) fragte nach einem Fahrplan für die Stadt.

Hierzu erklärte Balon, dass am Anfang Beratungsleistungen stünden und es gelte, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und zu fragen, wo sie etwa den Bedarf für Förderproramme der Stadt sehen. Zudem könnte ein Gesamtkonzept in Sachen Klimaanpassung für die Stadt erstellt werden – notwendige Förderprogramme würden gerade überarbeitet und stünden in Kürze wieder zur Verfügung.

Nachdem in der Oktobersitzung über einen Antrag der Grünen beraten worden war, ein individuelles Klimaanpassungskonzept für die Stadt zu erstellen, dieser Tagesordnungspunkt aber vertagt worden war, um den Klimaanpassungsmanager einzuladen, was nun geschehen war, erklärte Stadtrat Ludwig Wolf, dass sich dies im Beschluss widerspiegeln müsse.

Daher solle er nicht nur Kenntnisnahme zum Vortrag von Marius Balon enthalten, sondern auch den konkreten Auftrag für die Verwaltung, sich für Fördertöpfe zur Erstellung des Konzepts registrieren zu lassen. Dies wurde am Ende einstimmig so beschlossen.

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