„Die große Frage der Besucher unseres Tages der offenen Brennereien ist: Was gibt es Neues?“, sagt Helmut Pfefferle, Genussbotschafter und Vorsitzender des Tourismusvereins „Fränkisches Genießerland rund ums Walberla“. Das bestätigt auch Willibald Schmidt vom Biohof Schmidt aus Mittelehrenbach: „Das stimmt. Aber dann wollen sie trotzdem noch die traditionellen Brände probieren.“
Der Tourismusverein organisiert in diesem Jahr wieder den „Tag der offenen Brennereien und Brauereien“, an dem 16 Höfe ihre Pforten öffnen und vielen Besuchern ihre Produkte näherbringen. Die Veranstaltung findet diesmal am Sonntag, 15. Oktober, von 10 bis 17 Uhr statt.
„Ursprünglich hatte Teddy Dahlmann die Idee, dass die Leute sehen sollen, wie man brennt“, erzählt Anni Reichold, die mit ihrem Mann Gerhard den Peterhof in Ortspitz führt. „Vor 20 Jahren hatte Ernst-Jürgen Dahlmann aus Mittelehrenbach, er war Direktor am Amt für Landwirtschaft, diese Idee“, bestätigt auch Pfefferle, und Schmidt ergänzt: „Ja, Brenner galten damals als Alchemisten. Das war ein einschlägiger Kreis.“ Um den Besuchern dann auch noch die Vielfalt des Obstes nahezubringen, stellt Schmidt seitdem die verschiedenen Obstsorten aus.
Probieren statt nur schauen
„Leute wollen aber nicht nur was anschauen, sondern auch was probieren und mitnehmen“, wirft Pfefferle ein und Schmidt erwidert: „Dadurch ist aber auch bei den Brennern das Bewusstsein gestiegen, dass sie gute Qualität erzeugen müssen. Und das geht nur mit gutem Obst.“ Früher habe man nur das Obst genommen, das sonst nicht verwendet werden konnte. Das sei jetzt anders, erklärt er und erinnert sich: „Bei der ersten Veranstaltung vor genau 20 Jahren dachten wir nicht an so einen Erfolg und waren überrascht, dass so viele Besucher kamen.“
Schmidt erzählt, dass er früher seinen Vater zum „Hausieren“ begleitete: Die Obstbauern fuhren durch die Region, um ihre Produkte zu verkaufen. Er erzählt, dass aufgrund der Nachfrage die Produktpalette erweitert wurde: „Wir hatten vor Jahren übrigen Quittensaft in die Scheune gestellt und vergessen. Jahre später entdeckten wir ihn wieder und merkten, dass wir tollen Essig haben.“
Alkoholfrei im Trend
Auch in diesem Jahr wird es bei Schmidt die Obstausstellung geben und neu: die „Schmidtchens“ – zwei Sorten Cidre und drei Sorten alkoholfreie Seccos. Pfefferle durfte schon probieren und war begeistert: „Lecker! Alkoholfreie Produkte werden immer mehr nachgefragt. Aber jetzt hol doch noch deine Auszeichnung, Willi.“
Schmidt hatte für den „Tag der offenen Brennereien“ einen Antrag gestellt und den Tourismuspreis der Fränkischen Schweiz „Tourismuskrone“ in der Kategorie „Leuchtturm“ gewonnen. „Außerdem wird auch in diesem Jahr eine Liaison ausgeschenkt. Diesmal Mirabelle“, sagt Pfefferle. Vor einigen Jahren bat er die Vereinsmitglieder um ihren besten Brand.
In diesem Jahr gaben die Brenner jeweils einige Liter ihres besten Mirabellenbrandes ab, fügten sie in ein ehemaliges Rumfass und lagerten es in einem Gewölbekeller. Bald wird es von Johannes Haas, Inhaber der Edelbrennerei Haas in Pretzfeld, abgefüllt.
Im Peterhof wird Gerhard Reichold den ganzen Tag über den Brennvorgang zeigen und erklären. Zu frischem Brot oder Gulaschsuppe können die Besucher frisch gepressten Apfelsaft probieren oder sich Apfelglühwein schmecken lassen. „Das entstand in einem Jahr, in dem es am dritten Sonntag im Oktober sehr kalt war“, erklärt Anni Reichold.
Am besten nicht mit dem Auto kommen
Und es wird leckere Cocktails aus den Produkten des Hofes geben. „Das ist nur einiges Neues. Es gibt noch viel mehr. Ich kann den Besuchern nur raten, mit den Öffentlichen zu kommen, denn es gibt viel zu probieren“, freut sich Helmut Pfefferle.
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