4166 Kilometer digitalisierte und vermessene Wanderwege, 4000 Wegweiserstandorte mit 21.400 Wegweisern, 14.000 Schilder und 175 Wanderübersichtstafeln, 370 Kulturinfotafeln in fünf Landkreisen und über 100 Gemeinden, eine Imagebroschüre und zehn Wanderkarten sowie ein Wanderportal im Internet.
Das sind die beeindruckenden Zahlen des Leader-Kooperationsprojekts „Qualitätswanderregion Fränkische mit starkem Kultur- und Gesundheitsprofil“ - kurz „Wanderleitsystem“ - das nun offiziell im Streitberger Bürgerhaus und der symbolischen Eröffnung im benachbarten Wagnersgarten mit der Enthüllung einer der 175 Wanderübersichtstafeln gefeiert wurde.
Neun Jahre wurde an dem neuen Konzept gearbeitet
Begonnen hatte das Projekt unter der Federführung des Fränkische-Schweiz-Hauptvereins im Jahre 2015 mit der Projektdefinition und -konkretisierung in verschiedenen Arbeitsgruppen. Im Juni 2016 lag der Förderbescheid vor. 1,5 Millionen Euro hat das Projekt „Qualitätswanderregion“ gekostet, für 90 Prozent dieser Kosten konnte Fördergeld eingeworben werden.
Aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds bewilligte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 860.000 Euro an EU-Mitteln für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER), 240.000 Euro kamen von der Oberfrankenstiftung, 43.000 Euro vom Landkreis Forchheim und die restlichen 99.000 Euro teilen sich die Landkreise Bayreuth, Bamberg, Kulmbach und Lichtenfels.
Dass das Projekt verwirklicht werden konnte, ist vor allem dem Rennsteigverein und in der Hauptsache den vielen Ehrenamtlichen der 44 Ortsgruppen des Fränkische-Schweiz-Vereins zu verdanken, die in den jeweiligen Gemeinden die Beschilderung übernahmen. Vier- mal die Stecke vom Tegernsee bis Flensburg wurde beschildert.
„Es ist ein Projekt von Bürgern für Bürger geworden“, betonte Oberfrankens Leader-Manager, der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann (CSU). Für Hofmann eine absolute Erfolgsgeschichte, die durch die breite Bürgerbeteiligung hervorragend gelungen sei. Alleinstellungsmerkmal der Qualitätswanderregion sei der starke Bezug zur Kultur, was Anton Eckert, dem ehemaligen Leader-Manager des Landkreises Forchheim geschuldet ist. Eckert gilt neben dem heutigen FSV-Hauptvorsitzenden und damaligen Forchheimer Landrat Reinhardt Glauber als einer der Väter des Projekts.
Eckert konnte leider nicht kommen, da er sich auf einer Studienreise befindet. Neben Eckert war auch Projektkoordinatorin Ingrid Saal ein absoluter Glücksfall , wie Eckerts Nachfolgerin Marion Rossa-Schuster sagte, die das Projekt vorstellte. Dass es von der Projektidee bis zur nun erfolgten Fertigstellung ganze neun Jahre gedauert hat, erklärte Reinhardt Glauber mit „juristischen Fallstricken“. Eine weitere Hürde war, dass das Projekt europaweit ausgeschrieben werden musste. Der FSV war schließlich der günstigste Anbieter.
Wegweiser in über 100 Gemeinden der Fränkischen Schweiz vereinheitlicht
Schon 1996 seien die Wanderwege gut ausgeschildert gewesen, aber in jeder Gemeinde mit unterschiedlichen Wegweisern. Glauber kündigte an, dass der FSV zum ersten Januar nächsten Jahres auch das digitale Wegemanagement übernehmen werde. Sein Wunsch ist auch, dass die Einkehrmöglichkeiten immer auf dem neuesten Stand mit vernetzt werden. Am besten noch mit digital abrufbarer Speisekarte. Denn der Wanderer wolle wissen, wo er einkehren kann und was es dort zu essen gibt.
Dass die Oberfrankenstiftung auch Qualitätswanderwege fördert, hat mit ihrer Satzung zu tun. Als die Stiftung 1927 gegründet wurde, machten sich die Gründerväter um den Bamberger Oberbürgermeister Adolf Wächter zum Ziel, die Volkswohlfahrt in Oberfranken zu fördern. Und dazu gehöre auch das Thema Wandern, wie der Geschäftsführer der Stiftung Stefan Seewald erklärte.
Bedeutendstes Projekt in Oberfranken
Die lange Festrede hielt Forchheims Vizelandrätin Rosi Kraus. Sie sprach von einem der bedeutendsten Leader-Kooperationsprojekte in Oberfranken. Denn die Fränkische Schweiz biete eine Vielzahl an Kulturlandschaften, Naturschönheiten, Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Genüssen. Seit mehr als 200 Jahren kommen Besucher zum Wandern in diese wildromantische Landschaft.
Wandern sei viel mehr als ein mehrstündiger Spaziergang, sondern auch Balsam für die Seele, so Kraus. Es sei an der Zeit gewesen, das Wanderangebot in der Fränkischen Schweiz auf ein neues Qualitätsniveau zu heben. Kraus dankte allen Beteiligten und das „ganz große Dankeschön“ ging an die Wegewarte des FSV und des Rennsteigvereins.
Nach den Ansprachen folgte eine 50 Meter lange „Wanderung“ in den benachbarten Wagnersgarten, in dem von Rosi Kraus, Staatsministerin Melanie Huml und Europabgeordneter Monika Hohlmeier die Qualitätswanderegion mit der symbolischen Enthüllung der Wanderübersichtstafel eröffnet wurde.
Mit dabei auch die Bundestagsabgeordneten Silke Launert und Thomas Hacker sowie die Landtagsabgeordneten Michael Hofmann und Stefan Frühbeißer sowie zahlreiche Bürgermeister und Vereinsvorsitzende aus allen fünf Landkreisen.
Das Wanderportal findet sich im Internet unter: wanderregion-fraenkische-schweiz.de
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