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Gastroszene Forchheim
Was David Grießhaber in der Eventvilla alles plant
Ein Weltenbummler kehrt heim: Der 35-jährige David Grießhaber lenkt seit 1. September die Geschicke der Eventvilla in der Bayreuther Straße in Forchheim.Forchheim & Fränkische Schweiz
Ein Weltenbummler kehrt heim: Der 35-jährige David Grießhaber lenkt seit 1. September die Geschicke der Eventvilla in der Bayreuther Straße in Forchheim. // Stephan Großmann
Forchheim – David Grießhaber heißt der neue Betreiber der Forchheimer Eventvilla. Dem FT erzählt der 35-Jährige, was er in der alten Hornschuchvilla plant und ob es 2024 wieder eine After-Anna-Party geben wird.

Entspannt sitzt David Grießhaber an diesem sonnigen Septembermorgen auf der Terrasse seiner Eventvilla. Doch nur kurz, auch dieser Tag im Leben des Jungunternehmers wird wieder lang werden. Hin und wieder wandert sein Blick aufs Handy, viel ist zu organisieren, fertigzumachen, anzugehen.

Seit 1. September betreibt der 35-Jährige die Eventvilla in der ehemaligen Hornschuchvilla in der Bayreuther Straße 4.

„Grundsätzlich möchte ich an dem bewährten Konzept der Eventvilla festhalten“, erzählt Grießhaber. So wird die Location verteilt auf Souterrain, Gewölbe-Keller und Terrasse auch weiterhin für Hochzeiten, Firmen-Events und Familienfeiern zu mieten sein.

Das Konzept der Eventvilla soll grundsätzlich bleiben, sagt Betreiber David Grießhaber.Forchheim & Fränkische Schweiz
Das Konzept der Eventvilla soll grundsätzlich bleiben, sagt Betreiber David Grießhaber. // Stephan Großmann

Grießhaber will sich darüber hinaus, wie bei seinen Vorgängern auch üblich, um die Organisation der Events sowie die Bewirtung mit Getränken kümmern.

Einzelevents: Halloween, Weihnachten, Annafest

Darüber hinaus wolle der 35-Jährige aber auch eigene Ideen einbringen. „Eine feste Gastronomie ist nicht geplant. Aber ich möchte immer wieder einzelne Events veranstalten. Beispielsweise eine Halloween-Party, eine Art Aftershow-Party zur Weihnachtsmarktzeit oder Ähnliches.“

Viele fragen sich, ob es auch 2024 wieder eine After-Annafest-Party geben wird. „Ja, klar“, sagt Grießhaber.

Auch wenn die beliebten Partys nach dem Annafest in diesem Jahr unter keinem guten Stern standen und Grießhabers Vorgänger Florian Lochner gar dazu veranlasst hatten, das Projekt Eventvilla gänzlich an den Nagel zu hängen. Seither konzentriert der sich um seine Übernahme der „Walberla-Eventstube“ in Kirchehrenbach.

Florian LochnerForchheim & Fränkische Schweiz
Florian Lochner // Andreas Klupp

Konzerte und Kulturkonzept

Grießhaber lässt sich davon nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil erweckt das Gespräch mit ihm den Eindruck: „Jetzt erst recht!“

Als studierter Betriebswirtschaftler mit viel Erfahrung im Eventmanagement ist er sich der möglichen Risiken seines Vorhabens bewusst, auch und gerade in einer für viele gastronomische Betriebe schwierigen Zeit. Aber blickt Grießhaber auf Forchheim in der Nacht, scheint er um den Schlaf gebracht. „Es muss noch mehr passieren hier. Forchheim wächst, aber das Angebot ist definitiv ausbaufähig.“

Vorstellen könnte er sich neben seinem Hauptgeschäft mit den Miet-Events vieles: Konzerte, Kulturveranstaltungen, tanzbares Nachtleben. Und, dies ist ihm wichtig zu betonen, er selbst sehe sich und sein Konzept für die Eventvilla nicht als Konkurrenz für bereits bestehende Angebote – ganz im Gegenteil. „Ich bin offen für Kooperationen und glaube, dass man zusammen viel anpacken kann.“

Welches Bier wird es in der Eventvilla künftig geben?

