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Waldbrand bei Kirchehrenbach
Übung im Unterholz überrascht Feuerwehrleute
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024: Feuerwehrleute üben für den Ernstfall. // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Feuerwehr Kirchehrenbach
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Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger
Kirchehrenbach – Bei der zweiten Waldbrandübung der Feuerwehr Kirchehrenbach haben rund 70 Einsatzkräfte am Samstag einige Überraschungen erlebt. Genau so hat Feuerwehrkommandant Sebastian Müller das auch geplant.

Ein Waldbrand hielt am Samstagnachmittag bei Kirchehrenbach Kräfte der Feuerwehr, der Bergwacht und auf Trab. Wie es laut Alarmierung um 14:23 Uhr hieß, sei es im Wald unterhalb der Aussichtsplattform „Dreiländereck" zu einer Rauchentwicklung gekommen. Für die Feuerwehren in der Fränkischen Schweiz ein Horrorszenario. Tatsächlich handelte es sich bei dem Alarm am Samstag glücklicherweise lediglich um die Waldbrandübung „Dreiländerfunken" aus der Feder von Kirchehrenbachs Feuerwehrkommandanten Sebastian Müller, der auf diese Weise Aufmerksamkeit und Bereitschaft für einen Ernstfall schaffen will.

Waldbrände große Gefahr

„Jedes Jahr wandern im Sommer zig Tausende Touristen durch die Fränkische Schweiz“, erklärte Müller. Dass es infolgedessen noch nicht zu einer größeren Vegetationsbrandlage an einer schwer erreichbaren Stelle im Gemeindegebiet von Kirchehrenbach gekommen sei, grenze in seinen Augen an ein Wunder. Schließlich genüge eine achtlos weggeworfene Zigarette, um eine Katastrophe auszulösen.

Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger

Unterstützung erhielt die Feuerwehr Kirchehrenbach bei der Übung durch die Feuerwehr Ebersbach, das THW, sowie die Bergwachten Forchheim, Murnau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) und Altötting. „In dem Szenario, geht es um das Löschen im unwegsamen Gelände“, berichtete der Feuerwehrkommandant. Eine Premiere für die Feuerwehr Kirchehrenbach. Dies stelle die Einsatzkräfte vor ungewohnte Herausforderungen. So müssten Brandherde zunächst erst aus der Luft identifiziert werden.

Einsatz zu Fuß

Erst, wenn dies gelinge, könne die Einsatzleitung ihre Kräfte gezielt zum Einsatzort lotsen. Auch der Weg zum Einsatzort berge mitunter jedoch seine Tücken. So würden schmale und kaputte Wege, ungünstig geparkte Fahrzeuge von Wanderern sowie fehlende Ausweichbuchten entlang des Wegs die Anfahrt erschweren. „Solche Probleme können wir im Vorfeld nur erkennen, wenn wir derartige Einsatzlagen proben“, betonte Müller. Das sei auch für die Gemeinde wichtig, um Entscheidungen zum Schutz vor Waldbränden treffen zu können.

Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Feuerwehr Kirchehrenbach

Mitunter sei es dann aber auch nicht möglich, mit schweren Fahrzeugen bis direkt zum Brandherd vorzurücken. Dann müssten die Feuerwehrleute absteigen und sich mit ihrer mobilen Ausrüstung und Schläuchen den Weg durch das Unterholz bahnen. Das koste Zeit. So erreichten auch in der Übung die ersten Einsatzkräfte erst rund 30 Minuten nach Alarmierung den Einsatzort – und das, obwohl sie sich zum Zeitpunkt des Alarms bereits einsatzbereit am Feuerwehrhaus befunden hatten. Die zweite Gruppe benötigte knapp über eine Stunde.

Schläuche im Wald

Während einige Kameraden mit der Verlegung der Schläuche beschäftigt waren, gingen andere dazu über, eine Ausbreitung des Brandes durch das Anlegen von Brandschneisen sowie den Einsatz mobiler Löschspritzen einzuschränken.

„Im Prinzip erleben wir hier ein Revival des dünnen D-Schlauches, der sonst primär auf Feuerwehrfesten und in der Jugendarbeit zum Einsatz kommt“, erläutert Müller. Dickere Schläuche, die bei Hausbränden verwendet würden, seien zu schwer und zu unhandlich im Gelände.

Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger

Flugfeuer fordern auch Bergwacht

Nachdem die Feuerwehrleute den Brandherd unter Kontrolle gebracht hatten, begann das nächste Szenario. So war es infolge des Brandes zu sogenannten Flugfeuern gekommen, die Flammen zu einem nahegelegenen Steilhang getragen hatten. Hier mussten sich die Feuerwehrleute mit Unterstützung der Bergwacht abseilen, um die sogenannten „Spotfeuer“ zu bekämpfen. Zum Abschluss durften die Anwesenden zudem den Einsatz eines modernen Löschroboters, der aktuell unter anderem im Landkreis Bayreuth bei Bränden unterstützt, bewundern.

Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Andreas Wolfger

„An der Übung habe ich in Einzelleistung seit Herbst des vergangenen Jahres getüftelt“, berichtete Sebastian Müller stolz. Bei der Umsetzung hätten ihn das THW und die Bergwacht unterstützt. Ohne die wäre nichts gegangen.  Inspiriert habe ihn eine Großübung im Süden Bayerns, der er zu dieser Zeit als Gast habe beiwohnen dürfen. Zwar sei es nicht möglich gewesen, alle Elemente dieser Übung – etwa die Koordination von Luftrettungskräften - auch in Kirchehrenbach abzubilden, im Kern sei es aber gelungen, die wichtigsten Punkte darzustellen.

Ein gewisses Maß an Chaos ist normal

Außer ihm selbst, habe übrigens keiner seiner Leute, gewusst, was auf sie zukäme. Das sei wichtig gewesen, um auch die Einsatzleitung zu fordern und Übungskünstlichkeit zu vermeiden. „Im realen Einsatz ist ein gewisses Maß an Chaos vollkommen normal und man muss sich darauf einstellen, dass etwas passiert, mit dem man nicht gerechnet hat“, betonte der Kommandant. Angesichts dieser Herausforderung hätte sich seine Truppe gut geschlagen.

Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024
Waldbrandübung Kirchehrenbach 2024 // Feuerwehr Kirchehrenbach

Mit zum Chaos trug übrigens auch ein ganz realer Feuerwehreinsatz bei. Während der Übung ereilte den Kommandanten nämlich eine Alarmierung wegen eines Verkehrsunfalls im Gemeindegebiet. 

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