Alle 93 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Fränkische Schweiz (GFS) in Ebermannstadt bestanden die Abiturprüfung, 80 davon haben die Note 1 oder 2 vor dem Komma stehen und 33 tatsächlich die Note 1. Darauf ist Oberstudiendirektor Siegfried Reck sehr stolz, wie er während der Abi-Feier in der Aula verkündete.
Abifeier Gymnasium Fränkische Schweiz: Ebermannstadt feiert
Das GFS ist das einzige Gymnasium im Landkreis Forchheim, an dem in diesem Jahr Abi-Prüfungen stattfanden. Dies liegt nicht etwa daran, wie der Bayerische Rundfunk in der „Abendschau“ und Antenne Bayern berichtet hätten, dass diejenigen, die es im letzten Jahr nicht geschafft hätten, heuer ihre Prüfungen nachholten. Dies bezeichnete Reck als „Fake News“ und er habe deshalb auch schon bei einem Radiosender angerufen. Dies liege vielmehr an der Umstellung vom G 8 auf G 9.
Es sei daher ein „besonderer Jahrgang, eine Seltenheit mit Exklusivität“, so der Schulleiter. Zusammenfassend betrachtet könne man in allen Fächern „Spitzenprodukte mit Spitzenprädikatsschülern“ vorweisen, so Simon Sponsel aus Leutenbach und Anton Wiemann aus Gößweinstein mit der Note 1,0. Simon Sponsel wurde sogar Landessieger in Latein, und auch Wiemann kam unter die besten zehn beim Landeswettbewerb in Latein. Sponsels Lieblingsfächer waren neben Latein Geschichte und Mathe. Er wolle zunächst ein Jahr Wehrdienst absolvieren und dann entweder Bauingenieur, Berufsfeuerwehrmann oder Polizist werden.
Pläne nach dem Einser-Abi
Um auf die Traumnote 1,0 zu kommen, „muss man sich schon anstrengen, und ein bisschen Glück gehört auch dazu“, sagt Anton Wiemann. Er will Wirtschaftsmathematik und Biophysik studieren. Vitus Dann will mit der Note 1,1 Politikwissenschaften in Berlin studieren, um dann Berufspolitiker zu werden oder in einem Ministerium zu arbeiten.
Lea Preller aus Unterleinleiter, ebenfalls 1,1, will in Erlangen Medizin studieren, um dann Fachärztin der Chirurgie zu werden.
„Geht hinaus in die Welt, vergesst aber eure Heimat nicht, denn unsere Region braucht junge engagierte Menschen wie euch“, rief Vizelandrat Otto Siebenhaar den Abiturienten zu. Am Beispiel von Simon Sponsel, der aus Siebenhaars Heimatgemeinde kommt, könne man sehen, welche Talente es im Oberland gebe.
Bürgermeisterin Christiane Meyer hatte drei Wünsche an die Abschlussschüler. „Vertrauen Sie auf unsere Demokratie. Sie ist nicht perfekt, aber das Beste, was wir haben.“ Denn in Zeiten, in denen Polarisierung zunehme, Fake News Alltag seien und Populismus verfange, „ist es wichtig, dass Sie sich einmischen“, so Meyer. Zudem stehe die Welt vor gigantischen Revolutionen. Denn die KI werde die Welt verändern. „Ich wünsche mir, dass wir diese Entwicklungen gemeinsam gestalten, mit Wissen statt Panik, mit Regeln statt Verboten und mit Mut statt Angst“, so Meyer. Ihr dritter Wunsch ist, dass die Abiturienten ihre Wurzeln und ihre Heimat nicht vergessen.
Geldspende für den Abi-Ball
Der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann sagte zu den Schülern: „Überlegen Sie sich, was Ihnen Spaß macht und Freude bereitet, und dafür entscheiden Sie sich.“ Jedem, der in die Vereinigung der Freunde des Gymnasiums Fränkische Schweiz eintritt, versprach Hofmann Gutscheine für das Altstadtfest. Für den Abi-Ball hatte er eine Geldspende dabei.
„Seien Sie mutig und neugierig, bleiben Sie stets authentisch und treu zu sich selbst“, sagte der frühere Schulleiter Erhard Herrmann als Vorsitzender der Vereinigung der „Gymnasiumsfreunde“. Ganz nach dem Jahrgangsmotto „The winner Takes it All“ von Abba wünschte Michael Handwerger vom Elternbeirat „alles Gute für eure Reise ins Abenteuer Leben“.
Eine humorvolle Abschlussrede hielten die Abiturienten Frida Kirsch und Vitus Dann. „Viele haben ihr Deutsch-Abitur geschafft, ohne eine einzige Lektüre zu Ende gelesen zu haben. Ich spreche aus eigener Erfahrung“, sagte Dann. Nach 13 Jahren Schule habe man auch keine Ahnung, wie man eine Steuererklärung mache und er habe auch keine Ahnung gehabt, wie man diese Rede schreibe. Etwas Kritik gab es auch. Warum muss man noch Papiergeld zahlen, wenn jeder Schüler ein Tablet haben muss? Oder das bayerische Schulsystem, bei dem man sich in der vierten Klasse für die weitere Schullaufbahn entscheiden muss. „Mit zehn Jahren wusste ich noch nicht einmal, ob ich Spaghetti mit oder ohne Ketchup essen soll“, sorgte Dann für Gelächter. Große Klasse waren die Gesangsauftritte von Bernadette Wehr, von Musiklehrerin Catrin Schuler am Keyboard begleitet. Studiendirektor Dietmar Schneider führte humorvoll durch das Programm.




