Auch die in Forchheim zweitwichtigste Frage – welches Bier er ausschenken wird – möchte Grießhaber bewusst nicht in Stein gemeißelt wissen: „An eine feste Brauerei möchte ich mich nicht binden. Nur so viel: Regionalität ist mir wichtig und dass ich auf die Geschmäcker meiner Gäste gezielt eingehen kann.“

David Grießhaber: „Nicht fürs Büro gemacht“Forchheim & Fränkische Schweiz
David Grießhaber: „Nicht fürs Büro gemacht“ // Stephan Großmann

Dass er hier einmal ein Unternehmen betreiben wird, hätte der in Forchheim aufgewachsene Weltenbummler früher nicht vermutet. Teils monatelang reiste er um die Welt, engagierte sich in sozialen Projekten, arbeitete in Bars, wohnte schon in Berlin und Heidelberg.

Zum Studium zog es ihn nach Nürnberg, später arbeitete er dort als Assistent der Geschäftsführung eines Unternehmens.

„Ich bin aber nicht auf Dauer fürs Büro gemacht“, sagt er. Gesagt, gekündigt.

Nun wohnt er in Wiesenthau. Beinahe reflexartig streifte er sich aber gleich nach seiner wegweisenden Entscheidung den Rucksack über und lief los – bis nach Kopenhagen. Kurz darauf tat sich im Sommer dann plötzlich die Chance mit der Eventvilla auf.

David Grießhaber: Einzelkämpfer mit Leidenschaft

Zwar ist die finanzielle Sicherheit der Festanstellung erst einmal passé. Auch arbeitet Grießhaber aktuell nicht weniger als in seinem Bürojob vorher.

David Grießhaber will selbst mit anpacken.Forchheim & Fränkische Schweiz
David Grießhaber will selbst mit anpacken. // Stephan Großmann

Oft sogar mehr, weil er nicht nur sein eigener Chef, sondern zugleich alle seine Angestellten ist. „Derzeit stemme ich das meiste allein. Aber ich mache jetzt so gerne, was ich tue, dass es sich nicht mehr nach Arbeit anfühlt.“

Alte Hornschuchvilla in Bayreuther Straße: ein Stück Tradition

Immerhin muss er baulich kaum eingreifen. Die alte Hornschuchvilla, 1888 von dem Fürther Industriellen Christian Heinrich Hornschuch gebaut, wurde 2008 aufwendig saniert.

2008 wurde die Villa in der Bayreuther Straße 4 aufwendig saniert.Forchheim & Fränkische Schweiz
2008 wurde die Villa in der Bayreuther Straße 4 aufwendig saniert. // Andreas Oswald/Archiv

„Ich werde ein bisschen streichen, muss mir noch Mobiliar und Equipment besorgen – aber im Prinzip kann ich einfach loslegen.“ Bahnhofsnähe, Parkplätze, Ambiente, Platz: Für seine Vorhaben sei die historische Villa „einfach perfekt“.

Langfristige Lösung angedacht

Kommt Corona zurück? Gehen die Strompreise wieder hoch? Bleibt der Fachkräftemangel eklatant? David Grießhaber treiben diese Fragen qua Amt zwar um. „Aber ich möchte im Hier und Jetzt leben. Und das Beste aus der Chance Eventvilla machen.“

Außerdem möchte er sein Engagement in der Traditions-Location nicht als Eintagsfliege missverstanden wissen. „Ich strebe hier schon eine langfristige Lösung an.“

Geplant ist wohl noch in diesem Herbst eine Art Einstandsparty. „Zurzeit sind wir gut ausgebucht an den Wochenenden – Konkretes kann ich also noch nicht sagen.“

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