Die Traditionskneipe „Bierbrunnen“ in Ebermannstadt hat eine neue Pächterin: die 45-jährige Suzan Vogler. „Damit habe ich mir einen Traum erfüllt“, sagt die Ebermannstadterin und erzählt, dass sie nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau eigentlich auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten wollte.
„Doch da war ich erst 19 und damit zu jung, denn man musste 21 sein“, berichtet Vogler. Sie nahm sich vor, erst einmal ihre Englischkenntnisse zu verbessern und ging für ein Dreivierteljahr nach London und arbeitete an der Bar eines Marriott-Hotels. „Ein Kollege brachte mich auf die Idee, dass wir zur Wintersaison in die Schweiz könnten“, verrät Suzan Vogler. Gesagt, getan.
Berufseinstieg an der Bar eines Fünf-Sterne Hotels in St. Moritz
Diesmal heuerte sie im Fünf-Sterne-Hotel „Suvretta-House“ in St. Moritz an und war auch hier an der Bar tätig. „Die Wintersaison begann am 4. Dezember. Am 14. Februar hatte ich meinen ersten freien Tag“, blickt die Ebermannstadterin zurück und lacht: „Heutzutage ist das gar nicht mehr möglich, dass man am Stück so viel arbeiten muss.“
An diesem freien Tag beschlossen sie und ein Kollege von der Rezeption, dass sie Skifahren gehen könnten, was gar nicht gerne von der Geschäftsleitung gesehen war. „Und wie es so kommen muss, ich hatte einen Unfall“, berichtet Suzan Vogler und schüttelt den Kopf. Sie hatte sich unter anderem das Kreuzband gerissen und war ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt. Zurück in Ebermannstadt ließ sie sich zur Versicherungsfachfrau umschulen, lernte ihren Lebensgefährten kennen und begann, in Teilzeit bei einer Versicherungsgesellschaft zu arbeiten.
„Ich hatte aber nach wie vor im Kopf, eine eigene kleine Kneipe hier in Ebermannstadt zu eröffnen, denn ich bin hier sehr verwurzelt“, erzählt Vogler. Sie wollte die Arbeit weitgehend selbst stemmen können, deshalb sollte die Gaststätte nicht so groß sein. „Ich habe eigentlich nicht aktiv gesucht, mir aber das eine oder andere angesehen“, berichtet die Ebermannstadterin. Durch Zufall erfuhr sie, dass die Traditionskneipe „Bierbrunnen“ zu pachten war.
„Die kannte ich natürlich, denn wir hatten da als Jugendliche viele schöne Abende verbracht“, schwärmt sie. Und sie traute sich und griff zu. Einige Menschen fanden es nicht gut, dass sie im Juni eröffnete. „Man meinte, dass dann keine Leute kämen, denn im Sommer würden alle in die Biergärten gehen. Wobei ich ja auch einige Tische außen stehen habe“, sagt die Pächterin und verrät, dass sie im Nachhinein betrachtet aber froh sei, im Juni begonnen zu haben: „Denn ich habe auch erst Zeit gebraucht, die Abläufe zu optimieren.“ Ihr Angebot sei für junge und alte Menschen: „Mein 17-jähriger Sohn mag Burger und mein Vater mit 75 Bratwurst und Sauerkraut.“
Vogler setzt auf regionale Produkte und fünf verschiedene Biere vom Fass
Dominik Hübschmann und Tom Schmitt von „be:wurscht “ aus Ebermannstadt waren auf sie zugekommen. „Erst überlegte ich, ob die Menschen bereit wären, einen Euro mehr für regionale Produkte auszugeben, aber das kommt richtig gut an“, stellt Vogler fest. Daneben bietet sie Burger-Paddys vom Angushof Dittrich aus Rüssenbach an, Whisky vom Elch-Bräu aus Thuisbrunn oder den Gin „Shadows“ aus Heroldsbach.
Sie hat fünf Zapfhähne, einen für helles Bier, ein Lager, Pils und Dunkles. „Der fünfte Zapfhahn ist für Aktionsbier. Da wird gewechselt. Das kommt bei den Gästen total gut an“, konstatiert Vogler. Sie liebe es, sich mit den Menschen an der Bar zu unterhalten und ihre Geschichten zu hören. Und sie sei glücklich über den Zusammenhalt der regionalen Unternehmer: „Ich habe ja nicht den Platz, dass ich so viel lagere.“ Einmal im Monat gibt es ein besonderes Essensangebot. Der „Bierbrunnen“ ist von Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr geöffnet.
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