Der Bedarf an Wohnungen – vor allem bezahlbaren – ist immens hoch. Kommunen versuchen mit verschiedenen Bauprojekten mehr Wohnraum zu schaffen. Doch steigende Baukosten und Materialengpässe verschärfen die Situation.
Das belegen die aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes in Fürth. Demnach ist die Zahl fertig gewordener neuer Wohnungen in Bayern im vergangenen Jahr sogar zurückgegangen. 2021 seien 60 857 neue Wohnungen bezugsfertig geworden - fast fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Besonders stark sei der Rückgang in Oberfranken.
Auch in Bamberg wird es immer schwieriger, eine Wohnung zu finden – vor allem eine bezahlbare. Denn neuer Wohnraum ist nicht gleichbedeutend mit besseren Bedingungen auf dem Wohnungsmarkt. Das unterstreichen auch die Daten, die das Institut für Immobilienmarktforschung (IVD) für Objekte mit „gutem Wohnwert“ ermittelt hat.
Demnach stieg der Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen von Frühjahr 2012 in zehn Jahren von 1.875 auf 3.163 Euro. Beim Mietpreis ein ähnliches Bild: Innerhalb von fast zehn Jahren stieg der Quadratmeterpreis von 7,40 auf 9,60 Euro.
Weil zudem die Nachfrage auch wegen der stetig wachsenden Einwohnerzahl weiter steigt, werden selbst Großprojekte laut IVD-Geschäftsführer Stephan Kippes den Bedarf nicht ausgleichen können. „Eine Entspannung der Lage ist in Bamberg nicht in Sicht.“
Die Stadt versucht trotzdem, in den kommenden Jahren mit verschiedenen Wohnprojekten für Entlastung zu sorgen. Eine Übersicht:
Lagarde-Campus
Auf dem Lagarde-Campus entstehen in den nächsten Jahren bis zu 1200 Wohneinheiten (Eigentums- und Mietwohnungen). Davon müssen 20 Prozent der Sozialklausel der Stadt Bamberg entsprechen.
Gegenwärtig werden die ersten circa 140 Mietwohnungen (Bauherr: Volksbau Bamberg) fertiggestellt. Im Juni 2022 könnten die ersten Mieter einziehen. Das Vorhaben von Instone wird noch in diesem Jahr begonnen, wann die Wohnungen der deutschen Wohnwerte realisiert oder die Wohnungen der P&P-Gruppe hergestellt werden, kann aktuell nicht beurteilt werden.
Für die sozial gebundenen Wohnungen ist das Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Bamberg Ansprechpartner.
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Konversionsgelände
Auf dem Konversionsgelände soll bezahlbarer Wohnraum im Grünen entstehen. Geplant sind 30 Doppelhaushälften und ein Einzelhaus. 2019 begann die städtische Stadtbau mit der Sanierung, die Vermietung ist ab Anfang 2023 geplant.
An der Buchenstraße entstehen zudem 24 neue Wohneinheiten. Die Vermietung ist für 2025 geplant – auch hier geht es um Mietpreise unter Marktniveau.
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Ochsenanger
Am Ochsenanger in Gaustadt entstehen ein Kinderhaus mit Kinderkrippe und Kindergarten sowie 16 barrierefreien Wohnungen, davon zwölf Eigentumswohnungen (Verkauf ab Herbst 2022) und vier Mietwohnungen (ca. 10 Euro/Quadratmeter Kaltmiete). Im April 2022 startete die Bauphase, geplant ist die Fertigstellung im Januar 2024. Interessenten, die in einer der Kindereinrichtungen arbeiten, werden als Mieter bevorzugt.
Ulanenpark
Im Stadtdteil Wunderburg sollen 38 Wohnungen (110 bis 127 Quadratmeter, ohne Keller) für junge Familien in Reihenhausform entstehen. Die ersten Wohnungen wurden im Sommer 2021 bezogen, die nächsten folgen im Sommer 2022.
Der Mietpreis beträgt 7,80 bis 9 Euro/Quadratmeter. Die Vergabe erfolgt nach sozialen Kriterien (Familien/Lebenspartnerschaften/Alleinerziehende mit Kind).
Maisel-Gelände
Die Joseph-Stiftung beabsichtigt, auf dem Maisel-Gelände zunächst 163 Wohnungen zu errichten und sieht darüber hinaus ein Potenzial von bis zu 200 Wohnungen. 50 davon sollen im geförderten Sozialen Wohnungsbau entstehen, daneben sehen die Planungen frei finanzierten Wohnungsbau, studentisches Wohnen, Eigentumswohnungen und Reihenhäuser vor.
Im zentralen Bereich des Areals mit dem denkmalgeschützten Gebäudeteil der ehemaligen Maisel-Brauerei und den Nebengebäuden sind ebenfalls Wohnnutzungen geplant.
30 Millionen Euro will die Stiftung in den kommenden fünf Jahren ins Maisel-Areal investieren. Im Jahr 2023 sollen dort die Bagger anrücken.
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Spiegelfelder-Ost
Im Bereich der „Spiegelfelder Ost“ an der Zollnerstraße könnte ein urbanes Wohnquartier mit circa 150 Wohneinheiten entstehen. Dabei soll vor allem dringend benötigter Wohnraum für Familien geschaffen werden.
Das Bebauungsplanverfahren läuft bereits seit dem Jahr 2017. Vor dem das Verfahren abschließenden Satzungsbeschluss ist der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit der Gewobau Bamberg beabsichtigt, die im Plangebiet den überwiegenden Teil der Grundstücke im Eigentum hält.
ecoSquare Annastraße
Um das zu Beginn viel beachtete Projekt „ecoSquare Annastraße“ gab es zuletzt immer wieder Gerüchte. Nach Angaben der Investoren sollen auf einem Grundstück in Bahnhofsnähe 73 Wohneinheiten, davon 15 barrierefrei, entstehen. Wann, ist allerdings vollkommen offen: Im Sommer 2022 sollte das Projekt ursprünglich abgeschlossen sein, neuester Zielkorridor ist Herbst 2024.
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Don Bosco-Höfe
An der Ecke Pfeuferstraße/Hornthalstraße unweit des Markusplatzes entsteht ein modernes Wohnquartier mit 22 Eigentumswohnungen verteilt auf drei Häuser. Derzeit laufen die Rohbauarbeiten, die Fertigstellung ist zum 31. Dezember 2023 geplant. Alle Wohneinheiten (auch die bereits fertiggestellten in der Neuerbstraße 45) sind bereits verkauft. Laut Auskunft des Investors wird nicht jede Wohnung von den Besitzern selbst genutzt, sondern auch vermietet.
Kunigundendamm 80
Die 132 Eigentumswohnungen direkt am Luitpoldhain und Regnitzufer (1 bis 5 Zimmer, 34 bis 198 Quadratmeter, Kaufpreis ab 139.000 Euro) sind bereits alle verkauft. Wann das Bauvorhaben abgeschlossen wird, ist noch offen. Laut Aussage des verantwortlichen Bauunternehmens befindet sich das Bauvorhaben in der Endphase. Die Übergabe der ersten Wohnungen wird ab der 31. KW erfolgen und sich bis Ende September 2022 hinziehen", sagt Geschäftsführer Peter Klappan. Alle Eigentumswohnungen sind verkauft, teilweise werden Wohnungen vermietet.
Schlagfeldweg Wildensorg
In der Bamberger Innenstadt selten und teuer, im Umland äußerst begehrt: Bauland. Im Stadtteil Wildensorg bietet sich durch die Erweiterung der bestehenden Bebauung am Schlagfeldweg eine Chance, neues Bauland zu entwickeln. Die Planung sieht derzeit 23 Baurechte im Plangebiet vor, davon ein (noch nicht genau zu beziffernder) Teil im städtischen Baulandmodell. Ausschreibung für Bauplätze: frühestens Sommer 2023.
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