Reichsbürgerszene
Razzia in Franken: Festnahme im Landkreis Forchheim
Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen mehrere Menschen aus der sogenannten Reichsbürgerszene bei einer Razzia festnehmen lassen. Laut Bundesanwaltschaft  gab es auch Festnahmen in den Landkreisen Forchheim, Schweinfurt, Ansbach und Bayreuth.
Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwochmorgen mehrere Menschen aus der sogenannten Reichsbürgerszene bei einer Razzia festnehmen lassen. Laut Bundesanwaltschaft gab es auch Festnahmen in den Landkreisen Forchheim, Schweinfurt, Ansbach und Bayreuth.
Uli Deck, dpa
von dpa
LKR Forchheim – Bei der Großrazzia in der Reichsbürgerszene am Mittwochmorgen in Bayern gab es laut Bundesanwaltschaft auch Festnahmen in den Landkreisen Forchheim, Schweinfurt, Ansbach und Bayreuth.

Bei der Großrazzia in der Reichsbürgerszene sind nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen 26 Objekte in allen bayerischen Regierungsbezirken durchsucht worden. Insgesamt wurden sechs Bayern festgenommen, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags mit, zwei von ihnen im Ausland.

Festnahme im Landkreis Forchheim

Laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gab es Festnahmen in den Landkreisen Forchheim, Schweinfurt, Ansbach und Bayreuth, im Ausland waren Perugia in Italien und Kitzbühel in Österreich betroffen. Die Festgenommenen sollen Mittwoch oder Donnerstag dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Im Einsatz waren laut Herrmann in Bayern Einsatzkräfte im „mittleren dreistelligen Bereich“, darunter auch Spezialeinheiten.

Es handele sich um eine extrem wichtige und eine der größten Aktionen des Rechtsstaates und sei ein wichtiges Zeichen für die Demokratie, betonte Herrmann. Der Rechtsstaat werde auch weiterhin alles tun, um solche verbrecherischen und terroristischen Untriebe zu unterbinden. Es sei ein „gutes Zeichen“, dass die Behörden rechtzeitig darauf aufmerksam wurden.

Unter Regie der Bundesanwaltschaft

Bundesweit wurden bei der Aktion unter Regie der Bundesanwaltschaft 25 Menschen aus der sogenannten Reichsbürgerszene festgenommen. Rund 3000 Polizeibeamte waren am Mittwochmorgen in elf Bundesländern im Einsatz gewesen.

Die terroristische Vereinigung habe die staatliche Ordnung in Deutschland stürzen und durch eine eigene ersetzen wollen, die in Grundzügen schon ausgearbeitet sei, hieß es von der Bundesanwaltschaft. Dafür hätte sie auch Tote in Kauf genommen.

Was sind Reichsbürger?

„Reichsbürger“ sind Menschen die die Bundesrepublik und ihre demokratischen Strukturen nicht anerkennen. Sie weigern sich oft, Steuern zu zahlen. Oft stehen sie im Konflikt mit Behörden. Der Verfassungsschutz rechnet der Szene rund 21 000 Anhänger zu.

Etwa fünf Prozent sind Rechtsextremisten

Bei etwa fünf Prozent von ihnen, also rund 1150, handelt es sich nach Angaben der Behörde um Rechtsextremisten. Im Jahr 2021 rechnete der Verfassungsschutz der Szene „Reichsbürger und Selbstverwalter“ 1011 extremistische Straftaten zu.

Bei einer Razzia im Jahr 2016 hatte ein sogenannter Reichsbürger im bayerischen Georgensgmünd auf vier Polizisten geschossen. Einer von ihnen erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Das Spezialeinsatzkommando wollte die Waffen des Jägers beschlagnahmen.

 

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: