Olaf Seifert hat am vergangenen Wochenende deutlich häufiger auf sein Smartphone geschaut. Der Grund dafür war allerdings kein freudiger. Der Parteivorsitzende der Bamberger SPD musste sich auf Facebook durch eine Flut von Hassnachrichten und Beleidigungen kämpfen, die ihn ab Freitagabend erreichten. „Mein Name wurde immer wieder markiert und verlinkt. Schwachkopf und Provinzaffe waren noch die harmlosesten Ausdrücke“, sagt Seifert am Montag (28. April 2025).
Der Ausgangspunkt dieser Angriffe in den Sozialen Medien, die auch OB-Kandidaten Sebastian Niedermaier und MdB Andreas Schwarz erreichten, war die Kritik am Stadtmarketing und der SPD-Vorstoß, in Bamberg einen Kümmerer als Mittler zwischen Stadt und Gastwirten zu installieren. Das Geld für die Stelle soll aus Sicht der Bamberger SPD aus den 70.000 Euro kommen, die sonst an das Stadtmarketing Bamberg fließen. „Es geht uns nicht darum, eine bestimmte Person zu kritisieren oder die Feste in Bamberg abzuschaffen“, betont Seifert am Telefon.
Vielmehr soll darüber nachgedacht werden, die Veranstaltungen punktuell anzupassen und vielleicht sogar ein neues Fest ins Leben zu rufen, um so die Gastronomen effektiver zu unterstützen.
SPD-Antrag löst heftige Reaktionen aus
Der Vorstoß löste allerdings am Wochenende teils heftige Reaktionen aus. Vor allem eine Person überschüttete die beiden SPD-Politiker mit verächtlichen Botschaften. „Bis zum heutigen Montag habe ich alleine etwa 90 Posts dokumentiert, in denen ich persönlich verlinkt und angegangen wurde“, berichtet Seifert. Der SPD-Vorsitzende, Sebastian Niedermaier und Andreas Schwarz wollen das nicht akzeptieren. „Wir haben die Strafanträge heute bei der Staatsanwaltschaft Bamberg eingereicht“, bestätigt Seifert.
Das Facebook-Profil, von dem aus auffällig häufig gegen die SPD-Politiker gefeuert wurde, existiert mittlerweile nicht mehr. Ein gewisser „Andreas Franken“ hatte Niedermeier unter anderem als „grantigen Gärtner“ und Seifert als „dummstudierten Wichtigtuer“ bezeichnet und das „Cancelculture und Cybermobbing“ gegen den Stadtmarketing-Vorsitzenden Klaus Stieringer kritisiert.
Im Laufe des Wochenendes wurde das Profil dann umbenannt. Statt „Andreas Franken“ sprang dem Stadtmarketing ein gewisser „Steven Sandmann“ zur Seite und attackierte die SPD-Politiker in mehreren Posts. „Steven Sandman“ – pikanterweise gekleidet mit einem T-Shirt der Fraktion „Bambergs unabhängige Bürger“ (BUB) – postete unter anderem, dass man der Stadt „keine roten Experimientierereien“ der SPD Bamberg rund um Sebastian Niedermeier und Olaf Seifert überlassen dürfe.
Das Profil von „Steven Sandman“ wurde am Montagabend dann deaktiviert. Der Name erinnert stark an die Bamberger Fake-Account-Affäre und die damals agierenden Profilnamen. Vor gut drei Jahren hatten sich unter anderem „Stefan Franken“ und „Stefan Sandmann“ regelmäßig in die politische Diskussion eingemischt.
Nach einem langen Hin und Her war der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Stieringer im Januar 2022 zurückgetreten. Er hatte gutgeheißen, dass sich Accounts mit falschem Namen in einer Facebook-Gruppe teils SPD-freundlich äußerten.
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Aus Sicht von Olaf Seifert deutet vieles darauf hin, dass es sich aktuell wieder um Fake-Profile handelt. „Das kann ich natürlich nicht beweisen. Aber es ist schon auffällig, dass man derart mit Hass und Hetze überzogen wird, wenn man das Stadtmarketing kritisiert", sagt Seifert, aus dessen Sicht die Pressemitteilung der Bamberger CSU vom vergangenen Freitag (25. April 2025) die ganze Debatte unnötig befeuert hat. „Der Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Inhalt waren unglücklich. Es war wie gesagt nie unsere Intention, die Feste in Bamberg abzuschaffen.“
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Die CSU hatte geschlussfolgert, dass der Vorstoß der SPD das Aus für Veranstaltungen wie „Bamberg zaubert“, AOK-Familientage und das Blues- & Jazzfestival bedeuten würde. Bamberg brauche deshalb „keine politisch motivierten Experimente auf Kosten der Bevölkerung und unserer Wirtschaft, sondern bewährte Konzepte, die unsere Stadt lebendig und attraktiv halten“. Anstatt beliebte Veranstaltungen und einen ganzen Verein zu ruinieren, „wären Konzepte zur besseren Erreichbarkeit der Innenstadt und günstige Parkplätze zielführend“.
Die Redaktion hat das Stadtmarketing um eine Stellungnahme zur aktuellen Debatte gebeten. Eine Rückmeldung dazu gab es bis zum Dienstag (29. April 2025, 07 Uhr) nicht. Sollte diese noch folgen, wird sie in diesen Artikel nachträglich eingebaut.















