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Nach Aus für Essen auf Rädern
Helferkreis sucht Unterstützer für Essenslieferung
Das Diakonie-Tageszentrum in Mostviel kocht nur noch für die eigenen Tagesgäste.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Diakonie-Tageszentrum in Mostviel kocht nur noch für die eigenen Tagesgäste. // Thomas Weichert
Mostviel – Nachdem das Tageszentrum der Diakonie in Mostviel vor einigen Wochen seine Essenslieferungen an hilfsbedürftige Senioren eingestellt hat, fehlt noch eine zufriedenstellende Alternative.

Ende Juli hatte die Diakonie Bamberg-Forchheim von ihrem Tageszentrum im Egloffsteiner Ortsteil Mostviel aus wirtschaftlichen Gründen ihre Essenslieferungen an Schulen, Kindergärten und mehr als 100 hilfsbedürftige Einzelpersonen in mehreren Gemeinden der Fränkischen Schweiz eingestellt. Lediglich die Tagesgäste bekommen inzwischen noch ein warmes Mittagessen. Dazu hat sich nun auch der Egloffsteiner Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) zu Wort gemeldet.

„Wie vor einiger Zeit berichtet, stellte das Diakonische Werk Bamberg-Forchheim seinen Service der Essenslieferung (umgangssprachlich „Essen auf Rädern“) vom Stützpunkt Mostviel ein. Über 100 hilfsbedürftige Personen, verwiegend Seniorinnen und Senioren, aus dem Forchheimer Oberland standen somit ohne Essen da. Der Hilfeschrei der Betroffenen und deren Angehöriger erreichte auch mich und meine Kollegen aus den Nachbargemeinden“, teilt Förtsch mit.

Malteser Hilfsdienst sprang ein

Und weiter: „Wiederum über unseren gemeinsamen Bürgermeisterkollegen Alwin Gebhard aus Unterleinleiter, welcher im Hauptberuf bei den Maltesern tätig ist, konnte der Kontakt zum Bezirksgeschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes, Christian Stock, hergestellt werden. Gemeinsam begaben wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Immobilie für die notwendigen Kühl- und Zubereitungsräume, da die vorhandene Küche der Diakonie in Mostviel leider nicht von den Maltesern genutzt werden kann. Mittlerweile konnte ein potenzielles Ersatzquartier gefunden werden, das allerdings zunächst noch umgebaut und ertüchtigt werden muss.“

Landrat Hermann Ulm (CSU) schälte 2015 Äpfel im Tageszentrum. Lediglich Tagesgäste bekommen hier nun noch ein warmes Mittagessen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Landrat Hermann Ulm (CSU) schälte 2015 Äpfel im Tageszentrum. Lediglich Tagesgäste bekommen hier nun noch ein warmes Mittagessen. // Landratsamt, Archiv

Idealerweise auch in Mostviel. Um den betroffenen Personen jedoch schnelle Hilfe leisten zu können, sprang der Malteser Hilfsdienst sofort ein und improvisierte vorerst wöchentliche Lieferungen von vorbereiteten Tiefkühlmahlzeiten. Der Malteser Hilfsdienst prüft derzeit die Aufnahme der Belieferung mit warmen Mittagsgerichten in Egloffstein und den angrenzenden Gemeinden. „Als Übergangslösung bieten wir ab sofort eine wöchentliche Belieferung mit Tiefkühlgerichten zur selbstständigen Erwärmung an. Kundinnen und Kunden müssen dafür nur eine Mikrowelle oder einen Backofen und ausreichend Platz im Gefrierfach für sieben Gerichte zur Verfügung haben“, heißt es in einer Presseerklärung des Malteser Hilfsdienstes dazu. Auf lange Sicht würden die Malteser gerne wieder warmes Essen ausliefern, sofern sich genügend Kunden dafür fänden.

Tiefgekühltes Essen stellt Problem dar

„Mich treibt das Thema um“, sagt auch Hermine Haas von der Gößweinsteiner Senioreninitiative „Gemeinsam statt einsam“. „Wie lange soll denn die Übergangslösung mit der Tiefkühlkost dauern?“, fragt sich Haas. Denn dies sei für die meisten Senioren gar nicht zu verwirklichen, da sie kein so großes Tiefkühlfach im Kühlschrank hätten, in das sieben Mahlzeiten auf einmal reinpassen.

Im Markt Gößweinstein habe es zum Glück nur acht Personen betroffen, vier davon im BRK-Seniorenzentrum. Der Helferkreis von Haas hat mit der Waischenfelder Metzgerei Junk inzwischen Ersatz für die Belieferung mit einem warmen Mittagessen gefunden.

Helfer für Lieferung gesucht 

Allerdings nur von Montag bis Freitag, wenn die Metzgerei Junk auch die katholische Kindertagesstätte St. Franziskus mit warmen Essen beliefert. Jedoch kann die Metzgerei das warme Mittagessen nicht an Einzelpersonen ausliefern, sondern nur zentral anliefern. Deshalb sucht der Helferkreis ehrenamtliche Essensausfahrer, die eine Aufwandsentschädigung für diesen wichtigen Dienst für die Allgemeinheit bekommen. Die Anlieferung des Essens erfolge von Montag bis Freitag um 10.45 Uhr und der Zeitaufwand betrage circa eine halbe Stunde.

Erforderlich seien ein Auto und Zuverlässigkeit. Interessenten können sich gerne bei Hermine Haas unter Telefon 09242/552 melden. Wie Haas sagt, drängten auch immer mehr Essensanbieter auf den Markt. So möchte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Auerbach wohl auch schon bald ein Menü anbieten.

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