Fränkische Fastnacht
Endlich „Fosanocht“ in Effeltrich
Die Effeltricher Tanzgarde begeisterte das Publikum.
Die Effeltricher Tanzgarde begeisterte das Publikum.
Johannes Steinert
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Effeltrich – Der Karnevalsverein Allamoschee Effeltrich kann nach der Corona-Pause wieder seine Prunksitzung durchführen. Ein Dorfrocker ist dabei, und plötzlich tauchen auch Klimakleber auf.

Nach der Corona-Pause fand in Effeltrich endlich wieder die große Prunksitzung des Fosanochtsvereins Allamoschee statt. Pünktlich um 19.11 Uhr startete das närrische Spektakel in der ausverkauften „Hesibooch“-Halle.

Sitzungspräsident Harald Wolf begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und befreundeten Vereine aus den Nachbargemeinden. Der Patenverein „Brucker Gaßhenker“ überreichten anlässlich des 44-jährigen Bestehens von Allamoschee eine übergroße Jubiläumstorte.

Garden sind Aushängeschild

Ein Aushängeschild des Vereins ist die Gardeabteilung. Die Juniorengarde und die Jugendgarde zeigten ihr Können bei den klassischen Marschtänzen. Die Kleinsten, die sogenannten „Zwetschgala“, führten die Zuschauer tänzerisch durch die „Vier Jahreszeiten“.

Das Männerballett sägt als Holzfäller alles kurz und klein.
Das Männerballett sägt als Holzfäller alles kurz und klein.
Johannes Steinert

Das Kultduo „Bleedwaafer“, bestehend aus Steffen Wolf und Johannes Steinert, präsentierte mit viel Mundart und Lokalkolorit „Gschmarri übers Dorf“. Den zunehmenden Trend zu veganem Essen stellten sie ein Medley mit Hymnen über fränkische Fleischgerichte entgegen. Mit Titeln wie „Pressack im G’sicht" oder „Sie mag lieber blaue Zipfel“ sorgten sie für viele Lacher und Applaus. Zusammen mit den „Hosanochtler“-Mädels im grünen Hasenkostüm performten sie den neuen Faschingssong „Endlich wieder Fosanocht“.

Die Tanzmariechen

Leni Siebenhaar und Christina Götz wirbelten als Tanzmariechenduo über die Bühne, und die Juniorengarde brachte mit ihrem Showtanz „Dance with me“ die bekanntesten Mitmachtänze aufs Parkett.

Dann startete ein lange erwarteter Höhepunkt: das Comeback des ehemaligen Sitzungspräsidenten und Fasching-Mastermind Ulli Werner. Er erhielt 2020 den Hausorden, dessen Träger ein Jahr das närrische Regiment im Dorf übernehmen darf. Wegen des Ausfalls der Sitzungen ist er nun der am längsten amtierende Hausordensträger der Vereinsgeschichte. Er begrüßte in gewohnt frecher Manier die Politprominenz und den neuen Effeltricher Pfarrer Tobias Fehn mit Klängen von Helene Fischer, bezogen auf die Zusage, dass Pfarrer Fehn beim Georgi-Ritt mitreiten wird.

Waltraud Stein wird überrascht

Als neue Hausordensträgerin wählte Werner die sichtlich überraschte Waltraud Stein aus dem Ortsteil Gaiganz, die nun als oberste Närrin das Amt übernimmt. Er sang für sie und ihre Gaiganzer Clique den Song „Hurra, das ganze Dorf ist da“.

Neben diesem „Spaßorden“ überreichte die Vereinspräsidentin Elke Mölkner auch offizielle Orden vom Fastnachtsverband Franken an verdiente Mitglieder, darunter die höchste Auszeichnung des Verbandes, den „Till von Franken“. Dieser ging an Johannes Steinert für seine langjährige Vereinstätigkeit als Akteur auf der Bühne, an der Technik und beim Musikaufnehmen und -schneiden.

Laudatio für Johannes Steinert

Die Laudatio in Liedform übernahm Tobias Thomann von den Dorfrockern, der dafür spontan anreiste. Mit seinen überregional bekannten Hits wie „Dorfkind“ oder „Im Kühlschrank brennt immer ein Licht“ brachte er das begeisterte Publikum noch mal zum Kochen.

Mit auf der Bühne: Thorsten Glauber (l.), bayerischer Umweltminister, und Michael Hofmann (r.), CSU-Landtagsabgeordneter.
Mit auf der Bühne: Thorsten Glauber (l.), bayerischer Umweltminister, und Michael Hofmann (r.), CSU-Landtagsabgeordneter.
Johannes Steinert

Jürgen Roppelt alias Pater Noster sorgte mit göttlichem Beistand für Lachsalven. Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und MdL Michael Hofmann (CSU) rekrutierte er als Ministranten. Pfarrer Tobias Fehn machte er zum „Erdbeer-Schorsch“.

Am Notenständer festgeklebt

Der Marschtanz der Aktiven-Garde, aber auch die Tanzmariechen Lisa Siebenhaar und Sophia Mölkner zeigten, dass das Niveau im Verein auch tänzerisch sehr hoch gehalten wird. „Die jungen wilden singenden Bäuerinnen“, bestehend aus Mitgliedern der regionalen Coverband „Edelherb“, nahmen sich die Klimakleber zur Brust. Eine inzensierte Störung durch zwei Aktivisten, die sich am Notenständer festklebten, besangen sie mit dem Song „Schieb, mein Franke, schieb“. So wurden die Kleber samt Notenständer schnell wieder nach draußen geschoben.

Große Garde in Welt von „Avatar“

Die große Garde tauchte mit ihrem Showtanz in die Welt von „Avatar“. Außergewöhnliche Kostüme, ein tolles Bühnenbild und eine träumerische Choreografie verwandelten den Saal in die Fabelwelt „Pandora“ aus dem berühmten Kinofilm.

Etwas härter zur Sache ging es beim Männerballett. Als Holzfäller sägten sie auf der Bühne alles kurz und klein. Nach über fünf Stunden Programm versammelten sich alle Aktiven zum großen Finale auf der Bühne.

Termin fürs Männerballett

Für die Effeltricher geht es direkt weiter: Es laufen die Vorbereitungen für das Männerballettturnier am 10. Februar.

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