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Lost Places
Verfall droht: Welche Zukunft haben Bamberger Muna-Baracken?
Die einstigen Produktionshallen auf dem Muna-Gelände zählen zu Bambergs sanierungsbedürftigen Denkmälern.
Die einstigen Produktionshallen auf dem Muna-Gelände zählen zu Bambergs sanierungsbedürftigen Denkmälern. // Ronald Rinklef/Archiv
Bamberg – Die einstigen Bamberger Messerschmitt-Hallen stehen nun auf einer Liste vom Verfall bedrohter Einzeldenkmäler – in prominenter Gesellschaft mit Rotem Ochsen, Lokschuppen und Maisel.

Vom „Roten Ochsen“, den die insolvente German Property/Dolphin Capital Group verfallen ließ, über das hoffnungsbeladene Maisel-Areal in der Moosstraße bis zum längst unbewohnten Kutscherhäuschen im Hain – diese Liste atmet Bamberger Stadtgeschichte.

Die Zukunft des Roten Ochsen in der Königstraße hängt am Insolvenverfahren der Eigentümer.
Die Zukunft des Roten Ochsen in der Königstraße hängt am Insolvenverfahren der Eigentümer. // Barbara Herbst/Archiv

Freilich handelt es sich um eine so vielfältige wie baufällige Übersicht: Es geht um die sanierungsbedürftigen und vom Verfall bedrohten Einzeldenkmäler in Bamberg.

Neu in die Liste aufgenommen wurden nun erstmals die früheren Produktionsstätten der Firma Messerschmitt, die Gebäude 8632 und 8633 auf dem Muna-Gelände. Bei den beiden Hallen handelt es sich um ehemalige Munitionsarbeiterhäuser zur Herstellung und Zerlegung von Munition (1917), später (1925-1927) Produktionsstätte der ersten Motorflugzeuge in Leichtbauweise der Firma Flugzeugbau Messerschmitt in Bamberg.

Bamberger Muna-Zaun schützt vor Zutritt

Laut Michael Krüger vom Team Denkmalpflege der Stadt Bamberg sind die leer stehenden Hallen gesichert.

„Eine substanzielle Gefährdung für die Gebäude ist akut nicht ersichtlich, wenn auch wilder Bewuchs, bedingt durch die exponierte Lage, langfristig eine Beeinträchtigung darstellen könnte.“ Da das Muna-Gelände weitläufig durch Zaunanlagen abgesperrt ist , seien die Hallen grundsätzlich vor unbefugtem Zutritt gesichert.

Weiteres Einzeldenkmal in Bamberger Mittelstraße

Aufgenommen in die Liste wurde auch ein leer stehendes Gebäude in der Mittelstraße 65, das laut Krüger als „unter Dach und Fach gesichert“ gilt.

Abstützmaßnahmen im Inneren wurden schon vor Jahren vorgenommen, der Putz der Außenfassaden sei infolge von Witterungseinflüssen schadhaft. Mittlerweile wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde begonnen, die Fassade zu sanieren. Für eine weitere Nutzung gibt es jedoch noch kein Konzept.

Pläne für Bamberger Lokbeach liegen auf Eis

Schon seit 2006 in der Liste der „Lost Places“ findet man den Lokschuppen in der Gundelsheimer Straße. Dort sollen unter anderem Unterstellflächen für Wohnmobile entstehen.

Am Lokschuppen in der Gundelsheimer Straße wird es erst einmal keinen Beach geben.
Am Lokschuppen in der Gundelsheimer Straße wird es erst einmal keinen Beach geben. // Sebastian Schanz

Wie Krüger in der jüngsten Sitzung des Bau- und Werksenats berichtete, würden seit 2022 anhängige Pläne für eine gastronomische Zwischennutzung als „Lokbeach“ dort gegenwärtig nicht mehr weiterverfolgt.

Stadt Bamberg würde gern von Dolphin Group kaufen

Beim „Roten Ochsen“ in der Unteren Königstraße 13/15 beobachtet die Stadt „wieder auftretende Mängel wie offene Fenster oder das zum wiederholten Mal durch Witterungseinflüsse zerstörte Notdach“.

Sowohl zum Insolvenzverwalter des Eigentümers als auch zur Verwertungsfirma hat die Stadt Bamberg Kontakt aufgenommen. „Wann das Objekt zur Verwertung konkret ansteht, ist derzeit ungewiss“, heißt es seitens der Verwaltung.

Sobald sich jedoch ein Zeitfenster ergebe, in dem ein Erwerb der Immobilie möglich sei, würde man dieses Thema auch wieder kurzfristig auf die Tagesordnung im Stadtrat setzen.

Insgesamt 18 geschichtsträchtige Objekte umfasst die Liste der sanierungsbedürftigen Denkmäler. Viele davon werden zwar einigermaßen vor den schlimmsten Witterungseinflüssen geschützt, schlummern aber doch einen Dornröschenschlaf ohne konkrete Perspektive.

Bamberg: Auf Maisel-Gelände und im Alten Hallenbad geht es weiter

Anderswo ist man weiter. Wie auf dem Maisel-Gelände, wo der Blankziegelbau des Maisch- und Kesselhauses mit Schornstein von 1904 und das 1908 ergänzte, palastartig wirkende Sudhaus künftig wieder gewerblich genutzt werden sollen.

Für das Maisel-Gelände gibt es schon konkretere Pläne.
Für das Maisel-Gelände gibt es schon konkretere Pläne. // Matthias Hoch/Archiv

Und im Alten Hallenbad wurde die Zukunft bereits in Angriff genommen: Seit Juli 2023 wird hier am neuen Universitätssportzentrum gearbeitet.

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