Kaum ist der Sommer vorüber, kündigt sich auch schon die Weihnachtszeit an. So werden nicht nur die Tage kürzer und die Temperaturen kälter – bereits seit Wochen gibt es in den Supermärkten schon Lebkuchen und Christstollen zu kaufen. Wer es nicht so mit Süßkram hat, für den gibt es Weihnachtsbier, zum Beispiel das der Brauerei Meister aus Unterzaunsbach bei Pretzfeld, die am kommenden Montag mit dem Verkauf des festlichen Gebräus beginnt.
„Unser Weihnachtsbier ist ein klassisches Märzen“, berichtet Brauereichef Georg Meister. Das sei ein typisches Winterbier und als solches brauche es etwas mehr Stärke. Aus diesem Grund hat sein Weihnachtsbier eine Stammwürze von rund 13,8 und einen Alkoholgehalt von 5,7 bis 5,8 Prozent. Rund 400 Hektoliter habe er heuer gebraut. Das entspricht etwa 80.000 Seidla.
Brauprozess bereits im August begonnen
„Wie lange das ausreicht, lässt sich schwer sagen“, betont er. So habe er schon Jahre erlebt, in denen er noch im Januar ausreichend von seinem Winterbier übrig hatte. „In anderen Jahren hatte ich schon vor Weihnachten nur noch wenige Kästen auf dem Hof“, berichtet er. So durstig seien die Leute gewesen.
Spontan mehr zu produzieren, könne er leider nicht. „Die Maische für das diesjährige Winterbier habe ich bereits Ende August angesetzt“, betont er. Inklusive des Gärungs- und Reifeprozesses brauche es etwa sechs bis sieben Wochen, bis man die neue Charge genießen könne.
Winterbier hat Tradition
„Bei uns ist das Brauen noch echtes Handwerk“, erklärt Meister stolz. Vielerorts gebe es bereits viel Automatisierung – er hingegen setze auf traditionelle Handarbeit. Ähnlich sieht er auch sein Winterbier: „Vor etwa 40 Jahren haben wir in der kalten Jahreshälfte ausschließlich Winterbier gebraut“, betont er. Nur im Sommer habe man ein süffigeres, leichteres Bier gebraut, das den Arbeitern in der Sonne nicht so zu Kopf gestiegen sei.
„Die Leute wollten damals auch ein stärkeres Bier“, berichtet der Brauer. Daheim hätten die Leute es dann nämlich je nach Geschmack mit Wasser verschnitten. Das hätten die Menschen damals günstig aus dem heimischen Brunnen im Garten beziehen können. „Heute nennt man das ein Saures Radler – früher war das ganz normal“, scherzt er.
Kundschaft bunt gemischt
Wie Meister berichtet, ist seine Kundschaft bunt gemischt. Neben zahlreichen Brauereien, Biergärten und Getränkemärkten würde er auch direkt an Endkunden verkaufen, die den Weg zu ihm in die Fränkische Schweiz fänden. Und das, obwohl der Gasthof, der zur Brauerei gehöre, bereits seit etwa sechs Jahren geschlossen sei.
„Viele sind Stammkunden – manche fahren aber auch aus Nürnberg oder Bamberg gezielt in die Fränkische Schweiz, um immer mal was Neues zu probieren“, erklärt er. Darüber freue er sich stets. „Eigentlich sollte jeder, der in der Region lebt, es so machen. Immerhin sitzen wir hier an der Quelle“, betont er.
Einen überraschenden Ansturm erwarte er am Montag allerdings nicht. „Vielleicht 20 Leute, die es einfach nicht erwarten können“, erläutert er. Dass der Verkauf am Montag beginne, liege im Übrigen daran, dass dies stets sein Abfülltag für Flaschen sei. „Rund 3500 Flaschen schafft unsere Abfüllanlage in der Stunde“, erklärt er. Das sei im Vergleich zu größeren Brauereien eher eine gemütliche Geschwindigkeit. Am Dienstag seien dann die Fässer an der Reihe. Danach würden die Wirtschaften kommen.
Winterbier auch in Aufseß
Georg Meister ist nicht der einzige Brauer in der Region, der für die kalte Jahreszeit etwas Besonderes in seinem Braukessel zaubert. „Wir haben mit dem Verkauf unseres Winterbieres schon in der vergangenen Woche begonnen“, erklärt Chris Rothenbach von der Brauerei Aufseß. Dabei handle es sich um ein vollmundiges, malzbetontes Bier im Festbierstil, das zudem über ein leichtes Raucharoma verfüge. Das bringe die Weihnachtsstimmung. „Es soll aber auch dazu einladen, dass man noch ein zweites trinkt“, sagt er. Folglich sei es nicht zu hopfig, sondern eher mild.
Erhältlich wird es sein, solange der Vorrat reicht. Angesetzt habe die Brauerei lediglich einen einzigen Sud. Dieser beinhalte etwa 8000 Liter. „Im vergangenen Jahr hat das etwa bis kurz vor Weihnachten gereicht“, erinnert sich Rothenbach zurück. Und das sei auch gut so. „Im Handel gab es mitunter noch nach Jahreswechsel den einen oder anderen Kasten“, berichtet er. Sei ein Winterbier aber bis Mai noch erhältlich, könne man es kaum mehr an den Kunden bringen. „Aus diesem Grund nennen wir es auch Winterbier und nicht Weihnachtsbier“, erklärt Rothenbach.
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