„Sowas haben wir noch nie erlebt“, sagt Michael Henkel, Kommandant der Feuerwehr Weilersbach am Montagvormittag. Um 9 Uhr habe die Feuerwehr am Sonntag eine Übung gemacht, da sei noch alles normal gewesen – wenig später dann der Ausnahmezustand.
Unterstützung von Wehren aus Reuth, Reifenberg und Rettern
„Es hat angefangen zu regnen und innerhalb kürzester Zeit ist der Weilersbach angestiegen und neben dem Feuerwehrhaus kam das Wasser wie ein Wasserfall von den Äckern runter“, schildert Henkel. Schnell sei auch die Kreisstraße überschwemmt und mit angespültem Geröll übersät gewesen. „Wir haben dann nachalarmiert, damit mehr Leute kommen.“ Auch die B 470 sei zwischen Reuth und Weilersbach für gut eineinhalb Stunden gesperrt gewesen.
In Oberweilersbach seien derweil zwei Keller vollgelaufen. Die Feuerwehren Rettern, Reifenberg und Reuth seien angerückt, um zu unterstützen und schließlich auch das Technische Hilfswerk (THW) Forchheim und Kirchehrenbach – rund 85 Personen seien insgesamt im Einsatz gewesen. „Wir haben dann um die 1500 Sandsäcke verbaut“, erzählt der Feuerwehrkommandant. „Das THW hat da immer ein gewisses Kontingent, das wir abrufen können.“ Auch in einem größeren Stall bei Weilersbach stand das Wasser knapp 30 Zentimeter hoch.
Hochwasser stieg am Abend noch einmal an
„Wir waren abends gegen 18 Uhr fertig, dann war kurz Pause und um 19 Uhr ging es nochmal an fast denselben Stellen los“, so Henkel. Beim Abendeinsatz hätten die vorher errichteten Dämme aber immerhin gehalten und nur hier und da noch einmal Nacharbeit benötigt.
Hochwasser Weilersbach
„Das ging alles wahnsinnig schnell“, schildert Henkel. „Innerhalb von 15 bis 20 Minuten war das Wasser da. Auch ältere Kollegen, die schon sehr lang bei der Feuerwehr sind, haben sowas noch nie gesehen.“ Bisher habe Weilersbach bei den größeren Unwettern oft Glück gehabt. „Wir haben dann auch über das Ahrtal gesprochen, wo die Menschen von den Wassermassen überrascht worden sind. Bei uns hatte das natürlich eine ganz andere Dimension – aber das war bei uns auch so. Das war Wahnsinn“, so Henkel weiter.
Hochwasser Weilersbach
Besonders wichtig sei die Hilfe der Bevölkerung gewesen. Nicht nur seien die Einsatzkräfte schnell verpflegt worden, viele hätten auch selbst mit angepackt. „Die Nachbarn von den betroffenen Häusern waren tatkräftig dabei und haben Sandsäcke geschleppt. Wenn die nicht mitgeholfen hätten, hätten wir noch viel mehr Feuerwehren gebraucht“, berichtet Henkel.
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