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Mehr Frauenpower in Bamberg
Blaue Frieda: neues Projekt für Migrantinnen startet
Olga Kornienko (Mitte) freut sich, dass Simoe Oswald (v.l.n.r.), Anna-Lena Schubert, Helen Ameis und Cornelia Blumenschein das Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ ins Leben gerufen haben.
Olga Kornienko (Mitte) freut sich, dass Simone Oswald (v.l.n.r.), Anna-Lena Schubert, Helen Ameis und Cornelia Blumenschein das Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ ins Leben gerufen haben. // Manuela Nagl
Ein Herz für Bamberger
Bamberg – Mit dem neuen Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ setzt Bamberg ein starkes Zeichen für Integration und Unterstützung von Migrantinnen. Mithelfen kann dabei ein jeder.

„Wir wollen Frauen mit Migrationshintergrund verstärkt unterstützen“, sagt Simone Oswald, Vorstandsmitglied vom Verein „Freund statt fremd“. „Sie sollen die Möglichkeit bekommen, aus ihrem Schneckenhaus heraus- und selbstbewusst in Bamberg aufzutreten.“

Aus dieser Absicht heraus ist vor kurzem das Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ entstanden. Wie kam es dazu und was steckt dahinter?

In der „Blauen Frieda“ gibt es seit kurzem auch spezielle Angebote nur für Frauen.
In der „Blauen Frieda“ gibt es seit kurzem auch spezielle Angebote nur für Frauen. // Manuela Nagl

Die vom Bamberger Verein betriebene Begegnungsstätte „Blaue Frieda“ ist mittlerweile „aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen“, erklärt Oswald. Dabei habe man festgestellt, dass viele der geflüchteten Frauen etwas mehr Unterstützung brauchen.

„Blaue Frieda“ Bamberg: Mehr Angebote nur für Frauen

Zudem: „Einige Frauen haben uns gegenüber auch den Wunsch geäußert, ob es nicht ein Angebot nur für sie geben könnte“, sagt Anna-Lena Schubert, Integrationslotsin in der Blauen Frieda. Beispielsweise ein Sprachcafé nur für Frauen, in dem „vor allem die Themen angesprochen werden, die speziell die Frauen betreffen“, so Schubert.

Dem „männlichen Übergewicht in der Blauen Frieda“, wie Helen Ameis, Leiterin der Begegnungsstätte, es bezeichnet, etwas entgegenzuwirken. Und so den Frauen einen „geschützten Raum zu bieten“, in dem sie „gezielt die Probleme und Herausforderungen ansprechen können“, mit denen sie im Alltag zu kämpfen haben.

Sprachcafé in der „Blauen Frieda“

Olga Kornienko kann das gut nachvollziehen. Die Russin, die seit Oktober 2022 in Bamberg ist, war eine der Frauen, die diesen Wunsch geäußert hatten. „Wenn im Sprachcafé neben mir nur Männer anwesend sind, dann fühle ich mich schon manchmal etwas schüchtern“, erzählt sie. Ein Sprachcafé nur für Frauen würde ihr daher sehr zusagen.

Hinzukommt: Viele der angebotenen Integrations- oder Sprachkurse sind oft nur in Vollzeit möglich. „Sie lassen sich nur schwer mit der Kindererziehung verbinden, sodass die Frauen die bisherigen Angebote gar nicht wahrnehmen können“, weiß Cornelia Blumenschein, Integrationslotsin in der Blauen Frieda, zu berichten. Dabei sind gerade Mütter „große Multiplikatoren der Integration“.

Im Sprachcafé, in Gesprächskreisen oder bei einer gemeinsamen Aktivität, also in „einem zwanglosen Umfeld“, in dem Teilnehmerinnen mit und ohne Migrationshintergrund miteinander „in den kulturellen Austausch treten, fallen Hemmschwellen und auch der erste Spracherwerb geht oft ganz schnell“, so Blumenschein.

In Bamberg: Integration zugewanderter Frauen verstärkt unterstützen

Die vielfältigen Angebote des Projektes „Frauenpower in der Blauen Frieda“ sind sowohl vom Zugang als auch inhaltlich niedrigschwellig. Sie alle haben das Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe und Integration neu zugewanderter Frauen zu unterstützen.

Sie umfassen zum Beispiel die Sprachförderung für Frauen und Kinder, Beratung, Infoveranstaltungen zu Alltagsthemen, Freizeitaktivitäten und verschiedene Kurse. Während das Sprachcafé für Frauen kurz vor seiner Umsetzung steht, gibt es bereits die Aktivität „Malen gegen Depressionen“. Diese Aktion findet alle zwei Wochen samstags von 10 bis 13 Uhr statt. Der nächste Termin ist am 15. Juni.

Oder auch „Collage für Life“. Bei dieser Aktion geht es darum, „dass die Frauen ihre Biografie künstlerisch verarbeiten können“, so Helen Ameis. „Also das ausdrücken, was ihnen mit Worten schwerfällt.“ Dieser Kurs findet jeden letzten Sonntag im Monat von 10 bis 13 Uhr statt.

Freistaat Bayern fördert Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“

Gefördert wird dieses Projekt vom Bayerischen Innenministerium, das dafür bis 2026 eine Gesamtförderung in Höhe von 240.000 Euro zur Verfügung stellt.

Daneben benötigt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ auch Ehrenamtliche, die „Lust haben, Ausflüge, Kurse oder Projekte anzubieten“, sagt Anna-Lena Schubert. Denn „Integration ist keine Einbahnstraße. Wir müssen den Frauen auch eine Chance zur Teilhabe geben“, betont Simone Oswald. Wer also möchte, dass Geflüchtete besser integriert werden, kann hier seinen Beitrag dazu leisten. Eine leicht lösbare Aufgabe, weil das Miteinander eine tolle Bereicherung ist.

Doch auch Geflüchtete selbst können in der „Blauen Frieda“ aushelfen. Olga Kornienko packt bereits mit an. „Hier komme ich mit anderen, sehr netten Frauen in Kontakt und fühle mich integriert“, sagt sie.

Ehrenamtliche für „Blaue Frieda“ Bamberg gesucht

Für die Integrationsarbeit ist das von großer Bedeutung. „Olga ist eine ganz wichtige Vermittlerin bei der Verständigung mit anderen russischen Frauen“, sagt Cornelia Blumenschein. Olga könne den Neuangekommenen dabei helfen, erste Hürden zu überwinden und „eine ganz andere Art von Vertrauen schaffen“.

Das Projekt „Frauenpower in der Blauen Frieda“ lebt nämlich auch von den Vorschlägen, die sich die Frauen mit Migrationshintergrund wünschen. „Egal, ob es sich um gemeinsames Joggen oder Schwimmbadbesuche dreht, wir sind offen für alle Vorschläge“, sagt Anna-Lena Schubert.

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