Mit dem Heft „Wege für Alle“ will der Verein Naturpark Fränkische Schweiz dazu beitragen, dass jeder Qualitätszeit in der Region verbringen kann. So wendet sich der Wanderführer neben Menschen mit Mobilitätseinschränkung, Rollstuhlfahrern, Naturfreunden, die „schlecht zu Fuß“ sind, auch an Familien mit Kinderwägen sowie Laufrädern. Am Samstag berollten nun neun Rollstuhlfahrer und zahlreiche Begleiter im Rahmen eines Aktionstags gemeinsam eine der Routen - den Weg von Rupprechtstegen nach Lungsdorf. Ziel war es unter anderem, die in dem Wanderführer bereitgestellten Informationen zur Wegbeschaffenheit auf die Probe zu stellen.
Durchweg positives Feedback
„Das Angebot wurde gut angenommen und die Anmeldeliste war sehr schnell voll“, erklärt Dominik Hermann, der selbst Rollstuhlfahrer ist und das Heft erstellt hat. Umso erfreulicher sei das durchweg positiven Feedback für die Veranstaltung.
„Die Wege in dem Heft wurden nicht barrierefrei gebaut“, erklärt Dominik Hermann, der selbst Rollstuhlfahrer ist und das Heft erstellt hat. Vielmehr habe er für den Wanderführer Strecken zusammengetragen, von denen er überzeugt gewesen sei, dass geeignet seien. Um für bewegungseingeschränkte Menschen als Wanderroute infrage zu kommen, müsse ein Weg etwa möglichst steigungsarm sein, sowie über einen guten Untergrund und eine angemessene Wegbreite verfügen.
Scuttler auch dabei
„Weitere Kriterien waren eine barrierearme Einkehrmöglichkeit und eine behindertengerechte Toilette in der Nähe des Weges“, so Herrmann. Auf der Tour von Rupprechtstegen nach Lungsdorf befinden sich, auf 2,5 km gleich drei barrierearme Toiletten. Das sei unter anderem dem Bürgermeister Hannes Loos zu verdanken. Neben Lob sei es aber auch zu einigen Inspirationen von Teilnehmern für weitere Aktionen, die im Rahmen des Projektes noch stattfinden sollten, gekommen.
Mit dabei beim Aktionstag war auch Martin Ebner, der Tüftler mit Herz, der es sich mit seinem Kettenrollstuhl „Scuttler“ zur Aufgabe gemacht hat, die Fränkische Schweiz für bewegungseingeschränkte Menschen erlebbar zu machen. Am Samstag konnten die Teilnehmer der Veranstaltung diese Erfahrung im Rahmen von Probefahrten selbst testen.
Nächste Projektphase
„Aktuell befinden wir uns in der zweiten Phase des Projektes", berichtet Dominik Herrmann. Damit sei die Zielsetzung nun, dem Motto „Wege für Alle" tatsächlich gerecht zu werden und das Angebot zu erweitern. Etwa durch die Verwendung leichterer Sprache, um kognitiv eingeschränkten Menschen, aber auch Kindern einen leichteren Zugang zu Informationen zu ermöglichen.
„Wir wollen Angebote für Seh- und Hörgeschädigte entwickeln und arbeiten an einem Konzept für einen wirklich barrierefreien Naturlehrpfad", erzählt Herrmann. Außerdem habe man die Möglichkeit, durch bauliche Maßnahmen Barrieren an den bestehenden Wegen abzubauen. „Ich hoffe, dass durch dieses Projekt mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Barrierfreiheit gerichtet wird", betont er. Dies sei der einzige Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, bei der jeder die Möglichkeit zur Teilhabe habe und das bis ins hohe Alter. Finanziert wird das Projekt übrigens vom Bayerischen Umweltministerium und von der Regierung Oberfranken.
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